Schwächegefühle nach der Grippe oft Warnzeichen einer Herzmuskelentzündung

Ständige Schwäche und Müdigkeit nach Grippe kann Herzmuskelentzündung sein

Zu den typischen Symptomen einer Grippe gehören neben Fieber, Muskel-, Kopf- und Gliederschmerzen auch starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Wenn man sich aber auch nach dem Auskurieren einer Influenza-Erkrankung ständig müde und schwach fühlt, sollte man hellhörig werden. Denn dies können Anzeichen für eine Herzmuskelentzündung sein.


Heftige Grippewelle in Deutschland

In den vergangenen Wochen haben die vielen Influenza-Fälle in Deutschland so manche Arztpraxis an ihr Limit geführt. Einige Kliniken mussten sogar Patienten abweisen. Auch die Herz-Notfälle infolge der Grippewelle haben stark zugenommen. Das Herz kann aber auch noch nach dem Auskurieren eines überstandenen Virusinfekts beeinträchtigt sein. Ein Hinweis darauf ist unter anderem ständige Müdigkeit.

Wer nach einer überstandenen Grippeerkrankung noch längere Zeit ständig müde und schwach ist, sollte hellhörig werden. Denn diese Symptome können auf eine Herzmuskelentzündung hindeuten. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Länger anhaltende Schwäche nach Grippeerkrankung

Wenn man nach einer Grippeerkrankung weiterhin geschwächt ist, dann kann es sich um die üblichen Nachwirkungen einer Influenza handeln.

Finden Betroffene nach einem grippalen Infekt aber nicht bald wieder zum gewohnten Leistungsvermögen zurück, sondern sind ständig schwach und müde, könnte das ernstzunehmende Ursachen haben.

Darauf weist die Deutsche Herzstiftung in einer aktuellen Mitteilung hin.

In solchen Fällen ist laut den Experten ein baldiger Arztbesuch zu empfehlen. Das gilt besonders für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Gefahr einer Herzmuskelentzündung

„Liegt ein schwerer grippaler Infekt bereits zwei Wochen zurück und man muss bei Spaziergängen oder bei der Hausarbeit jetzt Ruhepausen einlegen, was bisher unüblich war, dann sollte man hellhörig werden und zum Arzt gehen, um eine Herzbeteiligung nicht zu übersehen“, so der Herzstiftungs-Experte und Kardiologe Dr. med. Vinzenz von Kageneck.

„Sonst besteht die Gefahr einer Herzmuskelentzündung mit einer Herzschwäche als Folge.“

Der Mediziner kann dann untersuchen, ob eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) vorliegt, die möglicherweise für die Schwäche verantwortlich ist.

Schonen bis man sich wieder ganz gesund fühlt

Weitere Anzeichen für eine Herzmuskelentzündung können unter anderem neu aufgetretene Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme), ein Druckgefühl in der Brust oder ein unregelmäßiger Puls sein.

Zudem sollte man laut der Herzstiftung wissen, dass die Gefahr für eine Herzmuskelentzündung vor allem dann hoch ist, wenn man sich bei einer Virusinfektion, sei es eine Grippe oder ein Darminfekt, nicht so lange schont, bis man sich wieder ganz gesund fühlt.

„Deswegen sollte man generell bei einer Grippe und anderen viralen oder bakteriellen Infektionen mit Sport und anderen körperlichen Belastungen auf jeden Fall warten, bis Fieber und andere Symptome wie Husten, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen abgeklungen sind und man sich wieder wohlfühlt“, betonte Dr. von Kageneck.

Die Gefahr einer Myokarditis gilt auch für Infekte, bei denen kein oder nur geringes Fieber auftritt. Betroffene sollten sich daher während der akuten Erkrankung schonen. (ad)