Smartphones und Tablets führen zu mentalen Problemen bei Kindern und Jugendlichen

Alexander Stindt

Welche Auswirkungen hat die Nutzung von Smartphones auf Kinder?

Die Nutzung von Smartphones und Tablets wirkt sich negativ auf das psychische Wohlbefinden aus. Forscher fanden jetzt heraus, dass bereits kurze Zeit vor solchen Geräten bei Kindern und Jugendlichen die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Ängsten und Depressionen erhöht. Gerade kleine Kinder sind dabei besonders stark betroffen.


Die Wissenschaftler der San Diego State University und der University of Georgia stellten bei ihrer aktuellen gemeinsamen Untersuchung fest, dass die Verwendung von Smartphones und Tablets gerade bei Kindern und Jugendlichen häufiger zu Ängsten und Depressionen führt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Preventive Medicine Reports“.

Bei Kindern wirkt sich die Verwendung von Smartphones negativ auf die geistige Gesundheit aus. (Bild: Natallia Vintsik/fotolia.com)

Bereits kurze Zeit vor dem Bildschirm führt zu negativen Auswirkungen

Wenn Kinder und Jugendliche täglich nur eine Stunde vor dem Bildschirm von Smartphones und Tablets verbringen, führte dies zu einer Verschlechterung des psychischen Wohlbefindens. Betroffene weisen weniger Neugier, weniger Selbstkontrolle und weniger emotionale Stabilität auf. Dies erhöht das Risiko für die Entstehung von Ängsten und Depressionen. Bei der Studie wurden die Daten von mehr als 40.000 Kindern im Alter von zwei bis 17 Jahren in den USA analysiert. Die Forscher fanden heraus, dass Personen im Alter von 14 bis 17 Jahren ein höheres Risiko für solche Nebenwirkungen haben, stellten jedoch die Korrelationen auch bei jüngeren Kindern und Kleinkindern fest, deren Gehirn sich noch in der Entwicklung befindet.

Kinder waren weniger wissbegierig

Die Studie ergab, dass Kinder im Kindergartenalter, die häufig auf die Bildschirme von Smartphones und Tablets schauten, etwa doppelt so oft ihre Beherrschung verlieren. Wenn Kinder im Alter zwischen 11 und 13 Jahren pro Tag eine Stunde vor dem Bildschirm verbringen, hatten sie dadurch neun Prozent weniger Interesse dafür, neue Dinge zu erlernen. Diese Zahl stieg auf 22,6 Prozent an, wenn die Bildschirmzeit der Betroffenen sieben Stunden oder mehr betrug.

Wie viel Zeit verbringen junge Menschen vor dem Bildschirm?

Die Hälfte der psychischen Probleme entwickelt sich im Jugendalter, erklären die Studienautoren Professor Jean Twenge von der San Diego State University und Professor Keith Campbell von der University of Georgia. Daher bestehe die akute Notwendigkeit, beeinflussbare Faktoren zu identifizieren, die mit psychischen Problemen zusammenhängen. Eltern und Lehrer sollten darauf achten, dass Kinder weniger Zeit online, weniger Zeit vor Videospielen und dem Fernseher verbringen. Nach Angaben des National Institute of Health verbringen junge Menschen in ihrer Freizeit durchschnittlich fünf bis sieben Stunden vor den Bildschirmen von Tablets und Smartphones. Professor Twenge riet dazu, dass bei der Nutzung von Smartphones ein Limit für Kinder von zwei Stunden eingeführt werden sollte. (as)