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Sommerhitze: Vorsichtsmaßnahmen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforderlich

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
29. Juni 2026
in News
Auf einem Thermometer wird eine Temperatur von 38 Grad Celsius angezeigt.
Für Personen mit kardiovaskulären Erkrankungen sind Temperaturen über 30 Grad Celsius besonders gefährlich. (Bild: Jenny Sturm/stock.adobe.com)
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Die extreme Sommerhitze belastet unser Herz-Kreislauf-System und insbesondere Personen mit bereits vorliegenden kardiovaskulären Erkrankungen, aber auch ältere Menschen, sollten einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um das Gesundheitsrisiko bei den hohen Temperaturen möglichst gering zu halten.

Die Deutsche Herzstiftung e.V. hat in einer aktuellen Mitteilung Tipps für ältere Menschen und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche oder koronarer Herzkrankheit (KHK) zusammengestellt, die ihnen helfen können, die extreme Hitze gut zu überstehen.

Deutschland hat eine Hitzeproblem

Obwohl in den Sommern der vergangenen Jahre immer wieder extreme Hitzeperiode zu verzeichnen waren, ist Deutschland auch heute noch eher schlecht auf die hohen Temperaturen eingestellt.

Dies gilt sowohl im öffentlichen Bereich, wo beispielsweise ein Großteil der Schulen und Krankenhäuser nicht mit einer Klimatisierung ausgestattet ist, aber auch im privaten Bereich, wo viele Menschen die Selbstfürsorge an heißen Sommertagen vernachlässigen.

Hitze für Herzkranke besonders belastend

Hohe Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr können zudem für ältere Menschen und Personen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu einer besonderen Herausforderung werden, warnt die Deutsche Herzstiftung.

„Wenn das Herz erkrankt ist, dann schränkt das auch die Leistung des körpereigenen Kühlsystems, das übermäßige Wärme aus dem Blut über die kleinen Hautgefäße abgibt, meist deutlich ein“, erklärt Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Die Wärme könne vom Kreislauf nur unter erheblicher Anstrengung aus dem Körper transportiert werden und mögliche Folgen seien Muskelkrämpfe, Müdigkeit und Schwindel sowie Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps oder auch Herzrhythmusstörungen.

Was ist zu beachten?

Grundsätzlich seien neben neben dem Aufenthalt in einer kühleren Umgebung insbesondere das Anpassen der Trinkmenge und die Beachtung des Elektrolyt-Haushalts wichtig.

Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ältere Menschen sollten die Hitze möglichst meiden, sich körperlich schonen und anstrengende Aktivitäten, wenn es geht, in kühlere Räume oder in die Morgen- oder Abendstunden verlagern.

Die extreme Hitze setze den Körper so unter Stress, dass der Blutdruck zusätzlich steigen könne. „Auch deshalb leiden Patienten mit Bluthochdruck in Hitzeperioden besonders“, so Prof. Voigtländer.

Jedoch könne ebenso das Gegenteil eintreten, wenn der Körper auf die hohen Temperaturen mit einer Gefäßweitung reagiere, um die Blutzirkulation mehr an die Peripherie zur Haut zu verlagern. Hierdurch könne der Blutdruck abfallen und wodurch Ohnmacht, Schwindel oder Rhythmusstörungen drohen.

Regelmäßig Blutdruck messen

„Manchmal fällt der Blutdruck so stark ab, dass die Dosis der blutdrucksenkenden Medikamente angepasst werden muss. Deshalb sollte man seinen Blutdruck durch regelmäßiges Messen gut im Blick haben, um gegebenenfalls rasch reagieren zu können“, empfiehlt der Experte.

Wenn der Blutdruck unter einen Wert von 100 mmHg (systolisch) fällt, sei eine ärztliche Rücksprache geboten, um mögliche Änderungen der Dosierung und andere Maßnahmen zu erörtern.

Herzschwäche & Diuretika besonders kritisch

Besonders kritisch sei die Kombination aus Herzerkrankung, Hitze über 30 Grad und medikamentöser Therapie bei Personen mit Herzschwäche, die wassertreibende Medikamente (Diuretika) einnehmen und bei denen die Trinkmenge ohnehin eingeschränkt ist.

Bei ihnen könne es zu einer ungünstigen Kombination des Wasserverlustes kommen. „Der Körper kompensiert die Hitze durch Schwitzen und verliert zusätzlich an Flüssigkeit durch die Diuretika“, erläutert der Experte.

„Um einen Flüssigkeitsverlust zu vermeiden, sollten Herzpatienten auf eine ausreichende Trinkmenge achten. Aber sie sollten auch nicht zu viel trinken, denn eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr kann bei Herzkranken zur Verschlechterung ihrer Herzleistung führen“, so Voigtländer weiter.

Wiegen zur Kontrolle

Den Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche empfiehlt der Kardiologe sich regelmäßig morgens vor dem Frühstück, nach dem ersten Gang zur Toilette zu wiegen, und großer Hitze ggf. ein zusätzliches Wiegen am Abend vorzunehmen, um die Flüssigkeitsbilanz über den Tag grob einzuschätzen.

Kommt es zu einer Zunahme von mehr als einem Kilogramm über Nacht, einer Zunahme von mehr als zwei Kilogramm innerhalb von drei Tagen oder von mehr als 2,5 kg in einer Woche, sollten die Betroffenen ärztliche Hilfe suchen.

Elektrolyte beachten

Des Weiteren sollten Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei heißem Wetter ihren Elektrolyt-Haushalt und insbesondere ihren Kalium-Haushalt im Blick haben.

Denn Kalium zählt zu den wichtigsten Elektrolyten des Körpers und ist wichtig für die Funktion des Herzens und die Regulation des Blutdrucks, so der Experte. Ein Kaliummangel könne die Herzfunktion beeinträchtigen und zu Herzrhythmusstörungen führen.

Um den Elektrolyt-Verlust auszugleichen seien zum Beispiel Gemüsebrühen und kaliumreiches Obst (Bananen, Aprikosen, Pfirsiche) empfehlenswert. Die Einnahme von Kalium-Tabletten sei indes nur nach ärztlicher Rücksprache in Betracht zu ziehen.

Ärztliche Rücksprache halten

Viele der hitzebedingten Komplikationen ließen sich vermeiden, indem Herz-Kreislauf-Patientinnen und -Patienten mögliche Vorsichtsmaßnahmen für extreme Sommerhitze rechtzeitig mit ihrer Hausärztin bzw. ihrem Hausarzt oder einer Kardiologin bzw. einem Kardiologen besprechen, betont Professor Voigtländer. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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