Stress: Wie gestresst sind wir? Dieser neue Selbsttest liefert exakte Resultate

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Neues Gerät zeigt den eigenen Stress-Spiegel an

Stress ist ungesund und begünstigt zahlreiche Herzkrankheiten und wirkt sich negativ auf die Psyche aus. Doch was bedeutet das eigentlich, wenn jemand sagt: „Ich bin gestresst.“ Bislang gibt es keine richtige Methode, um einen schädlichen Stress-Level selbst zu erkennen. Ein einfacher Selbsttest kann dies nun ändern. Ein amerikanisches Forschungsteam entwickelt einen einfachen Test, der die Anzahl an Stresshormonen in Körperflüssigkeiten erkennbar macht.


Forschende der University of Cincinnati fanden eine Möglichkeit, um schnell und einfach herauszufinden, wie gestresst eine Person tatsächlich ist. Der leicht einzusetzende Test zeigt die Anzahl der Stresshormone im Schweiß, Blut, Speichel oder Urin und gibt so einen zuverlässigen ersten Hinweis darauf, ob das eigene Stresspensum gesundheitsgefährdend ist. Die Studienergebnisse wurden kürzlich in dem Fachjournal „American Chemical Society“ vorgestellt.

Wann wird Stress zur gesundheitlichen Belastung? Ein neuer Selbsttest soll darüber Aufschluss geben. (Bild: Kaspars Grinvalds/fotolia.com)

Neuer Test macht schädlichen Stress sichtbar

Einer amerikanischen Forschungsgruppe gelang kürzlich ein Durchbruch in der Stressforschung. Sie entwickelten einen einfachen Test, der anzeigt, wie gestresst man gerade ist. Ziel der Forschenden ist es, ein Gerät zu entwickeln, dass jeder zu Hause nutzen kann, um seinen Stress-Niveau zu überwachen, damit man sich rechtzeitig in fachkundige Hände begeben kann, wenn der Stress zur Gesundheitsgefahr wird. Alles was dafür benötigt wird, ist ein Tropfen Blut, Schweiß, Urin oder Speichel, denn Stress-Hormone sind in all diesen Körperflüssigkeiten zu finden. Das neue Gerät misst mit Hilfe von ultraviolettem Licht dann die Anzahl der Stress-Biomarken in der Körperflüssigkeit.

Aus persönlicher Erfahrungen wird wissenschaftliche Forschung

Die Idee für den Stress-Test bekam Forschungsleiter Professor Andrew Steckl aus einer persönlichen Erfahrung heraus. Als sein Vater erkrankte, musste er ihn ziemlich oft ins Labor oder zum Arzt bringen, um verschiedene Tests durchzuführen. „Ich dachte, es wäre großartig, wenn er die Tests einfach selbst durchführen könnte, um zu sehen, ob er in Schwierigkeiten steckt“, berichtet Steckl in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen. Er möchte Patientinnen und Patienten unnötige Wege zum Arzt ersparen und nötige sichtbarer machen.

Stress schadet uns in vielerlei Hinsicht

Die Erstautorin der Studie Prajokta Ray unterstreicht die vielen schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit, die von regelmäßig hohem Stress ausgesehen. „Viele körperliche Beschwerden wie Diabetes, Bluthochdruck und psychische Störungen werden dem Stress zugeschrieben“, betont die Expertin. Der Umgang mit Stress habe in den letzten Jahren eine immer größere Relevanz in der Medizin bekommen. Neben dem privaten Einsatz habe der neue Test auch eine hohe Bedeutung für Menschen, die extremen Belastungen ausgesetzt sind, wie beispielsweise Piloten. Ein solcher Stresstest könne der Bodenkontrolle ein Feedback über das Stress-Pensum des Piloten geben. So kann intervenieren werden, bevor das Level ein kritisches Niveau erreicht.

Kein Ersatz für einen Arztbesuch

„Der Stress-Test kann keinen vollständigen Laborbluttest ersetzen“, stellt Steckl klar. Dies sei auch nicht die Absicht. Der Test diene dazu, um den Nutzerinnen und Nutzern zu zeigen, wo sie stehen und ob sich Veränderungen im Stress-Pegel ergeben haben. „Dieser Test hat das Potenzial, sich zu einem starken kommerziellen Gerät zu entwickeln“, ergänzt Ray. Wenn die Prognose der Forschenden stimmt, haben wir alle bald die Möglichkeit zu Hause unseren Stress zu überwachen. Weiterhin wäre der Test eine große Hilfe, um die persönlich beste Methode zum Stressabbau zu finden. (vb)