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Chronisches Darmleiden: Ein Pilz wahrscheinlicher Auslöser von Morbus Crohn

Alexander Stindt
Verfasst von Alexander Stindt, Fachredakteur für Gesundheitsnews
1. Oktober 2016
in News
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Neue Erkenntnis könnte zu neuen Behandlungsmöglichkeiten führen
Forscher fanden heraus, dass ein Pilz der Schlüsselfaktor für die Entwicklung von Morbus Crohn sein könnte. Diese entzündliche Darmerkrankungen verursacht Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust und Müdigkeit. Die Erkenntnis könnte zu einer neuen Behandlung bei Morbus Chron führen.

Die Wissenschaftler vom Center for Medical Mycology at Case Western Reserve und dem University Hospitals Cleveland Medical Center stellten bei einer Untersuchung fest, dass ein Pilz (Candida tropicalis) die Ursache für die Entstehung von Morbus Crohn sein könnte. Bei Patienten mit Morbus Crohn konnten starke Pilz-bakterielle Wechselwirkungen festgestellt werden. Die Mediziner veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „MBIO“.

Studie untersucht Erkrankte und deren gesunde Familienmitglieder
Forscher suchen schon seit längerer Zeit nach neuen Behandlungsoptionen bei chronischen Darmerkrankungen. In Zukunft könnte es möglicher eine effektive Behandlung für die bislang kau therapierbare entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn geben. Eine neue Studie untersuchte jetzt Patienten mit Morbus Crohn und deren gesunde Familienmitglieder. Die Forscher analysierten für ihre Untersuchung die Kotproben der Probanden. Dabei konnte eine bakterielle Wechselwirkung mit einem bestimmten Pilz festgestellt werden.

Darm von Erkrankten enthält höhere Mengen von Bakterien und einem Pilz
Bei den Probanden mit Morbus Chron konnten signifikant höhere Mengen von zwei Bakterienarten (Escherichia coli und Serratia marcescens) und einem Pilz (Candida tropicalis) festgestellt werden, erläutern die Experten. Die Werte waren viel höher als bei den gesunden Familienmitgliedern. Das deutet darauf hin, dass die Bakterien und Pilze in den Därmen interagieren. Dies sei das erste Mal, dass ein Pilz mit der Morbus Chron-Erkrankung in Verbindung gebracht wurde, fügen die Autoren hinzu.

Immunantworten von Morbus Crohn-Patienten sind abnorm
Bakterien können zusätzlich zu den genetischen- und ernährungsbedingten Faktoren eine große Rolle bei der Entstehung von Morbus Crohn spielen. Patienten mit der Erkrankung zeigen abnorme Immunantworten auf diese Bakterien, erläutert der leitende Autor Mahmoud Ghannoum.

Studie konzentriert sich auf die Untersuchung von Pilzen im Darm
Die meisten Forscher konzentrieren ihre Untersuchungen auf Bakterien. Nur wenige Mediziner untersuchten dabei die Rolle von Pilzen, die auch in jedem menschlichen Darm vorhanden sind. Die neue Studie führte jetzt zu wichtigen Informationen für die Entstehung von Morbus Crohn. Leider wird diese chronische Darmerkrankung oft erst spät entdeckt. Die Mediziner hoffen, dass sich dies in Zukunft ändern könnte.

Führt die Studie zur Entwicklung von neuen Behandlungsmethoden und Medikamenten?
Die Ergebnisse könnten jetzt zu einer neuen Form von Behandlung führen, einschließlich neuen Medikamenten und Probiotika. Diese haben das Potenzial einen qualitativen Unterschied im Leben von Betroffenen zu machen, sagen die Wissenschaftler.

Ist Candida tropicalis die Ursache für Morbus Crohn?
Der Pilz Candida tropicalis verursacht häufig Infektionen und könnte an der Entstehung von Morbus Crohn beteiligt sein. Dieser Pilz wurde in höheren Mengen im Darm von Patienten mit Morbus Crohn gefunden, sagen die Forscher.

Die Ursachen von Morbus Crohn sind noch weitgehend unbekannt
Wir verstehen, wie sich Morbus Crohn entwickelt, erläutern die Autoren. Trotzdem sind die Ursachen und vieles mehr noch unbekannt. Die Erkrankung wird in der Regel mit entzündungshemmenden Mitteln, Steroiden, Immunmodulatoren und andere Medikamenten behandelt. Unter diesen ist keines frei von Nebenwirkungen, fügen die Wissenschaftler hinzu. Hier benötigen wir dringend ein besseres Verständnis für die Erkrankung und effektivere Behandlungsmethoden, so das Fazit der Forscher. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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