Studie: Erhöht Grüner Tee das Risiko für Typ-2-Diabetes?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Führt grüner Tee zu Typ-2-Diabetes?

Der Konsum von grünem Tee wird normalerweise mit verschiedenen positiven gesundheitlichen Auswirkungen in Verbindung gebracht und in früheren Untersuchungen hatte sich auch eine präventive Wirkung gegen Typ-2-Diabetes gezeigt. Eine aktuelle internationale Studie ergab jetzt allerdings, dass das Trinken von grünem Tee bei chinesischen Erwachsenen mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden war.


Die Wissenschaftler der chinesischen Fudan University und der Vanderbilt University in den USA stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass der Konsum von grünem Tee mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes in Zusammenhang zu stehen scheint. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „International Journal of Epidemiology“.

Immer mehr Menschen auf der Welt scheinen an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Hat der Konsum von grünem Tee einen Einfluss auf die Zunahme der Erkrankungen? (Bild: PhotographyByMK/fotolia.com)

Woher stammten die Daten?

An der sogenannten Shanghai Women’s Health Study (SWHS) und der Shanghai Men’s Health Study (SMHS) nahmen insgesamt 119.373 Probanden teil. Daten aus diesen Studien wurden verwendet, um verschiedene Biomarker sowie Lebensstil-Risikofaktoren für Krebs und andere chronische Krankheiten zu untersuchen. Am Anfang der Untersuchung litt keiner der Teilnehmenden unter Diabetes. Bei der Studie wurden Details zum Konsum von Tee, einschließlich der zu aufgenommenen Arten und Mengen des Tees erfasst.

Weibliche und männliche Teilnehmende der Studie wiesen ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes auf, wenn sie mehr grünen Tee tranken, berichten die Studienautoren. Die Mediziner konnten feststellen, dass dieser Zusammenhang zwischen der Einnahme von grünem Tee und dem Risiko für Typ-2-Diabetes nicht durch Faktoren wie Fettleibigkeit oder Rauchen beeinflusst wurde. Die Forschenden forderten weitere Studien zu den Mechanismen, welche der festgestellten Assoziation zugrunde liegen. Außerdem äußerten sie die Annahme, dass Pestizidrückstände in Teeblättern eine mögliche Rolle spielen könnten.

Verschiedene Studien erzielten widersprüchliche Ergebnisse

In den letzten Jahren wurde grüner Tee vermehrt als ein besonders gesundes Getränk bewertet. Auf der ganzen Welt wird grüner Tee von vielen Menschen konsumiert und seine Popularität hat im Laufe der Zeit stark zugenommen. Forscher haben bei ihren Untersuchungen jedoch inkonsistente Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen dem Trinken von grünem Tee und dem Risiko für Typ-2-Diabetes festgestellt. Beispielweise kam eine Studie im Jahr vergangenen Jahr noch zu dem Ergebnis, dass grüner Tee die Entstehung von Typ-2-Diabetes verhindert. Eine japanische Studie, welche im Jahr 2006 in der Fachzeitschrift „Annals of Internal Medicine“ veröffentlicht wurde, zeigte ebenfalls, dass Konsumenten von grünem Tee, die mindestens sechs Tassen pro Tag tranken, ein um 33 Prozent niedrigeres Risiko für Typ-2-Diabetes hatten als Menschen, die lediglich eine Tasse oder weniger pro Woche tranken. Eine andere Studie aus dem Jahr 2007, welche im Fachblatt „BioFactors“ veröffentlicht wurde, kam hingegen zu dem Schluss, dass Menschen mit Diabetes weniger grünen Tee trinken sollten, weil Untersuchungen an Tieren gezeigt hatten, dass eine hohe Aufnahme von grünem Tee den Blutzuckerspiegel bei Ratten mit Diabetes erhöhen kann. (as)