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Tinder-Kontext: Dating-Apps provozieren mehr Geschlechtskrankheiten

Sebastian Bertram
Verfasst von Sebastian Bertram
4. November 2015
in News
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Tinder & Co: Dating-Apps führen zu mehr Geschlechtskrankheiten
Ein bekannter britischer Sexualwissenschaftler warnt vor der Zunahme von Geschlechtskrankheiten durch Dating-Apps. Ursache dafür ist wohl der vereinfachte häufige Wechsel des Sex-Partners. Der Experte fordert, dass Tinder und Co. Verhütung besser bewerben sollten.

Starke Zunahme von Geschlechtskrankheiten
In den vergangenen Jahren haben verschiedenen Gesundheitsexperten vor einer Zunahme von Geschlechtskrankheiten in Deutschland gewarnt. Selbst von einer Rückkehr der Geschlechtskrankheit Syphilis wurde berichtet. In Großbritannien ist die Situation ähnlich. Seit 2014 haben dort die Syphilis-Erkrankungen um 33 Prozent zugenommen und auch die Zahl der Gonorrhoe-Ansteckungen ist um 19 Prozent gestiegen. Eine Ursache für die Zunahme könnten Dating-Apps sein.

Erhöhte Ansteckungsgefahr durch Dating-Apps
Der bekannte englische Sexualwissenschaftler Peter Greenhouse warnt vor einer erhöhten Ansteckungsgefahr durch Tinder und Co. Wie die BBC berichtet, fordert Greenhouse, der auch Sprecher der „British Association for Sexual Health and HIV“ ist, dass Dating-Apps „mehr Zeit investieren, um Verhütung zu bewerben“. Durch solche Apps zur Partnersuche seien Menschen heute besser in der Lage, ihre Sexualpartner schneller zu wechseln. Dadurch steige das Risiko für Infektionen mit Geschlechtskrankheiten. Besonders besorgt ist der Arzt, da die HIV-Situation „kurz vor dem Kippen“ sei.

Häufiger Wechsel der Sex-Partner
Wie das Internetportal „futurezone“ berichtet, betonen viele Dating-Apps zwar, dass sie stets versuchen, sicheren Sex zu unterstützen, doch Greenhouse sieht eine Gefahr für die Gesundheit der Nutzer. „Wenn viele Menschen ihre Partner häufig wechseln, könnte das zu einer Explosion von HIV-Ansteckungen führen. Apps könnten das verursachen“, so der Arzt. Wie auch in anderen Ländern ist der Dating-App-Markt in Großbritannien in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Laut Schätzungen kommen wöchentlich zwei neue Apps in die Stores. Inzwischen gibt es auch spezialisierte Anwendungen, zum Beispiel für Freunde bestimmter Sexualpraktiken. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Sebastian Bertram

Sebastian Bertram

Sebastian Bertram ist Geschäftsführer von Heilpraxisnet. Er arbeitete über zehn Jahre als Sozialarbeiter im stationären Bereich der therapeutischen Jugendhilfe in leitender Funktion. Seine Themenschwerpunkte sind Psychologie, therapeutisches Arbeiten und Sozialpädagogik.

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