Unbekannter Analkrebs: Diese ersten Symptome für Analkarzinomen sollten Sie erkennen

Sebastian

Analkrebs: Relativ hohe Überlebenschance bei guter Behandlung

Die Schauspielerin Marcia Cross, bekannt aus der Serie Desperate Housewives, hat über ihren Instagram-Account bekanntgegeben, dass sie unter Analkrebs litt. Nach einer Chemotherapie sei sie nun allerdings wieder vollkommen genesen. Was es mit der seltenen Krankheit auf sich hat, wie sie behandelt wird und welche Folgebeschwerden die Schauspielerin nun vielleicht plagen, erklärt Proktologe Prof. Dr. Dr. Stefan Hillejan.

(Bild: demphoto/fotolia.com)

Für viele ein unbekanntes Thema oder gar ein Tabuthema: Analkrebs. Wie äußert sich die Erkrankung? Welche Therapie und Früherkennungsmethoden stehen zur Verfügung? Hierzu antwortet der Experte Prof. (Univ. Chisinau) Dr. Dr. Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe von der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover und Vorsitzender des Berufsverbands Qualifizierter Medizinischer Sachverständiger Deutschlands:

„Unter Analkrebs, auch Analkarzinom genannt, verstehen Mediziner einen bösartigen Tumor des Afters. Nur etwa einer von 100.000 Menschen erkrankt in seinem Leben an Analkrebs, damit gehört er zu den eher selteneren Krebsarten. Als Symptome gelten ähnlich wie bei Hämorrhoiden Juckreiz, Schmerzen beim Stuhlgang sowie Blut im Stuhl oder auf dem Toilettenpapier. Bei diesen Anzeichen sollten Betroffene daher unbedingt einen Facharzt aufsuchen, der bei einer Mastdarmspiegelung eine Gewebeprobe des betroffenen Bereichs entnimmt und im Labor untersuchen lässt.

Handelt es sich um Analkrebs, wird der Tumor operativ entfernt oder eine Strahlentherapie durchgeführt, gegebenenfalls auch in Kombination. Oft wird der Tumor entfernt, nur in seltenen Fällen benötigen Patienten im Anschluss einen künstlichen Darmausgang. Außerdem kann es zu Stuhlinkontinenz kommen. Nach der erfolgten Therapie müssen sich Patienten regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unterziehen, um auszuschließen, dass der Krebs zurückkehrt. Fünf Jahre nach der Behandlung liegt die Überlebensrate vergleichsweise hoch bei etwa 80 %.“ (sb)