Ungesunde Ernährung fordert weltweit Millionen Menschenleben pro Jahr

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Ungesunde Ernährung verursacht mehr Todesfälle als Rauchen

Eine ungesunde Ernährung schadet der Gesundheit und führt zu einer verkürzten Lebenserwartung. Leider ernähren sich die meisten Menschen nicht richtig, sie verwenden zu viel Salz und Zucker und dafür zu wenig Vollkorn, Obst und Nüsse. Forschende fanden jetzt heraus, dass eine ungesunde Ernährung weltweit etwa elf Millionen Menschen pro Jahr das Leben kostet.


Bei der aktuellen Untersuchung der University of Washington wurde festgestellt, dass ungesunde Ernährung jählrich rund elf Millionen Todesfälle verursacht. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen medizinischen Fachblatt „The Lancet“ veröffentlicht.

Eine gesunde Ernährung kann dazu beitragen, dass sich die Lebenserwartung erhöht. Wenn wir uns allerdings überwiegend ungesund ernähren, hat dies die gegenteilige Wirkung. (Bild: Marilyn Barbone/fotolia.com)

Elf Millionen Tote nur durch unsere Ernährung?

Häufig gibt es Probleme bei der Ernährung, weil wir einfach nicht genug Früchte, Vollkorn und Nüsse zu uns nehmen, dafür aber viel zu viel Salz konsumieren. Die Faktoren einer ungesunden Ernährung sind schon lange bekannt. Eine neue Studie versuchte jetzt zu errechnen, wie viel Menschenleben eine solche Ernährung fordert. Die Forschenden konnten bei der Untersuchung feststellen, dass durch eine ungesunde Ernährung jährlich weltweit elf Millionen Menschen einen vermeidbaren vorzeitigen Tod erleben. Dies übertrifft sogar die Anzahl der Todesopfer durch das Rauchen. Zumindest besagen dies die Schlagzeilen zu diesem Thema. Die Forschenden sind mit ihren Aussagen etwas vorsichtiger. Nach ihrer Ansicht stellen die Resultate lediglich einen möglichen Einfluss der suboptimalen Ernährung auf Todesfälle und Krankheiten dar. Es ist häufig schwer, eine Aussage über die konkrete Todesursache zu treffen und einen Tod ausschließlich auf die Ernährung zurückzuführen.

Viele Einflüsse wirken sich auf die Lebenserwartung aus

Bei Beobachtungsstudien wurde anhand von Daten festgelegt, was gesund ist und was nicht. Beispielsweise wurde bei Untersuchungen beobachtet, dass Spanier mehr Olivenöl und Seefisch zu sich nehmen, als dies Menschen aus China tun. Zusätzlich haben Spanier auch eine erhöhte Lebenserwartung. Ob es allerdings wirklich die oben genannten Faktoren sind, welche zu einer erhöhten Lebenserwartung führen, ist nach wie vor unklar. Zu viele andere Einflüsse könnten in einem solchen Fall ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Beispielsweise könnte Entspannung und Vermeidung von Stress, die für Spanien typische Siesta um die Mittagszeit, ein erhöhter Lebensstandard oder auch der Konsum von Rotwein zu einer höheren Lebenserwartung beitragen. Durch all diese Faktoren ist es nicht wirklich möglich, eine 100 Prozent genaue Aussage zu treffen.

Sterben jedes Jahr drei Millionen Menschen durch ihren Salzkonsum?

Die oben genannten Probleme sind allerdings nicht die einzige Beschränkung bei solchen Berechnungen. Einer der Hauptgründe für den Tod durch eine falsche Ernährung ist bei vielen Fachleuten äußerst umstritten. Jedes Jahr sollen alleine drei Millionen Menschen vorzeitig versterben, weil sie zu viel Salz zu sich nehmen, berichten Studienautor Christopher Murray von der University of Washington und seine Kollegen. Tägliche Salzmengen von etwa sechs Gramm oder etwas mehr werden von den Autoren bereits als problematisch angesehen. Allerdings scheint eine solche Menge Menschen ohne spezielle Vorerkrankungen keineswegs zu schaden. Es gibt sogar vermehrte Hinweise dafür, dass die empfohlenen geringen Mengen (etwa drei Gramm) ungesund für uns sein könnten.

Führt der Salzkonsum in China zu mehr Erkrankungen von Herz und Kreislauf?

Im Land der aufgehenden Sonne steigt der Konsum von Salz immer weiter an. Zusätzlich steigen auch die Fälle von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Da stellt sich natürlich die Frage: Ist diese Zunahme von Erkrankungen auf den Konsum von Salz zurückzuführen? Oder sind es andere Faktoren, wie beispielsweise ein Lebensstil ohne ausreichende Bewegung? Außerdem könnten auch die hohe Luftverschmutzung, täglich auftretender Stress und der Verzehr von vielen Fertigprodukten einen Einfluss auf die Lebenserwartung haben.

Einige Ungereimtheiten lassen sich nur schwer erklären

Es gibt bei Studien häufig Ergebnisse, die sich nicht einfach so erklären lassen. Im Fall der aktuellen Datenauswertung gibt es Ungereimtheiten in einigen Ländern, wenn es um die Ernährungsgewohnheiten ihrer Bevölkerung geht. Beispielsweise wird in Mexiko fast mehr Zucker konsumiert, als überall sonst auf der Welt. Trotzdem rangiert Mexiko beinahe unter den Top 10, wenn es um die Länder mit den wenigsten Toten durch eine ungesunde Ernährung geht. Gleichen etwa die dort typischen Maistortillas den ganzen ungesunden Zucker wieder aus? Diese Speise enthält meist nicht viel Vollkorn und dafür viele schnell verfügbare Kohlenhydrate. Auch dort häufig verwendetes Öl aus Mais enthält viele Omega-6-Säuren, die als ungesund gelten. Doch scheinen die Mexikaner trotz einer ungesunden Ernährung nur wenig Tote durch eine falsche Ernährung zu haben, was nicht gut zusammen passt. Selbst wenn es um das vermeintlich gesunde Obst geht, gibt es einige Ungereimtheiten. Studien ergaben zwar bereits zuvor, dass Obst und Gemüse tatsächlich gesund sind. Doch wird Obst alleine betrachtet, reduziert sich der vorteilhafte Effekt durch den Konsum bei manchen Studien teilweise vollständig.

Jeden Tag eine Handvoll Nüsse?

Anders verhält es sich mit Nüssen. Mediziner raten dazu, jeden Tag eine Handvoll Nüsse zu essen, weil dies äußerst positive Auswirkungen auf den Körper hat. Die vorteilhafte Wirkung ist nicht nur durch Beobachtungsstudien belegt. Inwiefern wir alle wirklich gesünder wären, wenn wir jeden Tag Nüsse essen, bleibt allerdings offen. Denn Nüsse sind zum Beispiel auch extrem anfällig für Schimmelpilze, welche ein Gift produzieren, das einen der wenigen Ernährungsfaktoren darstellt, beim denen negative Gesundheitseffekte eindeutig nachgewiesen wurden. (as)