Vermehrtes Amselsterben: Usutu-Virus-Infektionen in diesem Jahr besonders stark verbreitet

Vor allem der Norden des Landes betroffen: Usutu-Virus tritt 2018 verstärkt auf

Das Usutu-Virus, das seinen Ursprung in Afrika hat, ist in diesem Jahr in manchen Gegenden Deutschlands besonders stark verbreitet. Vor allem im Norden des Landes wird der Erreger vermehrt bei Vögeln festgestellt. Auch Menschen können sich mit dem Virus anstecken. Das Infektionsrisiko ist jedoch gering.


Erreger wird durch Stechmücken auf Vögel übertragen

Im Jahr 2011 wurde das tropische Usutu-Virus, das durch Stechmücken auf Vögel übertragen wird, erstmalig in Deutschland festgestellt. In den folgenden Jahren sorgte der Erreger immer wieder für regionales Vogelsterben. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) nun berichtet, ist der Erreger in diesem Jahr besonders verbreitet.

In diesem Jahr ist in einigen Regionen Deutschlands ein vermehrtes Amselsterben zu verzeichnen, das durch Infektionen mit dem Usutu-Virus (USUV) verursacht wurde. (Bild: Bernd Wolter/fotolia.com)

Vermehrtes Amselsterben

Laut den Experten ist in diesem Jahr in einigen Regionen Deutschlands ein vermehrtes Amselsterben zu verzeichnen, das durch Infektionen mit dem Usutu-Virus (USUV) verursacht wurde.

Den Angaben zufolge sind auch andere Vögel (vorrangig Bartkauze) an USUV-Infektionen verendet.

„Von der diesjährigen Epidemie sind derzeit hauptsächlich Hamburg und die Region zwischen der Hansestadt und Bremen sowie Nürnberg massiv betroffen“, schreibt das FLI.

Rund 300 Infektionen bei Vögeln nachgewiesen

Wie es in der Mitteilung heißt, wurden zusammen vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg (BNITM) und dem FLI bundesweit bisher rund 300 USUV-Fälle bei Vögeln nachgewiesen.

Außerdem wurde im Rahmen der Untersuchungen auf USUV Ende August erstmals eine Infektion mit dem West-Nil-Virus (WNV) bei einem Bartkauz in Volierenhaltung gefunden.

Dieses Virus hat in Europa in diesem Jahr bereits mehr als 70 Todesfälle bei Menschen verursacht.

Wie das FLI erklärt, sind USUV und WNV eng miteinander verwandt.

Der Bartkauz wurde zusammen mit einem zweiten gehalten, bei dem eine USUV-Infektion festgestellt worden ist.

„Ein Ende der USUV-Epidemie bei Vögeln ist derzeit noch nicht in Sicht. Besonders wenn mehrere tote Wildvögel an einer Stelle gefunden werden, sollten die örtlichen Veterinärbehörden oder der NABU informiert werden“, so das FLI.

Ansteckungsrisiko für Menschen ist sehr gering

Wie das FLI auf seiner Webseite erklärt, wurde das Usutu-Virus, das seinen Ursprung in Afrika hat, in Europa erstmals Anfang des Jahrtausends diagnostiziert

Im Jahr 2011 wurde der Erreger, der besonders im Spätsommer durch Stechmücken auf Vögel übertragen wird, erstmalig in Deutschland festgestellt.

Zwar kann das Virus prinzipiell auch auf den Menschen übertragen werden, das Ansteckungsrisiko ist aber sehr gering.

„Bisher sind nur sehr wenige Erkrankungsfälle bei Menschen bekannt“, berichtet das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf seiner Webseite.

„Besonders bei immungeschwächten Personen kann eine Infektion mit grippeähnlichen Symptomen und Hautausschlägen einhergehen“, so das Amt.

Wenn vermehrt tote Vögel gefunden werden, sollten diese nicht angefasst und das zuständige Veterinäramt kontaktiert werden.

„Grundsätzlich sollten in der Natur verendete Tiere nicht berührt werden, weil hier generell ein Ansteckungsrisiko bestehen kann“, schreibt das LGL. (ad)