Verseuchte Schoko-Adventskalender: Fast alle Kalender mit krebserregendem Mineralöl kontaminiert

Mineralölrückstände in Schokoladen-Adventskalendern

In wenigen Tagen ist es soweit und das erste Türchen des Adventskalenders darf geöffnet werden. Wer sich für Produkte entscheidet, die mit Schokolade gefüllt sind, sollte sich mit den Ergebnissen einer Untersuchung des Verbrauchermagazins „Öko-Test“ beschäftigen. Denn in dem Test zeigte sich, dass fast alle Schokoladen-Adventskalender mit Mineralölrückständen belastet sind.


Mineralölfunde in Nahrungsmitteln

Seit Jahren wird immer über Funde von Mineralöl in Lebensmitteln berichtet. So wurden in den vergangenen Jahren Mineralölreste unter anderem in vielen Müslis, in verschiedenen Thunfisch-Sorten und in Fleischersatz nachgewiesen. Häufig betroffen sind auch Süßigkeiten, wie etwa Ferreros Kinder-Riegel, Schoko-Osterhasen und zahlreiche Adventskalender. In letzteren wurden auch dieses Jahr wieder gefährliche Substanzen entdeckt.

Das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ hat 20 Schokoladen-Adventskalender im Labor auf gesättigte und aromatische Kohlenwasserstoffe untersuchen lassen. Es zeigte sich, dass fast alle Produkte mit Mineralöl belastet sind. (Bild: lagom/fotolia.com)

Gesättigte und aromatische Kohlenwasserstoffe in Schokolade

Obwohl von Experten schon seit Jahren auf die Gesundheitsgefahren durch Mineralölrückstände in Lebensmitteln hingewiesen wird, verbessert sich die Situation offenbar nicht:

In einer aktuellen Untersuchung des Verbrauchermagazins „Öko-Test“ zeigte sich, dass in fast allen getesteten Schokoladen-Adventskalendern Rückstände von Mineralöl enthalten waren.

Wie die Experten auf ihrer Webseite berichten, haben sie insgesamt 20 Adventskalender im Labor auf gesättigte und aromatische Kohlenwasserstoffe untersuchen lassen.

Diese können aus Verpackungen, Zutaten und Transportverunreinigungen stammen.

Da der Fokus ausschließlich auf Mineralöl gelegt wurde, haben die Tester kein Gesamturteil, sondern nur ein „Testergebnis Mineralöl“ vergeben.

Über ein Viertel der Produkte ist erheblich belastet

Wie „Öko-Test“ berichtet, reichen die Noten unter dem „Testergebnis Mineralöl“ von „sehr gut“ bis „mangelhaft“. Fast alle Kalender sind belastet.

Die Produkte, die als unbefriedigend deklariert wurden, sind laut einer Meldung des Verbraucher Service Bayern: Alnatura Adventskalender Puzzle, Plamil So Free MilkOrganic Chocolate Alternative von Plamill Foods, Dopuceur Mein Adventskalender 2018 von Penny, Dragons Vollmilch-Schokolade-Adventskalender von Bip, Nickelodeon Paw Patrol Adventskalender von Wawi sowie Windel Adventskalender von Windel.

Insgesamt können nur zwei Adventskalender mit „sehr gut“ und sechs mit „gut“ empfohlen werden.

Von den drei getesteten Bio-Produkten schneidet lediglich eins „gut“ ab.

Das Testergebnis im Detail kann auf der Webseite von „Öko-Test“ kostenpflichtig abgerufen werden.

In allen Kalendern stecken gesättigte Kohlenwasserstoffe

Wie die Experten berichten, stecken in allen Kalendern gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH/POSH).

„Sehr stark erhöhte“ Gehalte hat das Labor in vier Produkten gefunden, darunter welche von Penny, Windel und Alnatura. Die nachgewiesenen Gehalte in acht weiteren Adventskalendern wurden als „stark erhöht“ bewertet.

Gesundheitsexperten zufolge reichern sich gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe im Fettgewebe und in Organen, etwa der Leber, an.

In Tierversuchen haben MOSH Schäden an Leber und Lymphknoten verursacht.

POSH hingegen sind noch wenig erforscht. „Öko-Test“ bewertet sie wie MOSH, weil sie sich im Labor nicht abtrennen lassen und möglicherweise ähnlich wirken.

Gesetzliche Grenzwerte gibt es hierzulande bislang nicht.

Krebserregende Verbindungen

Laut den Experten hat das beauftragte Labor in den Produkten Dragons Vollmilch-Schokoladen-Adventskalender, Nickelodeon Paw Patrol Adventskalender und Windel Adventskalender zusätzlich auch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen.

Unter MOAH können auch Verbindungen sein, die in geringsten Mengen Krebs erregen können.

Dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge „sollte kein nachweisbarer Übergang von MOAH auf Lebensmittel stattfinden.“

Es gibt jedoch weder auf europäischer noch auf nationaler Ebene Grenzwerte für diese Verunreinigungen. (ad)