Warum haben Frauen im Alter eine schlechtere Gesundheit als Männer?

Welche Auswirkungen haben die Gene auf die spätere Gesundheit?

Warum haben Frauen im gehobenen Alter häufig eine schlechtere Gesundheit, verglichen mit Männern in einem ähnlichen Alter. Forschende fanden jetzt heraus, dass die Gene einen erheblichen Anteil an den vermehrten gesundheitlichen Problemen bei Frauen im Alter haben.


Die Wissenschaftler der University of Exeter stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass die Gene dafür verantwortlich, dass Frauen im Alter häufig eine schlechtere Gesundheit aufweisen als Männern gleichen Alters. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Frauen haben im späteren Alter häufig eine schlechtere Gesundheit als gleichaltrige Männer. (Bild: Peggy Blume/fotolia.com)

Männer sterben früher

Im gehobenen Alter leiden Frauen häufiger unter Erkrankungen und einer schlechteren Gesundheit. Die Mediziner suchten jetzt nach möglichen Ursachen für diese vermehrten gesundheitlichen Beeinträchtigungen, dennn es stellt sich bereits lange die Frage, warum ältere Frauen meist weniger gesund sind als ältere Männer, obwohl Männer insgesamt eine geringere Lebenserwartung haben und frühzeitiger versterben als Frauen.

Nicht alle Gene sind gleich gut für Frauen und Männer

Laut den Wissenschaftlern der University of Exeter liegt die Antwort auf die Frage, warum Frauen im Alter eine schlechtere Gesundheit haben als Männer, in den Genen von Frauen und Männern. Einige Gene nutzen dem einen Geschlecht, schaden aber dem anderen Geschlecht, sagen die Experten. Die Forscher verwendeten mathematische Modelle und experimentelle Daten von Fliegen, um so zu zeigen, dass sich solche Gene leicht ausbreiten können, wenn sie nach einem weiblichen Reproduktionsstopp wirksam werden. Geteilte Gene verbinden die Geschlechter in einem evolutionären Tauziehen, erklärt Studienautor Professor David Hosken von der University of Exeter. Frauen und Männer entwickeln sich in verschiedene Richtungen, aber das gemeinsame Genom bedeute, dass jedes Geschlecht das andere daran hindert, sein Optimum zu erreichen, sagen die Experten. Grundsätzlich wirken sich bestimmte Gene sozusagen positiv in einem Mann aus, während die gleichen Gene schlechte Auswirkungen auf eine Frau haben und umgekehrt.

Die Fortpflanzung hat großen Einfluss auf die Ansammlung von Genen

Wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, vermehren sie sich nicht mehr und können deswegen ihre Gene auch nicht mehr weitergeben. Dies bedeutet, dass die sogenannte Selektion bei Frauen stark geschwächt ist, erklären die Mediziner. Ab diesem Zeitpunkt seien vermehrt Gene gefragt, die den Männern nutzen, was die Gesundheit von Frauen beeinträchtige. Es ist allerdings wichtig zu erwähnen, dass Überleben und Gesundheit nicht dasselbe sind, sagt Professor Hosken. Die Dominaz der Gene mit Nutzen für Männer ab einem bestimmten Alter hänge damit zusammen, dass Männer sich auch nach dem Alter der weiblichen Wechseljahre noch fortpflanzen können, fügt der Experte hinzu. Die experimentellen Daten der Fliegen der Gattung Drosophila aus der aktuellen Untersuchung stützten die Befunde der mathematischen Modelle am Menschen, da die Gene, welche im gehobenen Alter der männlichen Lebewesen besser für diese waren, für Frauen tendenziell schlechter waren, erläutern die Wissenschaftler. (as)