Wechseljahre: Deutlich weniger Frauen nehmen Hormonpräparate

Alfred Domke

Weniger Frauen nehmen Hormonpräparate gegen Wechseljahresbeschwerden

Bei jeder Frau machen sich die Wechseljahre anders bemerkbar. Während die eine überhaupt keine Symptome verspürt, erleidet die andere heftige Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Früher wurden sehr oft Hormonpräparate dagegen eingesetzt. Doch inzwischen nehmen deutlich weniger Frauen solche Mittel.


Wechseljahresbeschwerden mindern die Lebensqualität

Die Liste der Wechseljahresbeschwerden ist lang: Hitzewallungen und Herzrasen, Schlafstörungen, Depressive Verstimmungen, Trockenheit und Infektionen der Scheide und Harnwegsbeschwerden sind nur einige davon. Sie alle haben starken Einfluss auf die Lebensqualität. Früher wurden dagegen oft Hormone eingesetzt. Doch dann mehrten sich die Hinweise darauf, dass diese Therapie mit gesundheitlichen Risiken einhergehen kann. Daher ist es erfreulich, dass nun bekannt wurde, dass inzwischen weniger Frauen Hormonersatzpräparate einnehmen.

Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen können die Lebensqualität enorm beeinträchtigen. Dennoch nehmen immer weniger Frauen Hormonpräparate gegen solche Beschwerden ein. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

Weniger Frauen nehmen Hormonpräparate

Wie aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervorgeht, sinkt der Anteil der Frauen, die Hormonpräparate gegen Beschwerden in den Wechseljahren einnehmen, kontinuierlich.

Laut einer Mitteilung der TK hat im Jahr 2017 nur noch etwa jede 15. erwerbstätige Frau zwischen 45 und 65 Jahren ein Hormonpräparat von ihrem Arzt verordnet bekommen (6,6 Prozent).

Den Angaben zufolge markiert die Zahl einen neuen Tiefstand.

Im Jahr 2000 hatte noch rund jede dritte Frau (37 Prozent) Hormonersatzpräparate genommen, um gegen die Begleiterscheinungen der Wechseljahre anzukämpfen sowie zur Vorsorge gegen Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

2010 wurde noch knapp jeder zehnten Frau ein solches Medikament verschrieben (9,6 Prozent).

Rückgang ist auf wissenschaftliche Studien zurückzuführen

Wie es in der Mitteilung der Krankenkasse heißt, ist der deutliche Rückgang auf wissenschaftliche Studien zurückzuführen.

Demnach können bestimmte Hormonpräparate zum Beispiel das Risiko für Brustkrebs, Schlaganfall, Herzinfarkt, Thrombose und auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Außerdem berichteten Forscher aus den USA im vergangenen Jahr, dass Hormonersatztherapien in den Wechseljahren einen Hörverlust verursachen können.

Und schon früher zeigte sich in einer Studie dass diese Behandlung Eierstockkrebs begünstigt.

Über Alternativen informieren

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Rückgang der Verordnungen für Hormonpräparate in den vergangenen Jahren zwar geringer ausfällt, sich aber dennoch kontinuierlich fortsetzt“, so Wiebke Arps, bei der TK verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung.

„Wir empfehlen betroffenen Frauen, die Risiken einer Hormontherapie gemeinsam mit ihrem Arzt gründlich abzuwägen und sich über Alternativen zu informieren.“

Zudem weisen Gesundheitsexperten drauf hin, dass Wechseljahresbeschwerden bei fast allen betroffenen Frauen mit der Zeit nachlassen und schließlich von alleine zurück gehen. (ad)