Wegen solcher Fehler verlieren Sonnencremes oft ihre Schutzwirkung

Die falsche Anwendung von Sonnencremes hat gefährliche Folgen

Sonnenschutzmittel sollen gerade im Sommer die Haut vor den schädlichen Auswirkungen der Sonneneinstrahlung schützen. Forscher haben aber jetzt herausgefunden, dass die meisten Menschen wohl von weniger als der Hälfte des erwarteten Schutzes vor schädigenden ultravioletten Strahlen profitieren. Schuld daran ist eine falsche Anwendung.


Die Wissenschaftler des King’s College London stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass die typische Art und Weise, wie die meisten Menschen Sonnenschutzmittel anwenden, dazu führt, dass unsere Haut nicht wirklich effektiv vor ultravioletten Strahlen geschützt wird. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Acta Dermato-Venereologica“.

Angemessener Sonnenschutz lässt sich durch das Auftragen der richtigen Dicke von Sonnencreme und den richtigen Lichtschutzfaktor erreichen. (Bild: Markomarcello/fotolia.com)

In welcher Dicke müssen Sonnenschutzmittel aufgetragen werden?

Die meisten Menschen wenden Sonnenschutzmittel falsch an. Dies führt dazu, dass die Schutzwirkung nur 40 Prozent des Schutzes erreicht, der aufgrund des Lichtschutzfaktors zu erwarten wäre. Die aktuelle Studie fand heraus, dass der Schutz der Haut vor den schädlichen UV-induzierten DNA-Schäden, welche Krebserkrankungen zugrunde liegen, nur signifikant war, wenn das Sonnenschutzmittel in einer Dicke zwischen 1,3 und 2,0 Milligramm pro Quadratzentimeter aufgetragen wurde. Die meisten Menschen tragen aber nur eine Schicht von 0,75 Milligramm auf, erklären die Wissenschaftler.

Höherer Lichtschutzfaktor kann zu dünnes Auftragen ausgleichen

Die meisten Hautkrebsarten werden durch DNA-Schäden infolge der UV-Strahlung vom Sonnenlicht verursacht. Menschen können ihren Sonnenschutz erhöhen, indem sie Sonnencreme mit einem höheren Lichtschutzfaktor verwenden. So könnte ein zu dünnes Auftragen der Creme ausgeglichen werden, erläutern die Experten. Angesichts der Tatsache, dass die meisten Menschen Sonnenschutzmittel nicht so einsetzen, wie es von den Herstellern angegeben wird, sollten Menschen einfach einen viel höheren Lichtschutzfaktor verwenden, als sie eigentlich für notwendig halten, wird Studienautor Professor Antony Young vom King’s College London von der englischsprachigen Zeitung „The Guardian“ zitiert.

In der Regel wird zu wenig Sonnencreme aufgetragen

Die angegebenen Lichtschutzfaktoren basieren auf der Annahme, dass Sonnenschutzmittel in einer Dicke von zwei Milligramm pro Quadratzentimeter aufgetragen wird. Dies entspräche der Empfehlung des Herstellers. Aber der durchschnittliche Nutzer verwendet in der Regel viel weniger Sonnenschutzmittel.

Aus Lichtschutzfaktor 20 kann schnell Lichtschutzfaktor vier werden

Wenn Menschen beispielsweise Sonnenschutzfaktor 20 verwenden und die Creme mit einer Stärke von nur 0,75 Milligramm pro Quadratzentimeter auftragen, liegt ihr tatsächliches Schutzniveau bei etwa Sonnenschutzfaktor vier, erklären die Autoren der Studie. Um zu untersuchen, welche Schutzwirkung die Sonnencremes bei einer normalen und einer unzureichenden Nutzung hatten, maßen die Forscher die Menge der DNA-Schäden in der Haut von 16 freiwilligen Probanden.

Wie wurde die Untersuchung durchgeführt?

Die Studienteilnehmenden wurden in zwei Achtergruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt nur eine einzige Dosis UV-Strahlung, um die normale Sonneneinstrahlung nachzuahmen. Die zweite Gruppe erhielt über einen Zeitraum von fünf Tagen mehrere Dosen von UV-Strahlung, um eine kontinuierliche Urlaubsexposition nachzuahmen. Die Wissenschaftler variierten während des Experiments die Menge der UV-Strahlung, um die Bedingungen in klassischen Ferienzielen wie beispielsweise Teneriffa zu reproduzieren.

Verwendetes Sonnenschutzmittel entsprach EU-Vorschriften

Freiwillige erhielten ihre UV-Strahlendosis innerhalb von 15 Minuten nach der Anwendung ihrer Sonnencreme und die Hautbiopsien wurden unmittelbar nach der UV-Bestrahlung entnommen, erklären die Mediziner. Das bei der Studie verwendete Sonnenschutzmittel entsprach den EU-Vorschriften.

Effektiver Schutz durch richtiges Auftragen

Die durchgeführten Hautbiopsien ergaben, dass die Teilnehmenden aus der Urlaubsgruppe, welche die Sonnenschutzmittel in der höheren, vom Hersteller empfohlenen Dicke auftrugen, auch nach einer hohen UV-Dosis über mehrere Tage einen signifikanten Schutz vor Schäden hatten, verglichen mit Probanden, welche nur eine dünne Schicht von Sonnenschutzmittel aufgetragen hatten. Es ist unbestritten, dass Sonnenschutzmittel einen wichtigen Schutz gegen die krebserregenden Auswirkungen der UV-Strahlen der Sonne bieten, sagt Young. Die Studie zeigt jedoch, dass die Art und Weise, wie die Sonnencreme aufgetragen wird, eine wichtige Rolle bei der Bestimmung ihrer Wirksamkeit spielt, fügt der Experte hinzu. (as)