Krebs: Welche Ernährungsweise kann davor schützen?

Ein Korb voller Obst und Gemüse

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Prävention: Ausgewogene Ernährung gegen Krebs

Nach Ansicht von Wissenschaftlern wären etwa 40 Prozent aller Krebsfälle, die jährlich neu diagnostiziert werden, durch eine gesündere Lebensweise vermeidbar. Den Experten zufolge senken eine ausgewogene Ernährung, Normalgewicht sowie ein möglichst geringer Konsum alkoholischer Getränke das Risiko, an Krebs zu erkranken.


Jedes Jahr erkranken rund eine halbe Million Menschen in Deutschland an Krebs. Gesundheitsexperten zufolge könnte ein großer Teil der Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden. Die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) informieren die Bevölkerung im Rahmen der 1. Nationalen Krebspräventionswoche über Risikofaktoren, die jeder selbst beeinflussen kann.

Ein Korb voller Obst und Gemüse
Experten zufolge wäre ein großer Teil aller Krebsneuerkrankungen durch einen gesünderen Lebensstil vermeidbar. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Ernährung. Empfohlen wird unter anderem, auf pflanzliche Kost mit viel Gemüse und Obst zu setzen. (Bild: monticellllo/fotolia.com)

Hunderttausenden könnte die Krebsdiagnose erspart werden

Wie die Deutsche Krebshilfe und das DKFZ in einer Mitteilung schreiben, erkranken derzeit allein in Deutschland etwa 500.000 Menschen jedes Jahr neu an Krebs. Krebs entsteht immer dann, wenn sich im Laufe des Lebens zufällige Fehler im Erbgut einer Zelle anhäufen und diese Zelle vom Körper nicht vernichtet wird, sondern beginnt, sich unkontrolliert zu vermehren.

Bei rund 40 Prozent aller Neuerkrankungen wird dieser Vorgang durch beeinflussbare Faktoren mit verursacht. Das zeigte auch eine Studie britischer Wissenschaftler, die zu dem Ergebnis kam, dass etwa vier von zehn Krebsfällen durch einen gesünderen Lebensstil verhindert werden hätten können. Zu den beeinflussbaren Faktoren gehören unter anderem eine ungesunde Ernährung, Übergewicht, regelmäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Tabakkonsum.

Und auch wenn ein gesundheitsbewusster Lebensstil und das Meiden von Krebsrisikofaktoren keine Garantie darstellen, so könnte prinzipiell jedoch bis zu 200.000 Menschen in Deutschland jedes Jahr die Diagnose Krebs erspart bleiben. „Prävention ist machbar, Herr Nachbar! Aktiv gegen Krebs“ lautet daher das Motto der 1. Nationalen Krebspräventionswoche vom 10. bis 13. September 2019, die vom DKFZ und der Deutschen Krebshilfe initiiert wurde. Die beiden Organisationen bieten dazu unter anderem auch ein kostenloses Präventionsfaltblatt mit 10 Tipps für ein gesundes Leben an.

10 Tipps für ein gesundes Leben

Die zehn Tipps für ein gesundes Leben lauten:

Viel bewegen
Bewegen Sie sich täglich mindestens 30 Minuten. Auch kleine Veränderungen im Alltag sind gut: Fahren Sie öfter mal Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß; nehmen Sie die Treppe anstelle des Fahrstuhls. Unterbrechen Sie sitzende Tätigkeiten durch kleine Gänge.

Auf das Körpergewicht achten
Wenn Sie übergewichtig sind, reduzieren Sie Ihr Gewicht – und nehmen Sie nicht weiter zu.

Gesund ernähren
Essen Sie häufig Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst. Meiden Sie kalorienreiche Lebensmittel, die viel Zucker und Fett enthalten. Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten frisch zu, möglichst aus regional-saisonalen Zutaten. Halten Sie den Anteil an rotem Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) gering und meiden Sie verarbeitete Fleischwaren.

Wenig Alkohol
Trinken Sie grundsätzlich nur wenig Alkohol – und nicht täglich. Wählen Sie öfter alkoholfreie Getränke. Der völlige Verzicht auf Alkohol ist noch besser zur Verringerung Ihres Krebsrisikos.

Rauchfrei
Rauchen Sie nicht und verzichten Sie auf jeglichen Tabakkonsum. Sorgen Sie für ein rauchfreies Zuhause und unterstützen Sie Rauchfreiheit am Arbeitsplatz.

UV-Schutz
Wenn Sie in die Sonne gehen, achten Sie auf ausreichenden Schutz durch Schatten, Kleidung und Sonnencreme. Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz und eine Kopfbedeckung. Meiden Sie, insbesondere im Sommer, die Mittagssonne und schützen Sie Ihre Kinder. Gehen Sie nicht ins Solarium.

Krebserregende Stoffe meiden
Tabakrauch ist ein „Innenraumgift“. Erklären Sie daher neben der Wohnung auch das Auto zur rauchfreien Zone – insbesondere dann, wenn Kinder mitfahren. Wenn Sie an Ihrem Arbeitsplatz in Kontakt mit krebserregenden Stoffen kommen, befolgen Sie unbedingt die geltenden Sicherheitsvorschriften wie beispielsweise das Tragen von Schutzausrüstung.

Stillen – Hormontherapie vermeiden
Stillen kann das Brustkrebsrisiko bei Müttern senken. Falls möglich, stillen Sie daher Ihr Kind. Eine Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden kann bei längerer Anwendung möglicherweise das Brustkrebsrisiko erhöhen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

Impfungen für Kinder
Durch die Hepatitis-B-Impfung für Neugeborene kann das Risiko für Leberkrebs gesenkt werden. Die Impfung gegen humane Papillomviren für Mädchen und Jungen senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs, aber zum Beispiel auch für Penis-, Rachen und Analkrebs.

Information zur Früherkennung
Die gesetzliche Krebsfrüherkennung hat das Ziel, Krebserkrankungen in möglichst frühen Stadien aufzuspüren. Diese lassen sich dann meist schonender und erfolgreicher behandeln als in späten Stadien. Informieren Sie sich über die Untersuchungen und entscheiden Sie, ob Sie teilnehmen wollen.

Ausgewogene Kost

Des Weiteren weisen das DKFZ und die Deutsche Krebshilfe auf den Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung hin. Dieser empfiehlt eine ausgewogene Kost, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln und arm an hochverarbeiteten, kalorienreichen Fertigprodukten ist.

  • Essen Sie häufig Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst.
  • Verzehren Sie selten kalorienreiche Nahrungsmittel mit hohem Fett- und Zuckergehalt.
  • Meiden Sie zuckerhaltige Getränke.
  • Meiden Sie industriell verarbeitetes Fleisch.
  • Essen Sie wenig rotes Fleisch und salzreiche Lebensmittel.
  • Trinken Sie wenig und nicht täglich Alkohol.
  • Legen Sie Wert auf ein gesundes Körpergewicht.

Experten beantworten Fragen zum Thema Krebs

Welche Lebensmittel können das Entstehen von Krebs fördern oder hemmen? Erkranken Vegetarier seltener an Tumoren? Was ist von Nahrungsergänzungsmitteln, Süßstoffen & Co. Zu halten? Bier, Wein, Schnaps – welche Mengen erhöhen das Krebsrisiko? Diese und weitere Fragen zum Thema Krebs beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes KID und des INFONETZ KREBS. Der KID ist telefonisch unter der Telefonnummer 0800 – 420 30 40 täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar sowie unter krebs-informationsdienst@dkfz.de. Das INFONETZ KREBS steht montags bis freitags telefonisch von 8 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer 0800 – 80 70 88 77 zur Verfügung und kann unter krebshilfe@infonetz-krebs.de kontaktiert werden. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • Deutsches Krebsforschungszentrum: Aktiv gegen Krebs: Welche Ernährung kann schützen?, (Abruf: 11.09.2019), Deutsches Krebsforschungszentrum
  • Deutsche Krebshilfe: Nationale Krebspräventionswoche, 10 Tipps für ein gesundes Leben, (Abruf: 11.09.2019), Deutsche Krebshilfe

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.