Weniger Sitzen und mehr Bewegung schützt Sie vor einen vorzeitigen Tod

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Wie wirkt sich Sitzen auf unser Risiko eines vorzeitigen Todes aus?

Arbeiten Sie überwiegend im Sitzen oder verbringen Sie vielleicht einen großen Teil Ihrer Freizeit auf dem Sofa? Wenn dies auf Sie zutrifft, dann sollten Sie öfter mal aufstehen und sich bewegen, selbst wenn es nur ein kurzer Spaziergang im Büro ist. Mediziner fanden jetzt heraus, dass die Zeit, die Menschen im Sitzen verbringen, möglichst durch Zeit in Bewegung unterbrochen oder ersetzt werden sollte, um sich so vor einem vorzeitigen Tod zu schützen.


Die Wissenschaftler der Columbia University stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass das Ersetzen von Zeit im Sitzen durch mehr Bewegung Menschen vor dem Risiko eines vorzeitigen Todes schützen kann. Die Forschenden veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „American Journal of Epidemiology“.

Die meisten Menschen verbringen viel Zeit am Tag sitzend. Zu langes Sitzen hat negative Auswirkungen auf das Risiko eines vorzeitigen Todes. (Bild: Jacek Chabraszewski/fotolia.com)

Ausreichende Bewegung am Tag ist wichtig für die Gesundheit

Selbst kurze Zeiten, in denen sich Menschen bewegen, bringen gesundheitliche Vorteile, erläutern die Experten. Schon ein kurzer Spaziergang ist von Vorteil, sagt Studienautor Dr. Keith Diaz von der Columbia University. Zeiträume der Bewegung können selbst nur eine Minute andauern, es geht eher darum, dass Sie im Laufe des gesamten Tages genug Bewegung oder Aktivität erhalten, fügt der Mediziner hinzu. Sie können beispielsweise bei der Arbeit zu Fuß zu einem Kollegen gehen, um ihm eventuelle Fragen zu stellen, statt ihn über Telefon zu kontaktieren. So reduzieren Sie die Zeit des Sitzens und steigern Ihre Aktivität.

Daten von knapp 8.000 Menschen wurden für die Studie ausgewertet

Bei ihrer Studie analysierten die Wissenschaftler die Daten von fast 8.000 Erwachsenen in den USA im Alter von 45 Jahren oder älter. Diese hatten an einer Studie zum Schlaganfallrisiko teilgenommen. Jeder der Teilnehmenden trug für einen Zeitraum zwischen vier und sieben Tagen einen sogenannten Aktivitäts-Tracker. Insgesamt verbrachten die Teilnehmer während ihrer wachen Zeit am Tag durchschnittlich 694 Minuten oder 11,5 Stunden im Sitzen.

Schon 30 Minuten mehr Bewegung am Tag hatten große Auswirkungen

Nach Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Rasse, Rauchen und einer Vielzahl potenzieller Gesundheitsprobleme stellte das Team fest, dass das Ersetzen von Sitzen durch Bewegung das Todesrisiko verringert. Wenn Menschen 30 Minuten ihrer Zeit im Sitzen im Verlauf des Tages durch 30 Minuten Aktivität mit niedriger Intensität ersetzen, verringert dies das Risiko eines vorzeitigen Todes um etwa 17 Prozent. Wenn das Sitzen durch 30-minütige Aktivitäten, wie Laufen oder Radfahren, ersetzt wurde, verringerte sich das Risiko eines vorzeitigen Todes sogar um 35 Prozent. Diese Vorteile konnten allerdings nur bei Probanden festgestellt werden, welche zu Beginn nicht besonders aktiv waren.

Gab es Einschränkungen bei der Untersuchung?

Zu den Einschränkungen der neuesten Studie zählt, dass nicht untersucht wurde, ob die Ergebnisse auch bei jüngeren Menschen zutreffen, dass Bewegungsdaten nur für einen kurzen Zeitraum erfasst wurden, Gesundheitsdaten nur zu einem bestimmten Zeitpunkt erhoben wurden und die Teilnehmenden nur über einen kurzen Zeitraum medizinisch überwacht wurden. Trotzdem gilt: Sitzen ist schädlich und erhöht Ihr Risiko eines vorzeitigen Todes, egal ob Sie immer wieder kurz sitzen oder lange Zeit im Sitzen verbringen, erklärt Dr. Diaz. (as)