Wissenschaftlich bestätigt: Rote Erdbeeren helfen gegen Darmentzündungen

Alfred Domke

Studie zeigt: Erdbeeren könnten gegen Darmentzündungen helfen

Bauchschmerzen, Krämpfe, blutiger Durchfall: Millionen Menschen machen chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn zu schaffen. Forscher haben nun herausgefunden, dass eine beliebte Frucht Betroffenen helfen könnte. Demnach kann eine tägliche Portion Erdbeeren die Symptome von solchen Krankheiten lindern.


Gesunde Früchte

Erdbeeren stecken voller gesunder Inhaltsstoffe. Bereits mit 120 Gramm der Früchte kann der tägliche Vitamin C-Bedarf eines Erwachsenen gedeckt werden. Darüber hinaus beinhaltet das kalorienarme Obst viel Folsäure und zahlreiche Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium, die das Herz stärken. In den Früchten steckt aber offenbar noch viel mehr gesundheitliches Potential. So fanden Wissenschaftler aus Italien Hinweise darauf, dass ein Extrakt aus Erdbeeren vor Brustkrebs-Tumoren schützen könnte. Und Forscher aus den USA stellten nun fest, dass die beliebten Beeren auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen helfen können.

Erdbeeren stecken nicht nur voller wertvoller Vitamine und Mineralstoffe, sondern können laut einer neuen Studie auch die Beschwerden bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen mindern. (Bild: Tim UR/fotolia.com)

Eine Portion Erdbeeren pro Tag

Bei chronisch entzündlichen Darmkrankheiten (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa kommt es häufig zu Beschwerden wie starkem Durchfall, Bauchschmerzen und chronischer Müdigkeit.

Zudem erhöhen solche Krankheiten das Risiko für Darmkrebs.

Manchen Betroffenen können Medikamente helfen, einige müssen aber auch operiert werden. Nun berichten Forscher aber, dass sich die Beschwerden der Patienten oft schon durch eine einfache Ernährungsumstellung lindern lassen.

Wie die Wissenschaftler aus den USA auf dem Treffen der „American Chemical Society“ (ACS) in Boston erklärten, kann eine tägliche Portion Erdbeeren (weniger als eine Tasse voll) helfen, den Arzt fernzuhalten.

Ungesunder Lebensstil fördert Darmerkrankungen

„Der sitzende Lebensstil und die Ernährungsgewohnheiten vieler Menschen in diesem Land – Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt, viele tierische Fette, aber ballaststoffarme Kost – können Darmentzündungen fördern und das Risiko von CED erhöhen“, zitiert das Fachmagazin „EurekAlert!“ den Studienleiter Hang Xiao von der University of Massachusetts Amherst.

Andererseits ist bekannt, dass der Verzehr von viel Obst und Gemüse mit einem geringeren CED-Risiko verbunden ist.

Um einen effektiven und praktischen Ansatz zur Verringerung der Darmentzündungen bei CED-Patienten und der Allgemeinbevölkerung zu etablieren, konzentrierten sich die US-Forscher aufgrund des breiten Konsums auf Erdbeeren.

Schon in vergangenen Studie wurde die Wirkung des beliebten Obstes untersucht. Doch der Großteil früherer Untersuchungen konzentrierte sich auf die Auswirkungen gereinigter Verbindungen und Extrakte aus Erdbeeren.

„Aber wenn Sie nur die gereinigten Verbindungen und Extrakte testen, verpassen Sie viele andere wichtige Komponenten in den Beeren, wie Ballaststoffe, sowie phenolische Verbindungen, die an die Fasern gebunden sind und die nicht mit Lösungsmitteln extrahiert werden können“, so Hang Xiao.

Zudem sei es laut dem Wissenschaftler auch sinnvoll, die Auswirkungen ganzer Beeren zu untersuchen, da die Menschen meistens die ganzen Früchte und nicht ihre Extrakte konsumieren.

Symptome signifikant reduziert

Die US-Forscher testeten die Wirkung von Erdbeeren nun an Mäusen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Für ihr Experiment nutzten die Wissenschaftler sowohl erkrankte Tiere als auch gesunde Mäuse, die als Kontrollgruppe dienten.

Die kranken Nager erhielten entweder eine normale Diät oder Futter, das mit einem Pulver aus gefriergetrockneten ganzen Erdbeeren angereichert war.

Laut den Studienautoren zeigte sich dabei, dass der Verzehr einer Dosis, die bei Menschen nur drei Vierteln einer Tasse Erdbeeren pro Tag entspricht, die Symptome wie Körpergewichtsverlust und blutigen Durchfall signifikant reduzierte.

Darüber hinaus verminderten sich unter der Erdbeer-Therapie Entzündungsreaktionen im Darmgewebe der Tiere.

Ernährungsumstellung mit dem Arzt besprechen

Doch damit nicht genug: Wie die Wissenschaftler berichteten, nimmt die Anzahl der schädlichen Bakterien im Dickdarm bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen normalerweise zu und die der nützlichen Bakterien ab.

Im Rahmen der Ernährungsumstellung der Mäuse zeigte sich jedoch ein Umkehreffekt. Sowohl die Darmflora als auch der Stoffwechsel der Tiere haben sich normalisiert.

Als nächstes will das Team versuchen, ihre Ergebnisse bei menschlichen Patienten zu validieren.

Doch: „Während drei Viertel einer Tasse Erdbeeren pro Tag für diejenigen, die ihre Darmgesundheit verbessern möchten, vorteilhaft seien, rät Xiao Patienten, ihre Ärzte zu konsultieren, bevor sie ihre Ernährung ändern“, heißt es im Fachjournal „EurekAlert!“.

Zudem empfiehlt er, „diese Art von Ernährungsintervention zu vermeiden, wenn man allergisch auf die Frucht reagiert.“ (ad)