Grießkörner (Milien) – Ursachen und Behandlung

Als Grießkörner werden kleine Zysten unter der Hautoberfläche bezeichnet, die sich an den Talgdrüsenausgängen bilden und von außen gut sichtbar sind. Sie treten vor allem um die Augen und im Gesicht auf. Sie können leicht mit Mitessern verwechselt werden, obwohl sie sich geweblich deutlich von ihnen unterscheiden. Zysten bilden Hohlräume im Gewebe, die mit verschiedenen Stoffen gefüllt sein können. Sie sind von einer dünnen Haut aus Gewebe, der obersten Schicht von Haut und Schleimhautgewebe, umhüllt.

Der aus dem Lateinischen stammende Fachausdruck für die Grießkörner lautet Milien (Einzahl Milium) und bedeutet wörtlich übersetzt Hirsekörner. Diese Bezeichnung entspricht ihrer Erscheinungsform, bezogen auf die Farbe, die Form, die Konsistenz und die Größe. Die Bezeichnung Grießkörner geht wahrscheinlich auf das unregelmäßige Verteilungsmuster im Hautgewebe zurück. Sie treten einzeln oder in Gruppen auf und folgen bei der Verteilung keinem festgelegten Muster.

Die Milienzysten sind mit Hornsubstanz aus Keratin, einem hornhautbildenden Faserprotein, gefüllt und bilden kleine Knötchen. Das Material verleiht ihnen eine feste Konsistenz, die im Laufe der Zeit immer härter wird. Sie sehen weiß bis gelblich aus. Je näher sie an der Hautoberfläche liegen, desto heller erscheinen sie. Ihre Größe kann variieren, der Durchmesser beträgt etwa ein bis zwei Millimeter. Milien haben keinen Krankheitswert, stellen aber wegen ihrer guten Sichtbarkeit ein kosmetisches Problem dar.


Verteilungsmuster

Milien treten häufig im Gesicht auf. Oft sind die Wangen und die Schläfen sowie die Region um die Augen betroffen. Auch die Augenlider können befallen sein. Andere Körperbereiche, an denen sie vorkommen, sind der Genitalbereich und das Dekolleté. Grundsätzlich können Milien in allen Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern vorkommen. Weitaus am häufigsten betroffen sind aber junge Frauen und Frauen in den Wechseljahren. Grießkörner können auch bei Neugeborenen auftreten.

Grießkörner (Milien) treten meist im Gesicht auf und stellen daher ein kosmetisches Problem da. (Bild: vchalup/fotolia.com)

Arten von Grießkörnern und Ursachen

Medizinisch werden primäre von sekundären Milien unterschieden. Die primären Grießkörner entstehen ohne erkennbare Ursache und zeigen das typische Befallsmuster. Optisch stechen die betroffenen Regionen im Gesicht und um die Augen hervor. Aufgrund der Tatsache, dass junge Frauen und Frauen in den Wechseljahren häufig betroffen sind, vermuten die Wissenschaftler einen Zusammenhang zum weiblichen Hormonhaushalt.

Auch das Auftreten von Milien bei Neugeborenen interpretieren die Wissenschaftler in die gleiche Richtung. Sie vermuten, dass weibliche Hormone, die von der Mutter auf den Embryo übertragen werden, für das Auftreten nach der Geburt verantwortlich sind. Diese Vermutung wird auch dadurch unterstützt, dass Jungen häufiger als Mädchen betroffen sind. Bisher konnten aber keine Beweise für die Hormonthese gefunden werden. Auch eine Mitbeteiligung genetischer Faktoren wird von den Medizinern vermutet, da das vermehrte Auftreten in manchen Familien beobachtet werden konnte. Primäre Milien entstehen, wie oben beschrieben, an den Ausgängen der Talgdrüsen und heilen in der Regel nicht von alleine ab. Eine Ausnahme bilden die Grießkörner bei Neugeborenen, die meistens innerhalb weniger Wochen vollständig degenerieren.

Die sekundäre Form der Grießkörner wird durch Hautverletzungen hervorgerufen. Das können kleine Schnitte, Hautschürfungen, Sonnenbrand oder lokale Entzündungen sein. Die Milien entwickeln sich genau an der Stelle der Blessur. In seltenen Fällen können sie auch eine Folge von Gürtelrose sein. Typischerweise entstehen sie erst nach der Abheilung der Erkrankung. Sekundäre Grießkörner bilden sich in der Regel nach dem Verschwinden der auslösenden Ursache innerhalb weniger Wochen komplett zurück.

Symptome

Die weißlich-gelblichen Grießkörner fühlen sich, wie beschrieben, sehr fest an. Das ist ein Unterscheidungsmerkmal zu Mitessern, die weicher und verformbar sind, was wiederum mit der unterschiedlichen Füllung zusammenhängt. Während die Aushöhlungen der Grießkörner mit widerstandsfähigem Hornmaterial gefüllt sind, bestehen Mitesser im Inneren aus einer fetthaltigen Substanz. Durch eingelagertes Melanin können sie sich mit der Zeit dunkel verfärben. Mitesser verursachen immer auch eine umschriebene lokale Entzündung, die sich als Rötung im Randbereich bemerkbar macht. Diese fehlt bei den Milien vollkommen, weil sie kein krankmachendes Potenzial besitzen.

Mitessern verursachen im Gegensatz zu Grießkörnern einen entzündlich bedingten roten Rand. (Bild: lavizzara/fotolia.com)

Was tun gegen Grießkörner?

Milien haben kein Krankheitspotenzial. Sie tun nicht weh und ziehen keine Entzündungsprozesse nach sich. Es liegen also keine medizinischen Gründe für eine Behandlung vor. Für die betroffenen, meist jungen Frauen stellen sie aber ein nicht zu unterschätzendes kosmetisches und optisches Problem dar. Im Gesicht und um die Augen fallen sie direkt auf und jeder Blick in den Spiegel erinnert sofort an die störenden Mitbewohner. Die Gewissheit, dass sie nicht von alleine wieder verschwinden, verstärkt den Wunsch, sie möglichst schnell wieder loszuwerden.

Trotz der optischen Ähnlichkeit ist das sogenannte Ausdrücken ebenso wie bei Mitessern nicht zu empfehlen. Aufgrund der Festigkeit der Milien kann es sonst zu Schmerzen, Entzündungen und sogar zu Verletzungen mit Narben kommen. Außerdem ist die Freude an einer gelungenen Entfernung meist nur von geringer Dauer. In der Regel kehren die Grießkörner nach kurzer Zeit wieder zurück, weil die epitheliale Hülle nicht vollständig entfernt wurde.

Invasive Verfahren

Ist die Anzahl der Grießkörner nicht zu hoch, können sie von einem Hautarzt oder einer erfahrenen Kosmetikerin dauerhaft entfernt werden. Sie wenden dafür ein spezielles Verfahren an, das keine hässlichen und unangenehmen Folgen hat. Dabei wird das Grießknötchen zunächst mit einem kleinen Schnitt mittels Lanzette oder einer scharfen Kanüle geöffnet. Dadurch wird die Blockierung des Ausgangs der Talgdrüse durch die darüber liegende Haut gelöst. Es ist kein Widerstand mehr vorhanden und das Grießkorn kann vorsichtig herausgedrückt werden. Professionell angewendet, hinterlässt dieses Verfahren oft keine spür- und sichtbaren Folgen, auch keine Narben.

Die Durchführung einer solchen Behandlung sollte besonders dann in die Hände erfahrener Fachmänner oder -frauen übertragen werden, wenn die Milien groß sind oder an empfindlichen Stellen sitzen. Das ist zum Beispiel bei den Augenlidern der Fall. Eine weitere Möglichkeit, Milien meist ohne negative Folgen zu entfernen, hat sich durch die Entwicklung der Lasermedizin aufgetan. Diese wird von Dermatologen schon lange bei Hautproblemen im Gesicht angewendet. Studien haben gezeigt, dass sich für die Entfernung von Milien ein Erbium-Laser besonders gut eignet. Mit seiner Hilfe wird zunächst die abdeckende Hautschicht gezielt abgetragen. Anschließend wird die Keratinsubstanz in der Höhle verdampft. Dadurch entsteht eine kleine Kruste, die in der Regel komplikationslos und ohne Narbe abheilt. Zurück bleibt glatte Haut ohne Zysten. Die neue Haut ist aber einige Tage noch sehr empfindlich. Deshalb empfehlen Ärzte, in dieser Zeit direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Je früher die vorgestellten invasiven Methoden angewendet werden, desto weniger aufwendig sind sie, weil die Keratinsubstanz sich noch nicht so sehr verfestigt hat. Die Entscheidung, ob ein Milienbefall behandelt werden soll oder nicht, ist alleine den Betroffenen überlassen, da medizinisch keine Therapieindikation vorliegt. Die Triebfeder, die lästigen Grießkörner entfernen zu lassen, entspringt dem subjektiven Empfinden. Dieses wird sehr stark vom optischen Eindruck beeinflusst. Anhäufungen von vielen großen und gut sichtbaren Milien werden den Wunsch verstärken, sie entfernen zu lassen und dafür einen Experten aufzusuchen. Die Kosten dafür müssen Patienten selbst tragen. Sie werden nicht von der Krankenkasse übernommen, da Grießkörner nicht als Krankheit eingestuft werden.

Grießkörner sollten – ebenso wie Mitesser – nicht ausgedrückt werden, sondern gehören eher in die Händer eines Hautarztes. (Bild: detailblick-foto/fotolia.com)

Hausmittel

Hausmittel zielen darauf ab, die äußeren Bedingungen der Haut, besonders im Gesicht, so zu beeinflussen, dass die in den Talgdrüsen festsitzenden Pfropfen sich lösen können. Dazu werden Substanzen und Methoden angewendet, die grundsätzlich aus der Gesichtskosmetik und -hygiene bekannt sind. Besonderes Augenmerk wird aber auf Wirkstoffe und Verfahren gelegt, die geeignet sind, die Poren zu öffnen und die Keratinsubstanz aufzuweichen. Grundsätzlich können diese Anwendungen Milien erreichen, die sich noch nicht zu sehr gefestigt haben oder noch in der Entstehung sind. Etablierte und stark verkapselte Körner können damit in der Regel nicht beseitigt werden.

Hautreinigung und vorsichtiges Peeling

In erster Linie ist es wichtig, dass die Betroffenen darauf achten, die Haut regelmäßig und gründlich zu reinigen. Dadurch werden zusätzliche Ablagerungen von abgestorbenen Hautpartikeln oder Schmutzteilchen auf den Talgdrüsenausgängen vermieden. Dafür eignet sich zum Beispiel eine Mischung aus Apfelessig und Maisstärke. Der Essig reguliert den pH-Wert der Haut und wirkt entzündungshemmend. Die Maisstärke bindet überschüssigen Talg.

Ein weiteres probates Mittel, um die Haut sauber und geschmeidig zu halten, sind Peelings. Eine Mischung aus Olivenöl, Zitronensaft und Zuckerkörnern eignet sich dafür sehr gut. Das Olivenöl verbessert den Feuchtigkeitsgehalt der Haut, während der Zitronensaft ihre Durchblutung fördert. Die Zuckerkörner verursachen den Peelingeffekt und beseitigen schonend Hautreste und Schmutzpartikel. Ähnliche Effekte können mit einem Honigpeeling erzielt werden. Dazu werden zwei Esslöffel Honig mit einem Esslöffel Jojobaöl und einem Esslöffel Kristallzucker gemischt. Anschließend werden drei Esslöffel Haferflocken hinzugefügt, sodass eine Paste entsteht. Diese wird sorgfältig in die Haut einmassiert und nach wenigen Minuten wieder gründlich abgespült.

Die Prozedur sollte wöchentlich ein- bis zweimal wiederholt werden. Die Wirkungen des Zuckers und des Öls sind die gleichen wie bei dem vorherigen Peeling. Der Honig kann zusätzlich entzündungshemmend auf der Haut sein und soll helfen, das Milieu zu verbessern, indem er freie Radikale bindet. Peelings beanspruchen die Haut mechanisch. Deshalb ist eine anschließende Pflege wichtig. Die üblichen Cremes, die dafür zur Verfügung stehen, eignen sich bei Milienbefall dafür nicht, weil sie zu viel Fett enthalten. Dieses setzt sich fest und verschließt die durch die vorherige Anwendung geöffneten Poren der Talgdrüsen wieder.

Am besten ist es, sich selbst eine Creme aus Substanzen zu mischen, die die Haut pflegen und schützen, zum Beispiel mit Kamillentee oder grünem Tee und Heilerde. Eine weitere klassische Maßnahme, die mit oder ohne Peelingeffekt gegen Milien angewendet werden kann, ist eine Gesichtsmaske. Eine Mischung aus Rosenwasser und Sandelholz ist dafür sehr gut geeignet. Für die Maske werden zwei Löffel Sandelholzpulver mit dem Wasser zu einer Paste verarbeitet. Sie wird auf das Gesicht aufgetragen und 15 bis 20 Minuten auf der Haut belassen. In dieser Zeit kann das Rosenwasser seine tonisierende Wirkung auf die Haut entfalten. Überschüssige Talgteilchen werden von der Haut gelöst und können bei der anschließenden Reinigung entfernt werden.

Dabei bewährt sich die Peelingwirkung des Sandelholzes. Diese Prozedur einmal wöchentlich angewendet, kann die Poren effektiv öffnen und zur Lösung von Milien beitragen, die noch nicht zu fest sitzen. Grundsätzlich sind Peelings mit Vorsicht zu genießen. Substanzen, die die Haut mechanisch zu stark beanspruchen, haben einen negativen Effekt. Sie regen die Talgproduktion an und verstärken den Verstopfungseffekt. Deshalb sind hier nur Peelings mit kleinkörnigen Zusätzen aufgeführt.

Peelings sind eine gute Möglichkeit, um die Haut zu reinigen. Man kann sie aus einfachen Hausmitteln leicht selbst herstellen. (Bild: milenie/fotolia.com)

Wärmeanwendungen

Sehr gute Effekte zur Entspannung und Reinigung der Haut und zur Öffnung der Poren können feuchtwarme Anwendungen mit oder ohne Zusätze haben. Für eine Gesichtssauna wird ein sauberes Baumwolltuch in heißem Wasser getränkt und ausgewrungen. Anschließend wird es für drei Minuten auf das Gesicht gelegt. Der Vorgang sollte mehrmals wiederholt und die Prozedur mindestens einmal pro Woche durchgeführt werden.

Eine ähnliche Wirkung hat ein Gesichtsdampfbad, bei dem der Kopf mit einem Handtuch bedeckt über eine Schüssel mit heißem Wasser gehalten wird. Die Anwendung dauert etwa zehn Minuten und sollte dreimal pro Woche durchgeführt werden. Zusätze aus Apfelessig und Rizinusöl verstärken die Wirkung.

Vorbeugung

Nicht nur die Beseitigung von Milien ist wichtig, sondern auch die Vorbeugung, um die Neuentstehung zu verhindern. Das gilt besonders, um die Ergebnisse vorhergegangener Maßnahmen zu ihrer Beseitigung zu erhalten. In der folgenden Liste sind einige vorbeugende Maßnahmen gegen Grießkörner aufgeführt:

  • UV-Strahlung vermeiden, weil zu viel UV-Licht die Entstehung auslösen oder die Weiterentwicklung von Milien verschlimmern kann.
  • Alle Hausmittel, die zur Aufweichung der Haut und der Keratinkörnchen beitragen, sind auch für die Vorbeugung gut.
  • Das Gesicht regelmäßig gründlich reinigen, am besten mit warmem Wasser, eventuell mit Kamillentee oder grünem Tee gemischt.
  • Regelmäßige Besuche bei einer Kosmetikerin zur kompletten Tiefenreinigung können nützlich sein.
  • Bei der Gesichtspflege fetthaltige Cremes vermeiden.

Eine Bemerkung zum Schluss. Grießkörner sind sehr hartnäckig und sehr resistent gegen äußere Anwendungen. Deshalb gibt es keine Garantie, dass die hier vorgestellten Ratschläge zur Beseitigung und Vorbeugung tatsächlich erfolgreich sind. Einen Versuch sind sie dennoch wert, alleine schon deshalb, weil sie der Haut insgesamt guttun und das Wohlbefinden fördern können. Sollte der Gang zum Dermatologen oder zur Kosmetikerin dennoch erforderlich sein, so sind sie im Nachgang nützlich, um das Ergebnis eines Eingriffs zu sichern. (fp)