Smegma – Ursachen und Hilfe

Mann schaut mit einer Lupe in seine Unterhose.

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Smegma entfernen – Ist das erforderlich?

Smegma ist eine weißliche, talgige Substanz, die sich bei Männern zwischen Vorhaut und Eichel, bei Frauen in den Hautfalten zwischen Klitoris, inneren und äußerden Schamlippen ansammelt. Meist wird der Begriff von medizinischen Laien jedoch ausschließlich auf das Smegma beim Mann bezogen, das in der Fachwelt als Smegma praeputii bekannt ist. Die Bildung des Smegmas ist ein natürlicher Prozess, doch größere Ansammlungen sind in der Regel nur bei unzureichender Intimhygiene festzustellen. Da sich in dem Smegma auch Bakterien beziehungsweise Krankheitserreger ansammeln können, sollten Männer und Frauen regelmäßig das Smegma entfernen.

Umgangssprachlich wird Smegma beim Mann auch „Eichelkäse“ oder „Schmierkäse“ genannt, was einerseits auf die Konsistenz anderseits auf den unangenehmen Geruch hinweist. Das Sekret besteht aus Talg der Vorhautdrüsen, Geweberesten des Eichelepithels, Bakterien, Urin und Resten von Sperma. Smegma ist meist erst durch das Zurückschieben der Vorhaut sichtbar. Der Vorhauttalg sammelt sich zwischen Vorhaut und Eichel. Das Smegma ist als solches keine Erkrankung, sondern eine natürliche Absonderung des Körpers, die bei allen Männern und Frauen (weniger ausgeprägt) vorhanden ist. Bei starker Absonderung oder mangelhafter Hygiene entsteht durch dieses jedoch ein faulig, süßlicher Geruch – ähnlich wie bei Mundgeruch – und es kann sich das Risiko bestimmter Erkrankungen erhöhen.

Mann schaut mit einer Lupe in seine Unterhose.
Wenn sich Smegma zwischen Vorhaut und Eichel sammelt, ist dies kein Grund zu Beunruhigung, allerdings sollte die Intimhygiene etwas gründlicher werden. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Smegma als Auslöser von Entzündungen?

Smegma verursacht im Prinzipp keine Beschwerden. Wenn jedoch der Vorhauttalg nicht durch tägliches Waschen entfernt wird, können die enthaltenen Bakterien Entzündungen auslösen. Besteht eine längerfristige Anhäufung des Sekrets, kann beispielsweise eine Eichelentzündung die Folge sein. Betroffene entwicklen typischerweise Symptome wie Jucken, Brennen, Schwellungen und Rötungen an der Eichel. Ist die Entzündung fortgeschritten, sind auch eitrige Ausflüsse eine mögliche Folge.

Wiederkehrende Eichelentzündungen können auch das Auftreten einer Phimose (Vorhautverengung) begünstigen, bei der sich die Vorhaut nicht mehr oder nur eingeschränkt zurückziehen lässt. Bei dem Beschwerdebild sammeln sich zudem oft größere Mengen Smegma zwischen Vorhaut und Eichel, was zu einer vermehrten Besiedlung mit Bakterien führen kann, die ihrerseits weitere Entzündungen begünstigt.

Bei einer Phimose im Erwachsenenalter ist das therapeutische Mittel der Wahl in der Regel eine Beschneidung der Vorhaut, um die Ansammlung des Vorhauttalgs zu reduzieren. Die Operation wird in den meisten Fällen mit einer lokalen Betäubung durchgeführt. Auch nach Entfernung der Vorhaut bleibt eine kontinuierliche Reinigung des Penis erforderlich. Bei Kindern wird zunächst oftmals versucht, die Phimose mittels kortisonhaltiger Salben zu lösen, bevor eine Operation in Betracht gezogen wird.

Smegma entfernen – So geht es richtig

Smegma kann mit dem bloßen Auge gesehen werden, wenn die Vorhaut vorsichtig nach hinten geschoben wird beziehungsweise die Schamlippen leicht auseinandergezogen werden. Das Smega sollte vorsichtig mit lauwarmen Wasser abgewaschen werden – spezielle Intimwaschlotionen sind nicht erforderlich, schaden allerdings auch nicht. Seife kann die natürliche Hautflora higegen beeinträchtigen, weshalb auf diese besser verzichtet werden sollte. Wichtig ist, dass das Smegma beim täglichen Duschen entfernt wird, ohne eine übertriebene Reinlichkeit zu betreiben. Denn diese könnte wiederum negative Auswirkungen haben, da die Haut stark entfettet und geschädigt wird.

Erschwerte Reinigung des Penis

Die Reinigung des Penis kann aufgrund verschiedener Umstände erschwert sein. Wurde unter der Vorhaut schon längere Zeit keine Säuberung vorgenommen, kann es passieren, dass sich das Smegma beim einfachen Abduschen nicht entfernen lässt. In solchen Situationen ist ein Vollbad hilfreich. Das Baden weicht den festsitzenden Talg auf und dieser kann nunmehr mit der Hand oder einem Waschlappen vorsichtig beseitigt werden. Die Vorhaut sollte hierfür ganz zurückgeschoben werden.

Wenn der Talg eine sehr lange Zeit verbleibt, kann das Zurückziehen der Vorhaut erschwert sein. Hier hilft es mitunter, die Vorhaut zunächst nur ein Stückchen zurückzuziehen und die Eichel vorsichtig zu waschen und Verklebungen zwischen Eichel und Vorhaut zu lösen. Dabei sollten jedoch in keinem Fall Schmerzen entstehen. Gelingt es nicht, die Vorhaut schmerzfrei zurückzuziehen, ist dringend eine ärztliche Untersuchung angeraten, da Verklebungen zwischen Vorhaut und Eichel beispielsweise auch bei der Autoimmunkrankheit Lichen sclerosus et atrophicans auftreten können.

Haben sich bereits Entzündungen gebildet, sollten Betroffene ebenfalls dringend fachärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Hier kann beispielsweise mittels eines Abstrichs versucht werden, die Erreger zu bestimmen und gegebenenfalls wird eine Behandlung mit antibiotischen Salbe verschrieben. Begleitend können spezielle Bäder helfen, die Entzündungen zu stoppen.

Krebserkrankungen durch Smegma

Lange galt die Annahme, dass ungenügende Reinlichkeit und die Ansammlung von Smegma ein erhöhtes Risiko für die Bildung eines Peniskarzinoms (Krebs) mit sich bringt. Allerdings wurde in einer Studie aus dem Jahr 2006 eindeutig geklärt, dass das Smegma nicht zu einem erhöhten Krebsrisiko führt. Inwiefern unzureichende Intimhygiene dennoch eine Rolle spielen könnte, bleibt weiterhin umstritten. (fp)

Autor:
Dipl. Geogr. Fabian Peters
Quellen:
  • Frank-Michael Köhn, Hans-Christian Schuppe: Hauterkrankungen des männlichen Genitales; in: Braun-Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Seite 1493-1506, Springer, Mai 2018, springer.com
  • K.-D. Sievert, D.-L. Dräger, F.-M. Köhn, S. Milerski, C. Protzel, O. W. Hakenberg: Peniskarzinom: Diagnose und Staging; in:Der Urologe, Volume 57, Issue 4, Seite 418–422, April 2018, springer.com
  • R. S. Van Howe, F. M. Hodges: The carcinogenicity of smegma: debunking a myth; in: Journal of The European Academy if Dermatology and Venereology; Volume 20, Issue 9, Seite 1046-1054, Oktober 2006, onlinelibrary.wiley.com/
  • Hans-Georg Schnürch: Lichen sclerosus — unterdiagnostiziert und untertherapiert; in:hautnah dermatologie, Volume 34, Issue 4, Seite 50–58, Juli 2018, springer.com
  • Jae Min Chung, Chang Soo Park, Sang Don Lee: Microbiology of smegma: Prospective comparative control study ; in: Investigative and Clinical Urology, Volume 60, Issue 2, Seite 127-132, März 2019, icurology.org

Wichtiger Hinweis:
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