Ausmisten – Deshalb ist es wichtig und so gehts

Es wird Zeit zum Entrümpeln. Wer überfordert ist, sollte sich für das Ausmisten Hilfe suchen. Bild: animaflora - fotolia
Sebastian
Ausmisten – Ordnung in der Seele
Ausmisten ist nicht leicht. Wir hängen an den gesammelten Dingen. Die Wohnung ist der Spiegel der Seele. Wenn wir in Häusern eine bestimmte Atmosphäre spüren, hat das nichts Übernatürliches an sich. Auch wenn ein Mensch auszieht, bleibt sein „unsichtbarer Abdruck“ da. Das gilt auch für ihre eigenen Besucher, für die Dinge, die Gäste hinterlassen und für die Gegenstände, die Sie selbst stapeln.

Ausmisten entrümpelt nicht nur die Wohnung, sondern auch die Psyche. Denn meist hat es psychische Ursachen, wenn wir von Dingen nicht loslassen, die wir nicht brauchen. Die spätkapitalistische Warenproduktion drängt uns, ständig neue Dinge zu kaufen. Wenn wir diese nicht bald wieder entsorgen, steigt der Berg an Gegenständen, die wir horten, unaufhörlich an. Wer sich jedes Jahr ein neues Smartphone, Laptop und Tablet kauft, steht automatisch vor der Frage: Behalte ich das „alte“, was ich nicht mehr nutze, was aber funktioniert?

Haufenweise Kleidung, die wir nicht mehr anziehen. Es wird Zeit zum Ausmisten! Bild: Daniela Stärk - fotolia
Haufenweise Kleidung, die wir nicht mehr anziehen. Es wird Zeit zum Ausmisten! Bild: Daniela Stärk – fotolia

Schmeiße ich es weg, entsorge ich damit einen nützlichen Gegenstand. Behalte ich es, sammelt sich Ballast an. Dieser Widerspruch lässt sich kaum auflösen – es sei denn, ich verzichte auf immer neue Elektronik.

Räume als Symbole

Die Räume der Wohnung sind im Licht der Tiefenpsychologie Aspekte unseres Lebens. Der Keller steht dabei für das Vergangene und das Unbewusste. Wenn unser Keller überquillt, kann das mit reiner Faulheit zu tun haben. Die „Faulheit“ steht jedoch in der Regel dafür, ungelöste Aufgaben vergangener Lebensphasen mit sich herum zu schleppen.

Stapeln sich dort alte Fahrradteile eines Studienfreundes, mit dem Sie schon lange keinen Kontakt mehr haben? Dann deutet das erstens darauf hin, dass die Beziehung innerlich nicht geklärt ist, und zweitens darauf, dass Sie sich von dieser objektiv vergangenen Lebenszeit nicht gelöst haben.

Solcher Ballast im Keller wirkt sich direkt auf ihre Psyche aus. Er fördert Niedergeschlagenheit, Melancholie und lähmt ihren Antrieb.

Nicht alle Dinge aus vergangenen Lebensphasen sind sinnlos. Der Keller ist zum Beispiel ein hervorragender Ort für alte Tagebücher und Briefe, also persönliche Schätze, die Sie nicht weg werfen sollten, aber in denen Sie auch nicht täglich darin herum blättern. Außerdem ist hier der Platz für Dinge, die sie selten benutzen: Das Zelt, den Taucheranzug oder die Kettensäge.

Der Eingangsbereich ist unsere Einladung an Gäste. Versperren Sie diesen mit Altpapier, Jackensammlungen oder großen Schränken, ist das für Besuch erst einmal eine Hürde, die überwunden werden muss. Das gilt ebenso für Türen. Wenn ihre Türen quietschen oder sich schwer öffnen lassen, wirkt sich das auf ihre geistige Arbeit aus.

Das Wohnzimmer steht für ihren Selbstausdruck. Ist es sehr verdreckt, dann deutet das darauf hin, dass Sie ihr Innenleben nicht „sauber halten“. Wirkt es hingegen steril, schrecken Sie damit andere ab und offenbaren einen gestörten Zugang zu ihrem Körper.

Die Küche steht für ihren Bauch und ihre Verdauung. Das Geschirr benutzen wir mehrmals täglich, säubern es und sortieren es wieder ein.

Ausmisten fällt schwer

Wer Probleme hat, auszumisten, der beginnt am besten damit, sich diese Probleme einzugestehen und ihre Ursache zu erforschen. Liegt es daran, keine Geschenke weg geben zu wollen? Haben Sie viel Geld ausgegeben für etwas, dass sie weder mögen noch benutzen? Verbinden Sie Gegenstände mit Erinnerungen? Liegt jemand anders an diesem Ding, das ihnen nur Platz wegnimmt?

Bevor Sie also ausmisten, können Sie sich über ihre eigenen Glaubenssätze im Klaren werden und sich fragen, ob diese angemessen sind, oder ob sie diese fallen lassen können. Haben Sie von ihren Großeltern, die in einer Zeit des Mangels groß wurden, gelernt, dass man nichts weg schmeißt, was man noch einmal gebrauchen kann? Haben Freunde einer vergangenen Lebensphase ihre CDs bei ihnen abgestellt, und empfinden Sie Skrupel, Dinge anderer in den Müll zu befördern?

Erkennen Sie eigene Glaubenssätze als sinnlos? Dann verstoßen Sie gezielt dagegen. Liegt ein funktionsfähiger Trockenrasierer im Bad, während Sie sich nur noch nass rasieren und sagt ihre „innere Großmutter“: „Der taugt doch noch etwas.“ Werfen Sie ihn weg.

Notieren Sie ihr Gefühl dabei und versuchen es bei anderen Gegenständen, bei denen Sie ein ähnlich „schlechtes Gewissen“ haben.

Wie sieht es mit dem Geld aus, dass Sie ausgegeben haben? Stehen die teuren Sachen dort von Anfang an, weil Sie sie nie einsetzten? Dann war es ein Fehlkauf, und das Geld sowieso raus geschmissen. Oder haben die Dinge ihren Wert verloren? Ein zehn Jahre alter PC, dessen Tasten nur mit massivem Fingereinsatz reagieren, hatte vor zehn Jahren vielleicht einen Wert und seinen Dienst erwiesen. Heute tut er es nicht mehr, und damit hat er seinen Wert verloren.

Demgegenüber steht der Wert, solche Dinge weg zu werfen: Sie lenken nicht länger ab, sie versperren nicht den Platz für andere Gegenstände, Sie können wieder aus dem Fenster gucken etc..

Ältere Dinge „auszutauschen“ lässt sich trainieren. Kaufen Sie etwas, was sie wirklich haben wollen, zum Beispiel neue Sportschuhe und schmeißen dafür etwas Altes weg: Die Jeans in Übergröße, oder die Plastiklampe, die unter dem Schreibtisch den Raum stiehlt.

Dieses Austauschen kann sogar eine Regel werden, um nicht zu viele Gegenstände zu horten. Überlegen Sie, bei jedem neuen Buch, jedem neuen Stück Kleidung oder jeden neuen DVD, welches alte Gegenstück Sie dafür weg geben können. So frischen sich die Bestände automatisch auf, ohne zu überfrachten.

Erinnerungen

Viele alte Dinge schmeißen wir nicht weg, weil wir sie mit Erinnerungen verbinden. Oft sind diese positiv, aber wir lösen uns auch von Gegenständen nicht, deren Erinnerungen uns belasten: Im Keller steht ein Karton der Ex-Freundin, mit der es unschön auseinander ging. Oder Beziehungen blieben ungeklärt. Oder wir lagern die Hinterlassenschaften eines Freundes, der sich das Leben nahm. Oder der Sohn, mit dem wir uns verkrachten, verließ sein Zimmer ohne aufzuräumen.

Haben Sie einen Vorteil davon, Dinge aufzuheben, weil diese mit Erinnerungen behaftet sind – ob positiv oder negativ?

Stellen Sie als erstes eine Liste mit Gegenständen auf, die sie an alte Zeiten erinnern. Schreiben Sie dann dazu, was Sie mit ihnen verbinden. Oft bringt bereits das Aufschreiben Klarheit über die symbolische Bedeutung dieser Dinge. Ist diese aber in der Erinnerung abgespeichert, verlieren viele dieser Dinge ihren Sinn.

Falls Gegenstände an eine Lebensphase erinnern, an die sie sich erinnern möchten, selektieren sie. Geht es „nur“ daran, diese Zeit nicht aus den Augen zu verlieren, könnten Sie die wichtigsten Gegenstände heraus suchen: An die alte WG erinnert der Schuhkarton mit Fotos vermutlich genügend, die gesammelten Flugblätter vom ASTA brauchen Sie nicht; um an ihren belesenen Großvater zu denken, reichen die zwei oder drei Romane aus, die Sie noch einmal lesen werden, das komplette Bücherregal mit Titeln, die sie in und auswendig kennen, sind Ballast.

Falls Dinge für sie zu wertvoll sind, um sie in den Müll zu werfen, aber bei ihnen keinen Platz mehr haben, gibt es noch eine dritte Möglichkeit: Sie an Menschen zu verschenken, die damit etwas anfangen können.

In vielen Städten stehen heute öffentliche Bücherschränke, in die sie ausgelesene Bücher stellen können, an denen andere Freude haben. Oder Sie geben ihre alten Bücher (in gutem Zustand) in ein Antiquariat. Kleidung, Möbel oder technische Geräte können Sie bei Oxfam, Fairkauf und anderen Sozialkaufhäusern abgeben.

Sie müssen nicht alles weg schmeißen. Wenn sie aussortieren, konzentrieren Sie sich auf den wirklichen Wert, den diese Erinnerungs-Zeichen für Sie haben: Aus alten Zeitungen können Sie den Artikel heraus schneiden, um den es geht.

Nomadische Indianer in Nordamerika schleppten notgedrungen keine Lastwagenladungen voll Krempel mit. Sie hatten einen persönlichen Medizinbeutel, den sie an den Gürtel hängten. Analog könnten Sie ein Schatzkästchen anlegen, in die das wichtigste Stück ihrer kindlichen Münzsammlung kommt, ein Foto von ihrer Oma oder die Locke von ihrer ersten Freundin. Bei Sammlungen, die einen symbolischen Wert haben, reicht ein Symbol aus, um die Erinnerung wach zu halten.

Andere enttäuschen

Stauen sich bei ihnen Geschenke, die für Sie keinen Wert haben? Haben Sie Angst, andere Menschen zu enttäuschen, wenn Sie den nie getragenen Pullover ihrer Großmutter weg schmeißen? Oder die kitschige Clownsfigur, die Sie von ihrer besten Freundin zum Geburtstag bekamen?

Es wird Zeit zum Entrümpeln. Wer überfordert ist, sollte sich für das Ausmisten Hilfe suchen. Bild: animaflora - fotolia
Es wird Zeit zum Entrümpeln. Wer überfordert ist, sollte sich für das Ausmisten Hilfe suchen. Bild: animaflora – fotolia

Wollen Sie diese Dinge nur verschieben und im Keller stapeln, wo Sie wieder Platz weg nehmen? Oder werden Sie zu einer Notlüge greifen, wenn der Schenker fragt, wo das gute Stück hin ist?

Wie fühlt es sich an, die Wahrheit zu sagen? „Ich mochte es nicht.“

Angst vor dem Risiko?

Haben Sie Angst, etwas weg zu schmeißen und es danach zu bereuen? Woher kommt diese Angst? Haben Sie Angst, dass der Gegenstand doch einen Wert hat, den Sie übersehen? Könnte er noch einmal nützlich sein?

Ist dies ihre Angst, dann notieren Sie alle Wegwerf-Kandidaten und stellen Sie so rational wie möglich ihre Vorteile und Nachteile gegenüber. Sie können zum Beispiel einige Kartons aussortieren, in den Keller stellen, aber mit dem Weg werfen noch etwas warten.

Haben Sie Angst vor einer Entscheidung? Entscheidungen bedeuten immer Risiko. Es kann sich immer etwas so wenden, dass Dinge wieder einen Wert bekommen, zum Beispiel, wenn die Beziehung scheitert und Sie ihre zweite Geschirrspülmaschine jetzt gut gebrauchen könnten.

Dieses Risiko können sie ausleuchten. Stellen Sie sich den schlimmsten Fall vor, wenn Sie ohne diese Dinge da stehen.

Tipps zum richtigen Ausmisten

Hilfestellungen erleichtern die Arbeit.

1. Räumen Sie als erstes den Boden leer. Dann erkennen Sie besser, was Sie überhaupt an Gegenständen haben.

2. Geben Sie zweitens Gegenstände weg, die sie nicht benutzen.

3. Sorgen Sie drittens dafür, dass jedes Ding seinen Platz hat.

4. Überlegen Sie viertens, wo Sie Gegenstände lagern können, ohne dass sie Platz weg nehmen, aber auch nicht „unsichtbar“ werden.

5. Räumen Sie fünftens um.

6. Fragen Sie sechstens Freunde und Verwandte um Rat.

7. Richten Sie sich eine feste Zeit am Tag für das Aufräumen ein.

Was kann weg?

1. Funktioniert dieses Ding? Kann, will oder werde ich es reparieren? Den leiernden CD-Player, der seit Jahren verstaubt, weil ich mir irgendwann dachte, den könnte jemand in Ordnung bringen?

2. Ist dieser Gegenstand noch zeitgemäß? Brauche ich den alten PC, der so viel Platz weg nimmt wie ein Wohnzimmerstuhl, während ich auf meinem neuen Laptop schreibe?

3. Bin ich (!) der Typ, so etwas in Ordnung zu bringen? Für einen Fahrrad-Schrauber mag ein Keller mit fünf alten Rahmen einen Sinn haben – wenn ich selbst maximal ein Loch flicke, nicht.

4. Brauche ich dieses Ding noch? Wenn ich etwas in Zukunft brauchen könnte, ist es sinnvoller, es dann zu erwerben.

5. Mag ich dieses Ding? Die Wohnung ist unser Intimbereich, und Gegenstände, mit denen wir uns nicht wohl fühlen, gehören dort nicht hin.

6. Benutze ich diesen Gegenstand? Vieles kaufen wir, weil es günstig ist, weil wir Langeweile haben oder für eine bestimmte Situation.

7. Die Kernfrage lautet: Würde ich diesen Gegenstand vermissen?

Warum hängen wir an Überflüssigem?

Wenn wir klären, was weg kann, klären wir auch innere Konflikte.

1.) Fehlkäufe. Wir kaufen Dinge, die wir weder mögen noch benutzen. Ein Kleid steht uns nicht, die neue Espresso-Maschine ist uns zu umständlich und der Sektkühler war für eine Hausbar gedacht, die wir niemals einrichteten.

Diese Dinge wegzugeben, bedeutet, einen Fehler einzugestehen. Das fällt schwer, führt aber zu innerer Reife.

2.) Es war teuer. Wir haben etwas investiert und empfinden es als Verlust, uns von dieser Investition zu trennen. In Wirklichkeit haben wir das Geld aber bereits verloren, als wir uns dieses Ding kauften, ohne es zu benutzen.

3) Mit diesem Ding fühlen Sie sich besser? Wirklich? Ballast sind Statussymbole, mit denen wir uns selbst aufwerten. Das muss nicht der Superdampfkochtopf sein, von dem fachkundige Besucher wissen, dass er 200,00 Euro kostet. Unsere DVD-Sammlung mit Filmen, die wir in und auswendig kennen, oder unser Bücherregal mit deutschen Klassikern erfüllen den gleichen Zweck. Wenn wir solche Status-Symbole nötig haben, dann deutet das auf ein psychisches Problem. Das sollten wir angehen.

Handelt es sich um persönliche Stücke, die wir mit angenehmen Gefühlen verbinden, die aber zu viel Platz wegnehmen? Verbannen Sie diese Dinge eine Zeit in den Keller und beobachten Sie ihre Empfindungen. Sind sie eine sinnvolle Stütze oder ein Klotz am Bein?

Ausmisten: Eine Checkliste

Bei vielen Dingen können Sie sicher sein, sie auch in Zukunft nicht zu brauchen:

1) Kleidung, die kaputt, zu klein oder zu groß ist, nicht zu ihnen passt oder einem speziellen Zweck diente wie die Fußballschuhe aus ihrer längst vergangenen Zeit im Verein.

2) Küchengeräte, die Sie nie nutzen, können weg. Als Faustregel dient: Was Sie seit mehr als einem Jahr nicht genutzt haben, werden Sie auch im nächsten Jahr nicht nutzen, ob Pizzamesser oder Eierschäler. Spezialgeräte können Sie in einer extra Kiste aufbewahren.

Unpassendes Geschirr können Sie aussortieren.

3) An Schuhen sollten Sie im Alltag circa 3 bis 4 Paare für verschiedene Gelegenheiten parat stehen haben. Die anderen können Sie in einem besonderen Schuhkasten lagern. Sind die Schuhe ausgelatscht? Weg damit.

4) Räumen Sie regelmäßig ihre Papierberge weg. Rechnungen und Unterlagen, die zeitgebunden sind, können Sie in einem extra Fach sammeln und weg schmeißen, wenn sie nicht mehr aktuell sind. Das gleiche gilt für Zeitungen, Zeitschriften und Magazine.

5) Für abgeschlossene Projekte können Sie die Ordner in einem Abstellraum sammeln und am Jahresende entscheiden, ob Sie die Dokumente noch brauchen. Für schwebende Projekte legen Sie ebenfalls einen extra Ordner an.

6) Die To-Do-Liste bewahren Sie an einem gesonderten Platz. Streichen Sie dabei jeden erledigten Punkt durch.

7) Nehmen Sie keine Werbung an, und / oder werfen Sie entsprechende Prospekte direkt in den Müll.

Mentale Vorbereitung

Fragen Sie sich, was Sie praktisch brauchen und was ihnen ideell wichtig ist. Stellen Sie sich vor, Sie ziehen in die USA und können nur 20 Kilo Gepäck mitnehmen. Was wäre das? Welche Dinge wollen, welche müssen Sie ständig um sich haben?

Von dieser Grundliste können Sie ausgehen, Sie als inneren Kreis zeichnen und darum einen zweiten Kreis ziehen, mit Dingen, die ihnen nicht ganz so wichtig sind, aber dennoch einen Wert haben, einen dritten mit unwichtigeren, etc. Schnell kommen Sie dann in die „outer areas“ mit Dingen, die keinen Wer haben, also überflüssig sind. Die können weg.

Ausmisten-Plan

Haben Sie sich entschieden, auszumisten? Dann entwickeln Sie einen Plan.

1) Fangen Sie mit einer Ecke, einem Zimmer, oder sogar nur einem Tisch an.

2) Sortieren Sie beim Aufräumen in Dinge, die weg sollen und Dinge, die sie behalten wollen.

3) Bereiten Sie sich vor, indem Sie passende Mülltüten zur Hand haben.

4) Haben Sie eine Ecke „geschafft“, lehnen Sie sich erst einmal zurück, atmen tief durch und nehmen Sie wahr, wie der „leere Raum“ auf sie wirkt. Dann machen Sie weiter.

5) Schaffen Sie leere Räume. Lassen Sie in Zukunft zum Beispiel ein Fach ihres Schreibtisches immer leer.

6) Stellen Sie vorher Behälter bereit, in denen Sie ihre sortierten Schätze lagern. Körbe, Schachteln und Kisten strukturieren den Raum, und sie wissen zumindest grob, was sich darin befindet.

7) Entsorgen Sie Möbel, die sie wenig nutzen statt sich immer geräumigere Schränke für ihre Sammlungen anzuschaffen.

8) Belohnen Sie sich mit sinnvollen Gegenständen. Sie können sich zum Beispiel sagen: Wenn ich den Geschirrhaufen auf dem Regal über der Küchentür entsorgt habe, gönne ich mir eine neue Kaffeemaschine.

Was Sie vermeiden sollten

1) Lagern Sie überflüssige Gegenstände nicht in Schubladen. Das verlagert nur das Problem.

2) Sinnieren Sie nicht lange über jeden Gegenstand nach. Dann können Sie Stunden auf dem Dachboden in Erinnerungen schwelgen, und es ändert sich nichts. Im Gegenteil: Es fällt ihnen immer schwerer, sich zu trennen.

3) Streichen Sie die Wörter „irgendwie, irgendwo, irgendwann…“ und „vielleicht…“ aus ihren Repertoire. Gehen Sie stattdessen nach einem festen Zeitplan vor: Freitag der Garten, Samstag das Arbeitszimmer…

4) Machen Sie vor dem Ausmisten Nägel mit Köpfen, damit Sie nicht mehr zurück können. Klären Sie einen Termin mit dem Sperrmüll, sagen Sie dem Antiquariat, wann Sie mit ihrer Büchersammlung vorbei kommen.

Warum ist Entrümpeln wichtig?

1) Auch wenn Sie kein Messie-Problem haben: Entrümpeln bedeutet, den Überblick gewinnen. Sie räumen nicht nur ihre Wohnung, sondern auch ihren Kopf von überflüssigem Ballast frei. Je übersichtlicher ihre vier Wände sind, desto mehr Zeit haben Sie für die Beschäftigungen, die ihnen wichtig sind.

2) Beim Entrümpeln finden Sie Wichtiges wieder. Unter den 100 DVDs, die auf den Müll können, findet sich vermutlich eine, die sie immer gucken wollten, aber nicht wussten, wo sie ist.

3) Entrümpeln verändert den Blick auf ihr Leben. Mit Gegenständen stellen wir immer auch ein symbolisches Koordinatensystem auf, um uns zu orientieren. Wenn wir dieses verändern, stellen wir die Weichen für neue Gedanken.

4) Sie lösen sich vom Vergangenen. Dinge binden uns. Jede Heldenreise in der Mythologie beginnt damit, dass der Held sich mit (so gut wie) nichts auf den Weg macht. Die Erinnerungen bleiben sowieso im Kopf, ohne die Gegenstände, die sie fokussieren, lässt sich jedoch einfacher die Perspektive wechseln.

Unordnung gleich Kreatives Chaos?

Schöpferische Menschen setzen mehr um: Wer sich Inspirationen aus zehn Büchern holt, bei dem liegt mehr herum als bei jemand, der zu Hause die Wand anstarrt. Wer in einem Stein den Rohstoff für eine Skulptur sieht, in einem alten Putzlappen Stoff für ein T-Shirt oder drei Leinwände mit Farben in Arbeit hat, bei dem sieht es „wilder“ aus als bei jemand, der in seiner Freizeit nur Fernsehen guckt.

Kreatives Chaos. Bild: Tinatin - fotolia
Kreatives Chaos. Bild: Tinatin – fotolia

Deswegen sind aber gerade kreative Menschen gut beraten, ihr Material immer wieder zu ordnen: Welche von den zehn Baumwurzeln eignet sich am besten zum Schnitzen? Die anderen können weg.

Wenn eine Arbeit, ein Gemälde, ein Text oder eine Skulptur fertig gestellt ist, genießen Sie den Moment und entsorgen Sie alle Materialien, die Sie jetzt nicht mehr brauchen.

Lagern Sie die Materialien und Werkzeuge für ihre kreative Arbeit an einem speziellen Platz und bringen Sie diese nach dem Werk wieder dorthin zurück.

Vorbeugung

Haben Sie erfolgreich entrümpelt? Dann sorgen Sie dafür, dass Sie den Überblick behalten. Sie können sich zum Beispiel Regeln aufstellen wie: Für jedes Buch, das ich neu kaufe, gebe ich ein altes weg. Das gleiche gilt für T-Shirts, CDs und generell Nippes.

Entsorgen Sie Dinge sofort, die Sie nicht brauchen. Stellen Sie dafür in jedem Zimmer einen Mülleimer auf und machen Sie es sich zur Gewohnheit, die Nachrichten des Kleingartenvereins, die Gratis-Lokalzeitung, und die Fernsehzeitung der nächsten Woche hinein zu werfen.

Räumen Sie täglich die Sachen von ihrem Schreibtisch. Bringen Sie Sperrmüll zum Wertstoffhof, bevor er sich sammelt.
Sagen Sie ihren Freunden und Verwandten deutlich, welche Art von Geschenken Sie nicht brauchen.

Selektieren Sie auf Reisen bereits beim Kauf: Eine fein gearbeitete Vase aus Kreta als Wohnzimmerschmuck ist ein besseres Souvenir als ein Rucksack voll Mitbringseln, die die Ecken verstopfen. Genießen Sie das tägliche Entsorgen von „Kleinigkeiten“ als tägliches Ritual. Atmen Sie jeden Abend tief durch, wenn Sie wieder eine Last los geworden sind. (Dr. Utz Anhalt)

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