Hausmittel gegen Zahnschmerzen

Salbei ist ein altes Hausmittel. Es lindert Erkältungsbeschwerden aber auch Zahnschmerzen.
Susanne Waschke

Natürliche Hausmittel bei Zahnschmerzen

Zahnschmerzen sind immer ein Fall für den Zahnarzt. Jedoch treten die Schmerzen meist zu Zeiten auf, in denen der Arzt des Vertrauens keine Sprechstunde hat. Vielleicht möchten die Betroffenen aber auch erst ein Hausmittel ausprobieren, bevor sie sich in fachmännische Hände begeben. Hier existiert eine Vielzahl an verschiedenen einfachen Mitteln, die die Zahnschmerzen lindern können.

Nicht jedes Hausmittel hilft jedem. So sollte das Eine oder das Andere einfach ausprobiert werden. Auch ist das Bauchgefühl wichtig. Ist zum Beispiel von Kamille die Rede und lehnen die Betroffenen diese Pflanze kategorisch ab, so wird sie wahrscheinlich nicht helfen. Hier sollte dann ein anderes Hausmittel gesucht werden.

Inhaltsverzeichnis

Hausmittel aus der Küche

Als erstes Hausmittel, das nahezu jede Küche zu bieten hat, ist die Zwiebel zu nennen. Sie ist nicht nur eine wichtige Beigabe vieler Speisen, sondern auch dafür bekannt, dass sie äußerlich angewandt zum Beispiel Ohrenschmerzen vertreiben beziehungsweise lindern kann. Bei Zahnschmerzen kommt ebenso die antientzündliche Wirkung der Zwiebel zum Tragen. Für die Behandlung der Schmerzen wird die Zwiebel gehackt, in ein Taschentuch gewickelt und dieses dann von außen an die Wange der betroffenen Seite gehalten. Es kann aber auch eine Zwiebelscheibe in den Mund, direkt auf die betroffene Stelle, gelegt werden.

Die Gewürznelke ist Vielen bekannt als hilfreiches Hausmittel bei Zahnschmerzen. Dafür wird die Nelke in die nähere Umgebung des schmerzenden Zahns gegeben und darauf gebissen. Das direkte Auflegen auf den betroffenen Zahn kann allerdings, gerade wenn sich darin ein Loch befindet, den Schmerz verschlimmern.

Was ebenso von außen helfen soll, ist ein Wirsingblatt, dessen Mittelrippe vorher entfernt und das anschließend mit dem Nudelholz platt gewalzt wurde. Dieses, in ein Taschentuch gepackt und auf die schmerzende Wange gelegt, kann für Linderung sorgen.

Salzlösung gegen Infektionen im Mund

Salz ist wirklich in jedem Haushalt vorhanden und kann somit auch leicht als Hausmittel bei Zahnschmerzen verwendet werden. Ein halber Teelöffel Salz, am besten ein hochwertiges Salz, wie zum Beispiel ein Himalaja Salz oder ein Meersalz, wird in ein Glas mit warmem Wasser gegeben und dies solange verrührt, bis sich das Salz aufgelöst hat. Ein kleiner Schluck davon, für circa zwei Minuten im Mund belassen, soll die Schmerzen lindern. Wichtig ist, die Salzlösung unbedingt auszuspucken. Zuviel Salz hinuntergeschluckt, kann zu Übelkeit & Erbrechen führen. Dieses Hausmittel sollte nicht von Kindern angewandt werden, da diese häufig noch nicht in der Lage sind, die Salzlösung wieder auszuspucken.

In der russischen Heilkunde ist das Spülen mit hochprozentigem Wodka eine Methode, um Entzündungen zu desinfizieren. Hierzu wird ein kleines Glas Wodka im Mund belassen. Auch hier gilt, die Spülung nicht hinunterzuschlucken, sondern nach 2 Minuten auszuspucken. Nach einer Weile kann das Spülen wiederholt werden.

Zahnschmerzen können durch Zysten hervorgerufen werden.
Zahnschmerzen können durch Zysten hervorgerufen werden. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Kamille als Hausmittel gegen Zahnschmerzen

Die Kamille ist ein altbekanntes, weit verbreitetes Hausmittel. Auch bei Zahnschmerzen kommt sie zum Einsatz. Kamillenblüten in etwas Verbandsmull verpackt, werden mit heißem Wasser getränkt und anschließend auf die schmerzende Stelle gelegt, wenn das Kamillenpäckchen auf eine lauwarme Temperatur abgekühlt ist. Dort kann der „Verband“ einige Zeit verweilen und eventuell nochmals erneuert werden.

Keine Wärme bei Zahnweh

Bei Zahnschmerzen sollte niemals mit zu viel Wärme gearbeitet werden, da sich vorhandene Bakterien dadurch besser vermehren können. Kälte hingegen wird meist als angenehm empfunden. Ein Eispack, eingehüllt in ein Handtuch, nicht länger als 15 Minuten an die betroffenen Wange gehalten, hat eine schmerzlindernde und auch abschwellende Wirkung. Gerade nach einer Zahnextraktion ist das Kühlen sehr wichtig.

Ein ganz einfaches Hausmittel bei Zahnschmerzen ist das Drücken eines Akupressurpunktes. Dieser befindet sich in der Kuhle zwischen Nase und Oberlippe und wird circa zwei bis drei Minuten fest gedrückt, um die Schmerzen zu lindern. Ein weiterer, häufig benutzter Punkt, auch in der Akupunktur, ist der Akupunkturpunkt Dickdarm 4 an der Hand. Um diesen zu finden werden Daumen und Zeigefinger zusamengeführt. Dabei entsteht eine Hautfalte in der Nähe des Daumengrundgelenks. An deren höchster Erhebung befindet sich der Akupunkturpunkt. Dieser kann in der Akupunktur genadelt, aber auch für einige Minuten gedrückt werden, um bei Zahnschmerzen für Linderung zu sorgen.

Ein weiteres Hausmittel ist Alkohol. Dieser wird dabei nicht getrunken, sonder nur für kurze Zeit im Mund behalten und anschließend ausgespuckt. Dafür geeignet sind Cognac und Wodka. Bei Kindern ist dies natürlich absolut kontra indiziert. Auch Mundwasser, vor allem wenn darin Nelkenöl enthalten ist, kann bei Zahnschmerzen gute Dienste leisten.

Gewürznelken
Die Inhaltsstoffe der Gewürznelken wirken Zahnschmerzen entgegen. (Bild: fovito/fotoia.com)

Ölziehen als Heilmittel

„Ölziehen“ ist mittlerweile in aller Munde. Mit einem kaltgepressten, hochwertigen Sonnenblumen- oder Sesamöl wird der Mund gespült. Dabei sollte circa ein Esslöffel des Öls für ein paar Minuten im Mund behalten werden. Dies hat eine antivirale und antibakterielle Wirkung. Das Ölziehen ist auch eine gute Methode zur Prävention, um das Milieu im Mundraum zu verbessern. Auf keinen Fall sollte das Öl geschluckt werden, da sich darin Keime aus dem Mundraum befinden. Für das „Entsorgen“ des Öls ist ein Papiertaschentuch zu empfehlen. Das Ausspucken in den Ausguss des Waschbeckens könnte eventuell zu Verstopfungen des Abflusses führen und noch zusätzlich den Kreislauf unseres Trinkwassers belasten.

Die Wirkung von Salbei ist schon lange bekannt. So wirkt dieser nicht nur bei Hals- beziehungsweise Rachenschmerzen, sondern auch bei Schmerzen im Mundraum. Mehrmaliges Spülen mit einer Salbei-Lösung kann Zahnschmerzen lindern.

Salbei ist ein altes Hausmittel. Es lindert Erkältungsbeschwerden aber auch Zahnschmerzen.
Salbei ist ein altes Hausmittel. Es lindert Erkältungsbeschwerden aber auch Zahnschmerzen. (Bild: Floydine/fotolia.com)

Der alt bekannte Klosterfrau Melissengeist darf in der Aufzählung nicht vergessen werden. Dieser, tropfenweise auf den Zahn geträufelt, zeigt in vielen Fällen gute Wirkung. Die Anwendung muss jedoch meistens häufig wiederholt werden.

Propolistinktur lindert Beschwerden

Folgende Hausmittel, die bei Zahnbeschwerden angewandt werden können, befinden sich nicht unbedingt in jedem Haushalt. Dazu gehört zum Beispiel die Propolistinktur. Diese hat vielfältige Anwendungsbereiche. Sie wird eingesetzt zur Steigerung des Immunsystems, zur Behandlung von Allergien, bei Halsschmerzen, bei Erkältungen, aber auch bei Zahnschmerzen. Entweder wird mit verdünnter Propolistinktur gespült und gegurgelt oder diese direkt auf die schmerzende Stelle aufgetragen.

Teebaumöl als äußerliche Anwendung

Ähnliche Wirkung zeigt das Teebaumöl, das ebenso einen großen Einsatzbereich hat. Bekannt ist dieses Öl vor allem in der äußerlichen Anwendung als Hausmittel gegen Fußpilz oder Insektenstichen. Ein Tropfen auf ein Glas lauwarmes Wasser hilft bei Halsschmerzen und kann auch bei Zahnschmerzen Linderung bringen. Pur auf den schmerzenden Bereich aufgebracht, sollte der Einsatz jedoch nur in homöopathischen Mengen erfolgen.

Des Weiteren lohnt sich der Versuch mit Steinklee, auch bekannt als Honigklee, gegen die Zahnschmerzen anzugehen. Ein paar Tropfen der Tinktur in ein Glas Wasser gegeben eigenen sich zum Spülen oder Gurgeln. Auch der Steinkleetee kann hierfür verwendet werden. Schafgarbentee soll ebenso gegen Zahnschmerzen helfen. Davon wird abends und morgens jeweils eine Tasse getrunken. Darüber hinaus finden sich auch Rosmarinblätter mit Sicherheit nicht in jedem Haushalt, können jedoch, wenn sie gekaut werden, bei Zahnschmerzen ebenfalls helfen.

Zur Behandlung von Schmerzen im Mundraum können darüber hinaus verschiedene Heilsteine verwendet werden. Hierfür eignen sich den Ansätzen der Steinheilkunde zufolge der Blaue Calcit und der Bernstein. Letzterer ist bekannt dafür, dass er das Zahnen bei den Säuglingen und Kleinkindern positiv unterstützt. Bei Zahnschmerzen wird der Stein für eine Weile an die betroffene Wangenseite gehalten.

Ätherisches Nelkenöl

Anstatt der bereits erwähnten Gewürznelke kann als Alternative das ätherische Nelkenöl zum Einsatz kommen. Dieses wird, ebenso wie das Teebaumöl, äußerst vorsichtig in geringster Menge auf die betroffene Stelle aufgetupft. Ein uraltes Hausmittel ist zudem die Myrrhentinktur, einfach und kostengünstig. Dies kann verdünnt als Spüllösung oder pur aufgetragen gegen Zahnschmerzen helfen. Zimtöl ist ebenso ein Mittel, dass schon unsere Großmütter als Hausmittel gegen Zahnschmerzen verwendet haben. Dies wird unverdünnt auf den schmerzenden Zahn aufgebracht. Doch auch hier gilt der Grundsatz „weniger ist mehr“.

Der Genuss von grünem Tee ist allgemein sehr gesund. Dieser kann jedoch auch als Mundspüllösung verwendet werden, um gegen Schmerzen im Mundraum anzugehen.

Was zu beachten ist

Zahnschmerzen haben die vielfältigsten Ursachen. Hausmittel dienen dazu, diese etwas zu lindern, bist der Gang zum Zahnarzt ansteht. Vorsicht gilt bei der Anwendung von Hausmitteln, vor allem nach Zahnextraktionen (Zahnentfernungen). Durch das Entfernen eines Zahnes entsteht eine Öffnung, in die auf keinen Fall Keime eindringen sollten. So sind hier in erster Linie nur Mundspülungen geeignet. Direktes Aufbringen von irgendwelchen Lösungen oder Ölen ist kontraindiziert. Dies gilt auch nach Wurzelbehandlungen.

Hausmittel ersetzen auf keinen Fall den Gang zum Zahnarzt. Bei offenen Stellen im Mund ist generell das Spülen und Gurgeln einem direkten Kontakt mit Ölen, Tinkturen oder Gewürzen vorzuziehen.

Bei dem Auftragen von Tinkturen oder ätherischen Ölen muss unbedingt darauf geachtet werden, dass diese nur in homöopathischen Dosen verwendet werden. Ansonsten können sich bereits bestehende Entzündungen verschlechtern und sich eventuell auch die Zahnschmerzen verschlimmern.

Gerade bei der Verwendung von ätherischen Ölen ist auf Qualität und Reinheit zu achten. Nicht jedes Öl ist auch für Gebrauch im Mundraum geeignet. Unreine Öle können zu unangenehmen Nebenwirkungen, wie Entzündung, Allergie oder Übelkeit führen. (sw)  

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