Lymphödem – Ursachen und Behandlung

Heilpraxisnet
Als Lymphödem wird eine Ansammlung und Speicherung von Gewebeflüssigkeit in den Gewebsspalten bezeichnet, die nicht ausreichend abfließen kann. Die Ursachen sind vielfältig und nicht immer ersichtlich. Experten wie der Chefarzt des Gefäß- und Lymphzentrums Nord-West, Gerd Lulay, sehen in Erkrankungen des Lymphsystems den Trend zu einer neuen Volkskrankheit, auf die wir in den westlichen Industrienationen nicht genügend vorbereitet sind. Viele lymphatische Problematiken, wie das Lymphödem, scheinen nicht rechtzeitig diagnostiziert und frühzeitig kompetent behandelt zu werden. Naturheilkundlich bestehen alte und neuere Konzepte zur Diagnose und Behandlung des Lymphödems.

Synonyme

Lymphstau, Ödem des Lymphsystems, primäres Lymphödem, sekundäres Lymphödem, angeborenes Lymphödem, Schwangerschaftslymphödem, Pubertätslymphödem, Elephantiasis.

Ursachen des Lymphödems

Unser Lymphsystem besteht aus den Lymphgefäßen, Lymphknoten, der Lymphflüssigkeit, der Milz und dem Thymus. Eine eingeschränkte Funktion einer oder mehrerer dieser Komponenten kann sich in einem Lymphstau (Lymphostase) äußern, der von außen sicht- und fühlbar sein kann. Wobei man das Lymphödem von einer Lymphknotenschwellung unterscheiden sollte. Durch die eingeschränkte Funktion kommt es zu einem Stau, durch den erhöhten Druck in den Lymphbahnen auch zum Austritt oder verminderter Aufnahme der Lymphflüssigkeit, die dann zu einer Schwellung führt. Ursachen können nach Operationen Entfernungen von Lymphknoten sein (z.B. nach Brustkrebs die Lymphknoten in der Achsel), normal (physiologisch) oder auch übersteigert (pathologisch) im Rahmen Verletzungen, durch einen Rückstau über das venöse System (in welches das Lymphatische System hineinfließt), durch Narben und durch Parasitenbefall. Das Lymphsystem selbst kann auch die Ursache sein, im Rahmen von Entzündungen des Lymphgefäßsystems (Lymphangitiden), bösartigen Erkrankungen (Morbus Hodgkin, bestimmte Leukämie Formen) oder einer unphysiologischen Zusammensetzung der Lymphflüssigkeit.

Lymphödem

Mehr zum Thema:

Symptome

Klassisch wird die Schwellung durch Lymphflüssigkeit von den Betroffenen nicht als schmerzhaft empfunden. Eher plagt sie ein Spannungs- und Schweregefühl, das von Brennen und einer Bewegungseinschränkung begleitet wird. Die Qualität der Schwellung wird gemeinhin als „teigig“ beschrieben und zum Teil findet man Einziehungen der Haut. Eine gravierende Stauung in den Beinen wird in der Medizin als „Elephantiasis“ bezeichnet- dies kann auch im Rahmen einer generellen Problematik des Lymphsystems auftreten, da in unserem Körper der hydrostatische Druck in den Beinen am größten ist.
Meist tritt das Lymphödem –wie oben beschrieben- an Armen oder Beinen auf (ein- oder beidseitig), seltener an den Genitalien, am Rumpf, dem Hals oder im Bereich des Kopfes.

Naturheilkundliche Behandlung des Lympödems

Säulen der naturheilkundlichen Behandlung des Lymphödems: Entscheidend für die nachhaltige und effektive Behandlung eines Lymphödems ist natürlich, die Herkunft der Störung zu ergründen. Nach den Aussagen des Chefarztes des Gefäß- und Lymphzentrums Nord- West am Mathias-Spital Rheine und Pius-Hospital Ochtrup Gerd Lulay auf dem Portal Onmeda, sind bundesweit 1,5 Millionen Menschen von Lympherkrankungen betroffen und davon eine Million akut behandlungsbedürftig. In seinem, aus einem interdisziplinärem Team bestehenden Lymphzentrum, soll eine sinnvolle ursachenorientierte Behandlung erfolgen, nach der es zur Zeit bundesweit starke Nachfrage aufgrund des mangelnden Angebotes ganzheitlicher Diagnose- und Behandlungskonzepte gibt.

Säule 1: Symptomorientierte & lindernde Verfahren:
Naturheilkundliche Behandlungen des Lymphödems ohne bösartigen Hintergrund verfolgen zum einen das Ziel, den Lymphfluss anzuregen und abzuleiten, um die Symptome zu lindern. Vor allem nach Operationen entstandene Ödeme sprechen gut auf die Behandlung mit Blutegeln an, genau wie auf hochdosierte Enzyme, wenn sie rechtzeitig eingesetzt werden. Häufig wird eine Diät empfohlen, bei der auf tierische Eiweiße weitgehend verzichtet wird und zusätzlich viel Bewegung, Atemübungen und leichte Bürstenmassagen verordnet. Phytotherapeutisch werden Pflanzen mit lymphableitender und blutreinigender Wirkung verschrieben, als Tee, Tinktur oder in homöopathischer Zubereitung. Manuell kommen vor allem die Lymphdrainage, die Osteopathie, die Fußreflexzonentherapie und Kompressionsbehandlungen zum Einsatz.

Säule 2: Tiefgreifende ursächliche Therapie:
Durch eine tiefgreifende Therapie soll die natürliche Regulationsfähigkeit des Körpers wieder hergestellt werden, indem ursächliche Störungen erkannt und behandelt werden. Naturheilkundliche Diagnostiker nutzen hierfür konstitutionsorientierte Verfahren wie die Irisdiagnose, machen sich mithilfe der Dunkelfeldmikroskopie ein Bild der (mikrobiellen) Milieubelastung oder spüren Blockaden durch energetischen Messungen (z.B. EAV, Bioresonanz, Vegatestung) auf, die sich negativ auf verschiedenste Funktionsabläufe im Körper auswirken können, obwohl aus herkömmlicher Sicht keine direkte kausale Verbindung besteht. Danach folgt dann die individuelle Therapie, die je nach Arbeitsweise des Therapeuten medikamentös, manuell, klassisch ausleitend, physikalisch, ernährungs- und ordnungstherapeutisch oder aber feinstofflich-energetisch ausgerichtet sein kann.
(Thorsten Fischer, Heilpraktiker & Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin, 28.12.2009)

Bildnachweis: Jerzy  / pixelio.de

Quellen

Internetpräsenz des Lymphzentrums Nord- West mit weiteren Informationen:
http://www.lymphzentrum-nordwest.de/