Entzündungen der Lymphgefäße & Lymphknoten

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Lymphangitis – Die „falsche Blutvergiftung“

Ein Insektenstich oder eine kleine Wunde wird oft nicht weiter beachtet, aber sie können Auslöser einer Entzündung der Lymphgefäße (Lymphangitis) sein. Bakterien können an diesen Stelle in das Lymphsystem eindringen und so die „falsche Blutvergiftung“ auslösen, die auch schwere Komplikationen zur Folge haben kann. Eine der häufigsten Folgen ist eine Entzündung der Lymphknoten (Lymphadenitis).

  • Kleine Wunden oder Insektenstiche bilden meist den Auslöser eine Lymphangitis.
  • Im weiteren Verlauf droht eine Entzündung der Lymphknoten.
  • Ein roter sichtbarer Streifen unter der Haut zählt zu den auffälligsten Symptomen, es können jedoch auch eher unauffällige Beschwerden wie allgemeines Unwohlsein oder Juckreiz auftreten.
  • Aus der Lymphangitis kann auch eine lebensbedrohliche Blutvergiftung entstehen, wenn die ursächlichen Erreger in die Blutbahn gelangen.

Definition Lymphangitis und Lymphadenitis

Die Lymphangitis gehört zu den Erkrankungen der Lymphgefäße und bezeichnet eine bakteriell bedingte Entzündung entlang der Lymphgefäße. Werden im Verlauf der Lymphangitis oder aufgrund anderer Ursachen Lymphknoten infiziert, spricht man von einer Lymphadenitis, einer Entzündung des Lymphknotens. Meist verlaufen die Entzündungen harmlos, es können jedoch auch schwere Komplikationen auftreten, wenn nicht rechtzeitig therapeutische Maßnahmen ergriffen werden.

Eine Lymphgefäßsentzündung kann sich auf die Lymphknoten ausweiten, wenn die Bakterien ins dortige Lymphgewebe gelangen (Bild: defun/fotolia.com)

Warum „falsche Blutvergiftung“

Obwohl die Entzündung die Lymphgefäße betrifft, wird die Lymphangitis auch heute noch umgangssprachlich als Blutvergiftung bezeichnet. Der wandernde rote Streifen, der sich in Richtung der Körpermitte bewegt, betrifft aber nicht die Blutgefäße sondern das Lymphsystem.

Hautverletzungen als Ursache

Durch Verletzungen der Haut, wie zum Beispiel

können Erreger in das Lymphsystem gelangen, die dann eine Lymphangitis auslösen können.

Bakterien sind die häufigsten Auslöser

Meist infizieren bei einer Lymphangantis Streptokokken oder Staphylokokken die Lymphgefäße. Aber auch andere Bakterien oder Viren können der Auslöser sein. Sie gelangen in das Lymphabflussgebiet der Hautwunde und werden mit Fließrichtung der Lymphflüssigkeit in den Lymphbahnen transportiert. So gelangen sie zu den Lymphknoten. Neben Hautverletzungen bieten auch

gute Voraussetzungen für die Entstehung einer Lymphangitis.

Allgemein wird davon ausgegangen, das eine Infektion des Lymphsystem mit einem geschwächten Immunsystem im Zusammenhang steht.

Nach einem Insektenstich kann es zu Entzündungen im Lymphsystem kommen. (Bild: kozorog/fotolia.com)

Symptome und Komplikationen

Bei einer „falschen Blutvergiftung“ können folgende Symptome auftreten:

Ein warmer, druckschmerzhafter roter Streifen, der sich aus der Umgebung der Verletzung (häufig die Extremitäten) zum Körperstamm hin ausbreitet, ist eines der ersten Symptome. Bis heute noch hält sich in diesem Zusammenhang die Legende von der „Blutvergiftung“, die durch den roten Streifen ihren Fortschritt anzeigt, und mit dem Erreichen des Herzens zum Tode führt.

Tatsächlich kann als Komplikation aus einer Lymphgefäßentzündung eine „echte“ Blutvergiftung (Sepsis) entstehen, wenn die Bakterien in die Blutbahn eindringen und so zu einer lebensbedrohlichen Allgemeininfektion mit hohem Fieber und Schüttelfrost führen. Häufig wiederkehrende Lymphangitiden können außerdem durch die Zerstörung der Lymphgefäße zur Bildung von Lymphödemen führen.

Sind die Lymphknoten betroffen, reagieren sie ebenfalls mit den Entzündungszeichen Druckschmerz und Schwellung, die darüber liegende Haut ist überwärmt und gerötet. Als Komplikation droht die Bildung eines eitrigen Abzesses.

Naturmedizinische Möglichkeiten und Grenzen

Es sollte bei Verdacht auf eine Lymphgefäßentzündung oder Lymphknotenentzündung auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Zunächst muss eine bösartige Erkrankung (maligne Lymphome z.B. Morbus Hodgkin, Infektionskrankheiten, z.B. Tuberkulose) ausgeschlossen und bei bakterieller Beteiligung der Einsatz von Antibiotika immer in Erwägung gezogen werden. Da ein entzündeter Lymphknoten zur Vereiterung neigt, ist sogar ein chirurgischer Eingriff häufig nicht zu vermeiden (Öffnung bzw. Entfernung des Lymphknotens).

Bei beginnenden Entzündungen, insbesondere durch virale Erreger, eignen sich jedoch zahlreiche naturheilkundliche Verfahren zur begleitenden Behandlung der Lymphangitis und Lymphadenitis wie:

  • die Enzym-Therapie,
  • Kräuterwickel und
  • Heilerde-Umschläge.

Enzyme beispielsweise wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und antiödematös, wenn sie in der richtigen Dosis eingesetzt werden. Anwender der Neuraltherapie spritzen direkt am entzündeten Lymphstrang entlang und versuchen zusätzlich, die Injektionen gegen mutmaßliche, chronisch-streuende Entzündungherde (Nasennebenhöhlen u.ä.) einzusetzen. Bei akuten Infektionen können kalte Umschläge mit Heilerde oder Kräuterzusätzen Linderung bringen und die Entzündung reduzieren.

Homöopathen suchen nach den passenden Mitteln zu akuten Beschwerden, Allgemeinzustand und Gemütsverfassung. Insbesondere die Stärkung des Immunsystem mit Echinacea wird in der Homöopathie gegen Entzündungen der Lymphgefäße empfohlen.

In der Homöopathie kommt bei entzündeten Lymphgefäßen oftmals Echinacea zum Einsatz, um das Immunsystem zu stärken. (Bild: PhotoElite/fotolia.com)

Wichtig: Von einer Selbstbehandlung ohne medizinische (ärztliche) Beobachtung ist aufgrund der möglichen bösartigen Grunderkrankungen und schweren Komplikationen in jedem Fall abzuraten.

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(fp, ok; aktualisiert am 22. März 2018)
Fachliche Aufsicht: Barbara Schindewolf-Lensch (Ärztin)