16 Prozent der Jugendlichen leiden an Eisenmangel

Fabian Peters

Einseitige Ernährung: Viele Jugendliche in Deutschland leiden unter Eisenmangel

15.07.2012

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat auf die Bedeutung von Eisen für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hingewiesen. Rund sechzehn Prozent der Jugendlichen seien den Ergebnissen der HELENA-Studie zufolge mit Eisen unterversorgt und daher gesundheitlich gefährdet, warnt der BVKJ.

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Insbesondere in der Wachstumsphasen des Teenageralters besteht laut BVKJ „ein erhöhter Eisenbedarf“, denn „bei Jungen nehmen Muskelmasse und Blutvolumen innerhalb kurzer Zeit stark zu, bei Mädchen geht durch die Monatsblutungen zusätzlich Eisen verloren.“ Daher sind die Ergebnisse der „Healthy Lifestyle in Europe by Nutrition in Adolescence“ (HELENA) Studie durchaus besorgniserregend. Hinzu kommt, dass eine kürzlich im Fachmagazin „PNAS“ veröffentlichte Studie die Bedeutung des Eisens für die Entwicklung des Nervensystems nicht nur bestätigt hat, sondern auch feststellte, dass Eisenmangel in der Wachstumsphase langfristig die Gehirnstrukturen beeinflusst und „mit kognitiven Beeinträchtigungen verbunden ist.“

Einseitige Ernährung führt zu Eisenmangel
Meist ist die Ursache des Eisenmangels bei Jugendlichen laut Aussage der Experten eine einseitige, ungesunde Ernährung. Vielen Heranwachsenden, aber auch deren Eltern, ist die Bedeutung des Eisens für die Gesundheit offenbar nicht bewusst. Dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte zufolge übernimmt Eisen zum Beispiel wesentliche Funktionen bei der Blutbildung und der Sauerstoffversorgung der Organe. Auch „laufen verschiedene Stoffwechselvorgänge mit Hilfe von Eisen ab“, so der BVKJ weiter. Darüber hinaus weise die im Fachjournal „PNAS“ () veröffentlichte Studie darauf hin, dass „sich Eisenmangel im Teenageralter längerfristig negativ auf die Gehirnstruktur auswirkt“, berichtet der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Jugendliche mit erhöhtem Eisenmangel-Risiko
Professor Hans-Jürgen Nentwich vom BVJK erklärte, dass „Müdigkeit, Blässe, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, brüchige Fingernägel und Haare, eingerissene Mundwinkel und spröde Lippen“ typische Symptome des Eisenmangels seien. Zudem mache „Eisenmangel anfälliger für Infekte“, so dass häufige Erkrankungen mitunter als Hinweis auf ein Eisendefizit zu bewerten sind. Des Weiteren könne sich „die Gehirn- beziehungsweise Gedächtnisleistung verschlechtern“, erläuterte Prof. Nentwich. Ein erhöhtes Risiko des Eisenmangels liegt laut BVKJ bei Jugendlichen vor, die „sich vegetarisch oder einseitig ernähren (z.B. Fast Food oder überwiegend Milchprodukte), viel Sport treiben, unter bestimmten chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Glutenunverträglichkeit oder angeborenen Fehlfunktionen der Eisenverwertung leiden.“ Ein möglicherweise bestehender Eisenmangel lasse sich beim Kinder- und Jugendarzt relativ einfach mit Hilfe einer Blutuntersuchung erkennen.

Ernährungsumstellung bei Eisenmangel
Wird bei der Untersuchung ein Eisenmangel festgestellt, ist meist eine Umstellung der Ernährung erforderlich „bei Bedarf helfen auch Nahrungsergänzungsmittel, wieder einen Vorrat im Körper aufzubauen“, erläuterte Prof. Nentwich. Als Lebensmittel mit hohem Eisengehalt seien den Betroffenen zum Beispiel Fleisch, grünes Blattgemüse, Roter Beete, Kresse, Fisch, Eiern, Vollkorngetreideprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen zu empfehlen, so der BVKJ. Darüber hinaus wird von Ernährungsexperten auch Feldsalat wegen seines hohen Eisengehaltes bei Eisenmangel empfohlen. (fp)