Eingerissene Mundwinkel

Fabian Peters

Eingerissene Mundwinkel: Mundwinkelrhagaden

Eingerissenen Mundwinkeln und entsprechende Entzündungen im Mundwinkelbereich sind ein relativ weit verbreitetes, äußerst lästiges Beschwerdebild. Zwar geht von den entzündlichen Veränderungen der Mundwinkel in der Regel keine besondere gesundheitliche Bedrohung aus, doch können sie Ausdruck ernsthafterer Erkrankungen sein. Eine ärztliche Überprüfung ist daher insbesondere bei schlecht heilenden Entzündungen der Mundwinkel angeraten.

Inhaltsverzeichnis

Symptomatik
Ursachen der eingerissenen Mundwinkel
Diagnose
Behandlung eingerissener Mundwinkel
Naturheilkunde und Hausmittel

Definition

Die umgangssprachliche Bezeichnung „Eingerissene Mundwinkel“ umfasst nicht nur die Fissuren (Einrisse) der Mundwinkel, sondern auch die hieraus folgenden Entzündungen im Mundwinkelbereich. Der medizinische Fachausdruck für das Beschwerdebild der eingerissenen Mundwinkel lautet Mundwinkelrhagaden. Weitere für eingerissene Mundwinkel verwendete Bezeichnungen sind Perlèche oder auch Faulecken.

Symptomatik

Eingerissenen Mundwinkel sind für die Betroffenen durch schmerzende Entzündungen gekennzeichnet, welche in Verbindung mit Fissuren, oberflächlichen Gewebedefekten (Erosionen) und tiefer reichenden Gewebeschädigungen (Ulzerationen) im Mundwinkelbereich auftreten. Die Mundwinkel erscheinen gerötet, rissig, schuppig und zeigen nicht selten eine Krustenbildung. Die Schmerzen sind insbesondere bei Berührung oder bei Bewegung zu verzeichnen. Oft heilen die Entzündungen nur äußerst langsam ab und kehren nach vorübergehend beschwerdefreier Zeit erneut zurück. Abhängig von den Auslösern der eingerissenen Mundwinkel sind zudem weitere Beschwerden zu beobachten, die deutlich variieren können und anschließend im Zusammenhang mit den Ursachen der Mundwinkelrhagaden jeweils kurz dargestellt werden.

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Ursachen der eingerissenen Mundwinkel

Zahlreiche Faktoren können bei der Entstehung der Mundwinkelrhagaden eine Rolle spielen, wobei diese von anatomischen Besonderheiten, über Infektionen und Hautkrankheiten bis hin zu Stoffwechselerkrankungen, Mangelerkrankungen und Erkrankungen der inneren Organe reichen.

Infektionen mit Herpes Simplex
Die Mundwinkelrhagaden treten häufig in Verbindung mit sogenanntem Lippenherpes auf, der durch eine Infektionen mit Herpes-simplex-Viren beziehungsweise eine Reaktivierung der Herpes-simplex-Viren verursacht wird. Die – nach einer oftmals symptomlos verlaufenden Erstinfektion – im Organismus verweilenden Viren, werden durch bestimmte Umstände (beispielsweise massiven Ekel oder Stress) reaktiviert und vermehren sich vor allem im Übergangsbereich zwischen Haut und Lippenrot. Auf den Lippen beziehungsweise in den Mundwinkeln bilden sich die typischen Herpes-Bläschen und Verkrustungen. Durch die Schädigungen reißen die Mundwinkel leicht ein und es können schlimmstenfalls weitere Infektionen folgen, da Bakterien wie beispielsweise Staphylokokken sich in den Wunden ausbreiten.

Eisenmangel
Eine der relativ weit verbreiteten Ursachen für eingerissene Mundwinkel ist Eisenmangel. Wird dem Körper nicht ausreichend Eisen über die Nahrung zugeführt, kann dies zudem zahlreiche weitere Beschwerden bedingen, die neben Haarausfall und brüchigen Nägeln auch chronische Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen umfassen. Mitunter entwickelt sich aufgrund des Eisenmangels auch ein sogenanntes Plummer-Vinson-Syndrom, welches weitere Beeinträchtigungen wie Schleimhautdefekte, Zungen- beziehungsweise Mundbrennen und Schluckbeschwerden mit sich bringt. Das Plummer-Vinson-Syndrom gilt als Risikofaktor für die Entwicklung von Speiseröhrenkrebs, weshalb der zugrundeliegende Eisenmangel dringend behoben werden sollte.

Vitaminmangel / Hypovitaminosen
Der Mangel an bestimmten Vitaminen (beispielsweise Riboflavin beziehungsweise Vitamin B2) wird ebenfalls in Verbindung mit der Entstehung von Mundwinkelrhagaden gebracht. Die sogenannte Ariboflavinose (Mangel an Riboflavin) ist dabei auch als mögliche Ursachen für Störungen des Stoffwechsel und eine Blutarmut (Anämie) zu nennen. Entsprechend weitreichend können die Begleitsymptome ausfallen. Kennzeichnend für die Ariboflavinose ist neben den eingerissenen Mundwinkeln ein Juckender Hautausschlag in Form einer Dermatitis und eine Zungenentzündung (Glossitis). Mitunter kommen auch Sehstörungen aufgrund einer Linsentrübung und neurovegetative Beeinträchtigungen hinzu. Allerdings ist eine Ariboflavinose bei normaler Ernährung allgemein äußerst selten. Dies gilt jedoch nicht für Frauen in der Schwangerschaft. Hier kann durchaus häufiger ein Vitamin-B2-Mangel festgestellt werden. Auch bei Alkoholikern ist vermehrt eine Ariboflavinose zu beobachten.

Neben dem Mangel an Riboflavin kann ein Überschuss beziehungsweise eine zu hohe Zufuhr von Vitamin A (Retinol) ebenfalls die Mundwinkelrhagaden bedingen. Eine solche Hypervitaminose kann mit weiteren Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Appetitlosigkeit, Problemen der Muskelkoordination, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen oder gar Schleimhautblutungen einhergehen.

Neurodermitis und andere Hauterkrankungen
Eingerissene Mundwinkel können auch im Zusammenhang mit einer Neurodermitis oder anderen Hautkrankheiten wie beispielsweise dem seborrhoischen Ekzem auftreten. In der Regel sind die eingerissenen Mundwinkel hier jedoch nur eine lästige Nebenerscheinung der allgemein zu beobachtenden starken Hautirritationen. Diese konzentrieren sich bei der Neurodermitis meist auf den Bereich der Armbeugen, des Halses, der Kniekehlen und des Gesichts. Beim seborrhoischen Ekzem zeigt sich der Hautausschlag vor allem auf der Kopfhaut – was ein entsprechendes Kopfjucken zur Folge hat – sowie im Gesichtsbereich um die Augenbrauen, die Augenlider, das Kinn und die Nase. Die Ursachen des Hautausschlags sind sowohl beim seborrhoischen Ekzem als auch bei der Neurodermitis bis heute nicht abschließend geklärt, es wird jedoch von einem engen Zusammenhang mit einer genetischen Disposition ausgegangen.

Aus dem Bereich der Hautkrankheiten, die in Verbindung mit der Entstehung von eingerissenen Mundwinkeln gebracht werden, ist des Weiteren die Schuppenflechte (Psoriasis) zu erwähnen, welche an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten kann. Sie wird durch Juckreiz, das vermehrte Ablösen überschüssiger Hautschuppen, Rötungen und punktuelle Blutungen der betroffenen Hautareale gekennzeichnet.

Anatomische Besonderheiten
Bei einigen Menschen führen anatomische Besonderheiten zu einem wiederholten Einreißen der Mundwinkel. So entsteht bei ihnen beispielsweise durch Mundbewegungen eine Zugwirkungen auf die Mundwinkel, die zu Fissuren und der Bildung von Mundwinkelrhagaden führt. Auch kann eine vermehrte Faltenbildung im Mundwinkelbereich dazu beitragen, dass sich hier dauerhaft feuchte Bereiche bilden, die das Entstehen einer Mundwinkelentzündung begünstigen. Im Zusammenhang mit den anatomischen Besonderheiten seien darüber hinaus die Auswirkungen einer Verschiebung des Bisses (durch Abnutzung oder schlecht sitzende Prothesen) auf den Lippenschluss erwähnt, da dies mitunter ebenfalls ein Einreißen der Mundwinkel zur Folge hat.

Diabetes mellitus
Diabetiker leiden allgemein vermehrt an eingerissenen Mundwinkeln, wobei diese hier häufig nur schwer behandelt werden können. Der Zusammenhang zwischen Diabetes und den Mundwinkelrhagaden wird dabei über die Beeinträchtigungen der Durchblutung und die allgemeinen Stoffwechselstörungen hergestellt. Die Haut der Mundwinkel verliert an Elastizität, wird spröde und reißt. Da auch die Heilungsprozesse bei Diabetikern deutlich beeinträchtigt sind, zeigen sie oft besonders hartnäckige rezidivierende Entzündungen der Mundwinkel.

Leberzirrhose
Eingerissene Mundwinkel sind mitunter auch Ausdruck einer schweren irreversiblen Lebererkrankung beziehungsweise einer Leberzirrhose. Begleitend sind hier häufig weitere Hautveränderungen, wie beispielsweise sogenannte Spinnennävi (rötliche geäderte Flecken auf der Haut), Rötungen der Handinnenflächen oder eine gelbliche Verfärbung der Haut zu beobachten. Außerdem führt eine Leberzirrhose zu schwerwiegenden Beschwerden wie einer Vergrößerung der Milz, sogenannten Aszites (Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle) oder einer hepatischen Enzephalopathie (Funktionsstörung im Gehirn aufgrund unzureichender Entgiftung durch die Leber). Die eingerissenen Mundwinkel sind demnach bei einer Leberzirrhose meist von entsprechend eindeutigen Symptomen begleitet.

Autoimmunkrankheiten
Als Ursache der eingerissenen Mundwinkel kommen in eher seltenen Fällen auch Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise das sogenannte Sjögren-Syndrom, bei dem die Speicheldrüsen und Tränendrüsen von den körpereigenen Immunzellen angegriffen werden, in Betracht. Typischerweise zeigt sich begleitend bei dem Sjögren-Syndrom eine ausgeprägte Mundtrockenheit und auch die Augen erscheinen zunehmend trocken. Hinzu kommt häufig eine rheumatoide Arthritis (auch chronische Polyarthritis genannt), die entsprechende Beschwerden wie zum Beispiel Gelenkschmerzen und steife Gelenke mit sich bringt. Zudem können neurologische Beeinträchtigungen wie ein Kribbeln in den Gliedern oder ein Taubheitsgefühl in den Beinen und Armen in Verbindung mit der Autoimmunerkrankung auftreten.

Darüber hinaus sind bei den Autoimmunerkrankungen, die zu eingerissenen Mundwinkeln führen können, auch die Hautkrankheiten aus der Gruppe der blasenbildenden Autoimmundermatosen (zum Beispiel Epidermolysis bullosa acquisita) zu nennen, welche jedoch nur äußerst selten auftreten.

Weitere mögliche Ursachen für eingerissene Mundwinkel
Örtlich begrenzte Pilzinfektionen und bakterielle Infektionen können ebenso Ursache der eingerissenen Mundwinkel sein, wie eine Systeminfektion beispielsweise in Form von Syphilis. Insbesondere bei einseitig auftretenden Mundwinkelrhagaden sollte letztere Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Auch Allergien und sogenannte Arzneimittelexantheme (Reaktionen auf bestimmte Antibiotika und andere Arzneien) sind als mögliche Auslöser der eingerissenen Mundwinkel bekannt. Zudem haben einige Menschen die Angewohnheit beziehungsweise den Tick, auf ihren Mundwinkeln zu kauen, was ebenfalls Mundwinkelrhagaden verursachen kann.

Diagnose

Um die Ursachen der eingerissenen Mundwinkel zu ermitteln empfiehlt sich zunächst eine ausführliche Befragung der Patienten zu dem Beschwerdebild, möglichen Begleitsymptomen und beobachteten Zusammenhängen. Anschließend sollte mittels eines Abstrichs eine Untersuchung auf mögliche Ansiedlungen potenzieller Krankheitserreger (Viren, Bakterien, Pilze) erfolgen. Eine Blutuntersuchung dient der Ermittlung eines möglicherweise vorliegenden Eisen-oder Vitaminmangels sowie der Feststellung von Stoffwechselerkrankungen, Leberzirrhosen oder Systeminfektionen, wenn ein Verdacht in diese Richtung besteht. Ein Allergietest kann zudem Aufschluss über vorliegenden Allergien liefern. Hauterkrankungen wie die Schuppenflechte oder Neurodermitis lassen sich in der Regel meist anhand des Hautbildes relativ eindeutig bestimmen.

Behandlung eingerissener Mundwinkel

Eine erfolgreiche Behandlung der eingerissenen Mundwinkel ist grundsätzlich an den Ursachen der Beschwerden auszurichten. So wird beispielsweise bei Eisenmangel zunächst eine Umstellung der Ernährung auf eisenhaltige Lebensmittel und auf Nahrungsmittel, die zur Verbesserung der Eisenresorption beitragen (beispielsweise Vitamin C), empfohlen. Lässt sich der Eisenmangel auf diesem Wege nicht beheben, besteht außerdem die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie mittels Eisenpräparaten. Ein vergleichbares Vorgehen bietet sich bei einem bestehenden Vitaminmangel an. Die Umstellung der Ernährung und gezielte Einnahme von Vitaminpräparaten ermöglichen hier in der Regel ebenfalls eine erfolgreiche Therapie. Anders ist die Situation zum Beispiel, wenn den eingerissenen Mundwinkeln eine Diabetes-Erkrankung zugrunde liegt. Die Stoffwechselerkrankungen bleibt bis heute unheilbar. Allerdings lässt sich das Ausmaß der Begleitsymptome, zu denen auch die eingerissenen Mundwinkel zählen, durch eine optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels deutlich reduzieren.

Ist Lippenherpes Auslöser der eingerissenen Mundwinkel, können Zinksulfat-Salben den Heilungsprozess beschleunigen, indem sie die typischen Herpes-Bläschen austrocknen. Auch Cremes mit desinfizierenden Zusätzen kommen hier zu Einsatz. Nimmt der Lippenherpes einen besonders schweren Verlauf können zudem antivirale Arzneien zur oralen Einnahme oder als Kurzinfusionen verabreicht werden. In der Regel verschwinden der Lippenherpes und mit ihm die Mundwinkelrhagaden jedoch auch ohne therapeutische Versorgung nach rund zwei Wochen.

Bei Hautkrankheiten, wie beispielsweise Neurodermitis, der Schuppenflechte oder dem seborrhoischen Ekzem ist eine Heilung der Erkrankung auf Basis des heutigen medizinischen Standes nicht möglich, doch können durch eine angemessene Therapie die Symptome deutlich gelindert und weitgehend beschwerdefreie Phasen erreicht werden. Gegen die akuten Erkrankungsschübe werden im Rahmen der schulmedizinischen Behandlung häufig Kortikoid-Salben angewandt, wobei diese jedoch aufgrund der drohenden Nebenwirkungen nur über einen äußerst begrenzten Zeitraum eingesetzt werden sollten. Weitere alternativmedizinische Behandlungsansätze gegen Psoriasis, Neurodermitis und das seborrhoische Ekzem finden Sie weiter unter im Abschnitt „Naturheilkunde bei eingerissenen Mundwinkel“.

Führen anatomische Besonderheiten zu den eingerissenen Mundwinkeln, besteht oft nur ein eingeschränkter Behandlungsspielraum und die Therapie konzentriert sich auf die Prävention beziehungsweise die Vermeidung übermäßiger Feuchtigkeitsansammlung in den Mundwinkeln. Im Zweifelsfall könnte hier auch eine operative Korrektur erfolgen, doch erscheint diese angesichts des eher harmlosen Beschwerdebildes kaum gerechtfertigt. Verschiebungen des Bisses aufgrund schlecht sitzender Prothesen oder abgenutzter Zähne können indes normalerweise von einem Zahnarzt beziehungsweise Kieferchirurgen auf relativ einfachem Wege behoben werden.

Liegt den eingerissenen Mundwinkeln eine Leberzirrhose zugrunde, sollten jegliche leberschädigenden Substanzen wie Alkohol oder auch bestimmte Medikamente dringend gemieden werden. Des Weiteren sind die Ursachen der Lebererkrankung zu ermitteln, um eine entsprechend angepasste Behandlung einzuleiten. Diese kann von einer Entzugstherapie bei Alkoholsucht über die Verabreichung von Immunsuppressiva bei einer sogenannten Autoimmunhepatitis oder die medikamentöse Virusbekämpfung bei viral-bedingter Hepatitis bis hin zu einer Lebertransplantation reichen.

Stehen die Mundwinkelrhagaden im Zusammenhang mit einer Autoimmunerkrankung, ist die Einnahme von Immunsuppressiva oft ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Begleitend empfehlen sich bei dem Sjögren-Syndrom allgemeine Maßnahmen, wie die Einhaltung einer gründlichen Mundhygiene und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, um den Symptomen im Mundbereich entgegenzuwirken. Auch das Kauen von Kaugummis kann hier hilfreich sein, da hierdurch der Speichelfluss angeregt wird. Saure Speisen erfüllen einen ähnlichen Zweck. Für die übrigen Symptome des Sjögren-Syndroms (Augenbeschwerden, neurologische Beeinträchtigungen) stehen entsprechende Arzneien zur Verfügung, wobei auch hier letztendlich lediglich eine Linderung der Beschwerden bewirkt werden kann.

Bei eingerissenen Mundwinkeln, die auf eine bakterielle Infektion zurückgehen, sind Antibiotika wesentlicher Bestandteil der Therapie. Sie könne gegen örtlich begrenzte oberflächliche Infektionen äußerlich in Form von Salben angewendet werden. Liegt eine sogenannte bakterielle Systeminfektion vor, ist eine orale Einnahme vorgesehen. Bei Pilzinfektionen wird in ähnlicher Weise verfahren. Antimykotische Salben finden bei lokal begrenzten oberflächlichen Infektionen der Haut Anwendungen, orale Arzneien werden gegen weiterreichende Pilzinfektionen eingesetzt.

Wird eine Allergie als Auslöser der eingerissenen Mundwinkel vermutet, sollten die Allergene dringend gemieden werden, um eine Abheilung zu erreichen. Um die Allergie insgesamt zu überwinden, kann auch eine sogenannte Hyposensibilisierung durchgeführt werden, bei der das Immunsystem durch den regelmäßigen Kontakt mit geringen Dosen der Allergene allmählich an die Substanzen gewöhnt und auf diese Weise die allergischer Reaktion vermieden wird. Gehen die eingerissenen Mundwinkel auf die Einnahme von bestimmten Arzneien zurück, sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt nach möglichen Alternativen gesucht werden, um die Beschwerden zu vermeiden.

Unabhängig von den Ursachen der eingerissenen Mundwinkel, können heilungsfördernde und entzündungshemmende Salben angewandt werden, wobei die Auswahl jedoch den Fachärzten überlassen werden sollte, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Naturheilkunde und Hausmittel

Gegen die meisten Ursachen der Mundwinkelrhagaden bietet die Naturheilkunde vielversprechende Behandlungsansätze, allerdings bleiben einzelne Krankheitsbilder wie beispielsweise Diabetes, die Autoimmunerkrankungen oder eine Leberzirrhose hier außen vor.

Bei Lippenherpes versprechen beispielsweise verschiedene pflanzenheilkundliche Präparate aus Aloe vera, Sonnenhut, Taigawurzel und anderen Heilpflanzen Linderung. Auch Teebaumöl wird hier häufig angewandt, kann allerdings langfristig zu weiteren Hautirritationen führen. Das Auftragen von Honig, Betupfen mit aufgeschnittenen Knoblauchzehen oder Melissenextrakt sind weitere vielfach eingesetzte Hausmittel gegen Lippenherpes. Auch dem Auftragen von Zahnpasta wird eine positive Wirkung zugesprochen. Als gegen Lippenherpes angewandte Homöopathika sind Natrium Chloratum, Cantharis und Rhu toxicodendron zu nennen.

Gegen Schuppenflechte wird in der Naturheilkunde der Ernährungstherapie eine besondere Bedeutung zugeschrieben, es kommen jedoch auch Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), wie beispielsweise die Akupunktur zum Einsatz. Weitere naturheilkundliche Ansätze zur Behandlung der Schuppenflechte bieten Homöopathika und Schüssler Salze, doch dienen diese ebenfalls lediglich der Symptomlinderung und ihr Erfolg ist bei der Schuppenflechte eher umstritten.

Cremes und Salben auf Pflanzenbasis sind häufig ebenfalls Bestandteil der naturheilkundlichen Therapie bei Psoriasis, dem seborrhoischen Ekzem oder Neurodermitis. Darüber hinaus können verschiedenste weitere Praktiken der Naturheilkunde zur Linderung der Beschwerden bei den chronischen Hautkrankheiten eingesetzte werden, wobei die Auswahl abhängig vom jeweiligen Beschwerdebild der Patienten gemacht werden sollte und individuell äußerst unterschiedlich ausfallen kann. Oft bietet sich auch eine Kombination aus naturheilkundlicher und konventioneller Therapie an. (fp)

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