Eingerissene Mundwinkel – Ursachen, Behandlung und Hausmittel

Fabian Peters

Mundwinkelrhagaden

Eingerissene Mundwinkel und entsprechende Entzündungen im Mundwinkelbereich sind ein relativ weit verbreitetes, äußerst lästiges Beschwerdebild. Zwar geht von den entzündlichen Veränderungen in der Regel keine besondere gesundheitliche Bedrohung aus, doch können sie Ausdruck ernsthafterer Erkrankungen sein. Eine ärztliche Überprüfung ist daher insbesondere bei schlecht heilenden Mundwinkelentzündungen angeraten.


Definition

Die umgangssprachliche Bezeichnung „Eingerissene Mundwinkel“ umfasst nicht nur die Fissuren (Einrisse), sondern auch die hieraus folgenden Entzündungen im Mundwinkelbereich. Der medizinische Fachausdruck für das Beschwerdebild lautet Mundwinkelrhagaden. Weitere verwendete Bezeichnungen sind Perlèche oder auch Faulecken.

Eingerissene Mundwinkel sind meist sehr unangenehm und heilen nur langsam ab. (Bild: Victoria М/fotolia.com)

Symptomatik

Eingerissene Mundwinkel sind für die Betroffenen durch schmerzende Entzündungen gekennzeichnet, welche in Verbindung mit Fissuren, oberflächlichen Gewebedefekten (Erosionen) und tiefer reichenden Gewebeschädigungen (Ulzerationen) im Mundwinkelbereich auftreten. Die Mundwinkel erscheinen gerötet, rissig, schuppig und zeigen nicht selten eine Krustenbildung.

Die Schmerzen sind insbesondere bei Berührung oder bei Bewegung zu verzeichnen. Oft heilen die Entzündungen nur äußerst langsam ab und kehren nach vorübergehend beschwerdefreier Zeit erneut zurück. Abhängig von den Auslösern sind weitere Beschwerden zu beobachten, die deutlich variieren können und anschließend im Zusammenhang mit den Ursachen der Mundwinkelrhagaden jeweils kurz dargestellt werden.

Ursachen der eingerissenen Mundwinkel

Zahlreiche Faktoren können bei der Entstehung der Mundwinkelrhagaden eine Rolle spielen, wobei diese von anatomischen Besonderheiten, über Infektionen und Hautkrankheiten bis hin zu Stoffwechselerkrankungen, Mangelerkrankungen und Erkrankungen der inneren Organe reichen.

Infektionen mit Herpes Simplex

Die Einrisse treten häufig in Verbindung mit Herpes im Mund bzw. an den Lippen auf. Dieser wird durch eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren beziehungsweise eine Reaktivierung der Herpes-simplex-Viren verursacht. Die – nach einer oftmals symptomlos verlaufenden Erstinfektion – im Organismus verweilenden Viren, werden durch bestimmte Umstände (beispielsweise massiven Ekel oder Stress) reaktiviert und vermehren sich vor allem im Übergangsbereich zwischen Haut und Lippenrot.

Auf den Lippen beziehungsweise in den Mundwinkeln bilden sich die typischen Herpes-Bläschen und Verkrustungen. Durch die Schädigungen reißen die Mundwinkel leicht ein und es können schlimmstenfalls weitere Infektionen folgen, da Bakterien wie beispielsweise Staphylokokken sich in den Wunden ausbreiten.

Einrisse im Mundwinkel durch Eisenmangel

Eine relativ weit verbreitete Ursache für Mundwinkelrhagaden ist Eisenmangel. Wird dem Körper nicht ausreichend Eisen über die Nahrung zugeführt, kann dies zahlreiche weitere Beschwerden bedingen. Hierzu zählen unter anderem Haarausfall, brüchige Nägel, chronische Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen.

Mitunter entwickelt sich aufgrund der Unterversorgung ein sogenanntes Plummer-Vinson-Syndrom, welches weitere Beeinträchtigungen wie Schleimhautdefekte, Zungen- beziehungsweise Mundbrennen und Schluckprobleme mit sich bringt. Das Plummer-Vinson-Syndrom gilt als Risikofaktor für die Entwicklung von Speiseröhrenkrebs, weshalb der zugrunde liegende Eisenmangel dringend behoben werden sollte.

Grund für die Mundwinkelrhagaden kann ein Eisenmangel sein. Um diesen auszugleichen, sollten verstärkt eisenhaltige Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse gegessen werden. (Bild: ratmaner/fotolia.com)

Ursache Vitaminmangel / Hypovitaminosen

Der Mangel an bestimmten Vitaminen (beispielsweise Riboflavin beziehungsweise Vitamin B2) wird ebenfalls mit der Entstehung von Rissen in den Mundwinkeln in Verbindung gebracht. Die sogenannte Ariboflavinose (Mangel an Riboflavin) ist dabei auch als mögliche Ursache für Störungen des Stoffwechsels und eine Blutarmut (Anämie) zu nennen. Entsprechend weitreichend können die Begleitsymptome ausfallen. Kennzeichnend für die Ariboflavinose ist neben dem Mundwinkelrhagaden ein juckender Hautausschlag in Form einer Dermatitis und eine Zungenentzündung (Glossitis).

Mitunter kommen Sehstörungen aufgrund einer Linsentrübung und neurovegetative Beeinträchtigungen hinzu. Allerdings ist eine Ariboflavinose bei normaler Ernährung allgemein äußerst selten. Dies gilt jedoch nicht für Frauen in der Schwangerschaft. Hier kann durchaus häufiger ein Vitamin-B2-Mangel festgestellt werden. Auch bei Alkoholikern ist vermehrt eine Ariboflavinose zu beobachten.

Neben dem Mangel an Riboflavin kann ein Überschuss beziehungsweise eine zu hohe Zufuhr von Vitamin A (Retinol) ebenfalls ursächlich sein. Eine solche Hypervitaminose kann mit weiteren Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Appetitlosigkeit, Problemen der Muskelkoordination, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen oder gar Schleimhautblutungen einhergehen.

Neurodermitis und andere Hauterkrankungen

Die Beschwerden können auch im Zusammenhang mit einer Neurodermitis oder anderen Hautkrankheiten wie beispielsweise dem seborrhoischen Ekzem auftreten. In der Regel sind die eingerissenen Mundwinkel hier jedoch nur eine lästige Nebenerscheinung der allgemein zu beobachtenden starken Hautirritationen.

Diese konzentrieren sich bei der Neurodermitis meist auf den Bereich der Armbeugen, des Halses, der Kniekehlen und des Gesichts. Beim seborrhoischen Ekzem zeigt sich der Ausschlag vor allem auf der Kopfhaut – was ein entsprechendes Kopfjucken zur Folge hat – sowie im Gesichtsbereich um die Augenbrauen, die Augenlider, das Kinn und die Nase. Die Ursachen des juckenden Hautausschlags sind sowohl beim seborrhoischen Ekzem als auch bei der Neurodermitis bis heute nicht abschließend geklärt, es wird jedoch von einem engen Zusammenhang mit einer genetischen Disposition ausgegangen.

Eien Hautkrankheit, die mit rissigen Mundwinkeln einhergehen kann, ist die Schuppenflechte (Psoriasis), welche an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten kann. Sie ist durch Juckreiz, das vermehrte Ablösen überschüssiger Hautschuppen, Rötungen und punktuelle Blutungen der betroffenen Hautareale gekennzeichnet.

Mundwinkelrhagaden durch anatomische Besonderheiten

Bei einigen Menschen führen anatomische Besonderheiten zu einem wiederholten Einreißen der Mundwinkel. So entsteht bei ihnen beispielsweise durch Mundbewegungen eine Zugwirkung auf die Mundwinkel, die zu Einrissen führt. Ebenso kann eine vermehrte Faltenbildung im Mundwinkelbereich dazu beitragen, dass sich hier dauerhaft feuchte Bereiche bilden, die das Entstehen einer Entzündung begünstigen.

Teilweise kommt es auch infolge einer Verschiebung des Bisses (durch Abnutzung oder schlecht sitzende Prothesen) auf den Lippenschluss zu den unangenehmen und schmerzhaften Einrissen.

Bei Diabetikern reißen die Mundwinkel aufgrund des Verlusts der Hautelastizität sehr schnell ein. (Bild: Printemps/fotolia.com)

Ursache Diabetes mellitus

Diabetiker leiden allgemein vermehrt an eingerissenen Mundwinkeln, wobei diese hier häufig nur schwer behandelt werden können. Der Zusammenhang zwischen Diabetes und den Rissen wird dabei über die Beeinträchtigungen der Durchblutung und die allgemeinen Stoffwechselstörungen hergestellt. Die Haut der Mundwinkel verliert an Elastizität, wird spröde und reißt. Da auch die Heilungsprozesse bei Diabetikern deutlich beeinträchtigt sind, zeigen sie oft besonders hartnäckige rezidivierende Entzündungen.

Leberzirrhose

Rissige Mundwinkel sind mitunter Ausdruck einer schweren irreversiblen Lebererkrankung beziehungsweise einer Leberzirrhose. Begleitend sind hier häufig weitere Hautveränderungen, wie beispielsweise sogenannte Spinnennävi (rötliche geäderte Flecken auf der Haut), Rötungen der Handinnenflächen oder eine gelbliche Verfärbung der Haut zu beobachten.

Eine Leberzirrhose kann weiterhin schwerwiegende Beschwerden wie eine vergrößerte Milz, Wasser im Bauch (Aszites) oder eine hepatische Enzephalopathie (Funktionsstörung im Gehirn aufgrund unzureichender Entgiftung durch die Leber) hervorrufen. Die eingerissenen Mundwinkel sind demnach bei einer Leberzirrhose meist von entsprechend eindeutigen Symptomen begleitet.

Autoimmunkrankheiten

Als Ursache kommen in eher seltenen Fällen Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise das sogenannte Sjögren-Syndrom in Betracht. Bei diesem werden die Speicheldrüsen und Tränendrüsen von den körpereigenen Immunzellen angegriffen. Typischerweise treten beim Sjögren-Syndrom begleitend ein ausgeprägt trockener Mund und zunehmend trockene Augen auf.

Hinzu kommt häufig eine rheumatoide Arthritis (auch chronische Polyarthritis genannt), die entsprechende Beschwerden wie zum Beispiel Gelenkschmerzen und steife Gelenke mit sich bringt. Weiterhin sind neurologische Beeinträchtigungen wie ein Kribbeln in den Gliedern oder ein Taubheitsgefühl in den Beinen und Armen in Verbindung mit der Autoimmunerkrankung möglich.

Aus dem Bereich der Autoimmunerkrankungen, die zu eingerissenen Mundwinkeln führen können, sind auch die Hautkrankheiten aus der Gruppe der blasenbildenden Autoimmundermatosen (zum Beispiel Epidermolysis bullosa acquisita) zu nennen, welche jedoch nur äußerst selten auftreten.

Weitere mögliche Ursachen

Örtlich begrenzte Pilzinfektionen und bakterielle Infektionen können ebenso Ursache sein, wie eine Systeminfektion beispielsweise in Form von Syphilis. Insbesondere bei einseitig auftretenden Mundwinkelrhagaden sollte letztere Möglichkeit in Betracht gezogen werden.

Allergien und sogenannte Arzneimittelexantheme (Reaktionen auf bestimmte Antibiotika und andere Arzneien) sind als mögliche Auslöser bekannt. Einige Menschen haben außerdem die Angewohnheit beziehungsweise den Tick, auf ihren Mundwinkeln zu kauen, was ebenfalls Risse und Entzündungen verursachen kann.

Diagnose

Um die Ursachen zu ermitteln, empfiehlt sich zunächst eine ausführliche Befragung der Patienten zu dem Beschwerdebild, möglichen Begleitsymptomen und beobachteten Zusammenhängen. Anschließend sollte mittels eines Abstrichs eine Untersuchung auf mögliche Ansiedlungen potenzieller Krankheitserreger (Viren, Bakterien, Pilze) erfolgen.

Eine Blutuntersuchung dient der Ermittlung eines möglicherweise vorliegenden Eisen- oder Vitaminmangels sowie der Feststellung von Stoffwechselerkrankungen, Leberzirrhosen oder Systeminfektionen, wenn ein Verdacht in diese Richtung besteht. Ein Allergietest kann Aufschluss über vorliegenden Allergien liefern. Hauterkrankungen wie die Schuppenflechte oder Neurodermitis lassen sich in der Regel anhand des Hautbildes relativ eindeutig bestimmen.

Bei einem Herpes kommen zur Behandlung der rissigen Mundwinkel unter anderem Zinksulfat-Salben zum Einsatz. (Bild: Janina Dierks/fotolia.com)

Behandlung von Mundwinkelrhagaden

Eine erfolgreiche Behandlung der eingerissenen Mundwinkel ist grundsätzlich an den Ursachen der Beschwerden auszurichten. So wird beispielsweise bei Eisenmangel zunächst eine Umstellung der Ernährung auf eisenhaltige Lebensmittel und auf Nahrungsmittel, die zur Verbesserung der Eisenresorption beitragen (beispielsweise Vitamin C), empfohlen. Lässt sich die Unterversorgung auf diesem Wege nicht beheben, besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie mittels Eisenpräparaten.

Ein vergleichbares Vorgehen bietet sich bei einem bestehenden Vitaminmangel an. Die Umstellung der Ernährung und gezielte Einnahme von Vitaminpräparaten ermöglichen hier in der Regel ebenfalls eine erfolgreiche Therapie.

Anders ist die Situation zum Beispiel, wenn eine Diabetes-Erkrankung zugrunde liegt. Die Stoffwechselerkrankungen bleibt bis heute unheilbar. Allerdings lässt sich das Ausmaß der Begleitsymptome, zu denen auch die Mundwinkelrhagaden zählen, durch eine optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels deutlich reduzieren.

Ist Lippenherpes der Auslöser, können Zinksulfat-Salben den Heilungsprozess beschleunigen, indem sie die typischen Herpes-Bläschen austrocknen. Auch Cremes mit desinfizierenden Zusätzen kommen hier zum Einsatz. Nimmt der Herpes einen besonders schweren Verlauf, können antivirale Arzneien zur oralen Einnahme oder als Kurzinfusionen verabreicht werden. In der Regel verschwinden die Lippenbläschen und mit ihm die Mundwinkelrhagaden jedoch auch ohne therapeutische Versorgung nach rund zwei Wochen.

Bei Hautkrankheiten, wie beispielsweise Neurodermitis, der Schuppenflechte oder dem seborrhoischen Ekzem ist eine Heilung der Erkrankung auf Basis des heutigen medizinischen Standes nicht möglich. Durch eine angemessene Therapie können jedoch die Symptome deutlich gelindert und weitgehend beschwerdefreie Phasen erreicht werden.

Gegen die akuten Erkrankungsschübe werden im Rahmen der schulmedizinischen Behandlung häufig Kortikoid-Salben angewandt, wobei diese aufgrund der drohenden Nebenwirkungen nur über einen äußerst begrenzten Zeitraum eingesetzt werden sollten. Weitere alternativmedizinische Behandlungsansätze gegen Psoriasis, Neurodermitis und das seborrhoische Ekzem finden Sie weiter unter im Abschnitt „Naturheilkunde und Hausmittel“.

Sind eingerissene und entzündete Mundwinkel die Folge anatomischer Besonderheiten, besteht oft nur ein eingeschränkter Behandlungsspielraum und die Therapie konzentriert sich auf die Prävention beziehungsweise die Vermeidung übermäßiger Feuchtigkeitsansammlung in den Mundwinkeln. Im Zweifelsfall könnte hier auch eine operative Korrektur erfolgen, doch erscheint diese angesichts des eher harmlosen Beschwerdebildes kaum gerechtfertigt.

Verschiebungen des Bisses aufgrund schlecht sitzender Prothesen oder abgenutzter Zähne können indes normalerweise von einem Zahnarzt beziehungsweise Kieferchirurgen auf relativ einfachem Wege behoben werden.

Ist eine schlecht sitzende Prothese der Grund für ständig eingerissene Mundwinkel, kann der Zahnarzt meist schnell Abhilfe schaffen. (Bild: FS-Stock/fotolia.com)

Liegt eine Leberzirrhose zugrunde, sollten jegliche leberschädigende Substanzen wie Alkohol oder bestimmte Medikamente dringend gemieden werden. Des Weiteren sind die Ursachen der Lebererkrankung zu ermitteln, um eine entsprechend angepasste Behandlung einzuleiten. Diese kann von einer Entzugstherapie bei Alkoholsucht über die Verabreichung von Immunsuppressiva bei einer sogenannten Autoimmunhepatitis oder die medikamentöse Virusbekämpfung bei viral-bedingter Hepatitis bis hin zu einer Lebertransplantation reichen.

Stehen die Mundwinkelrhagaden im Zusammenhang mit einer Autoimmunerkrankung, ist die Einnahme von Immunsuppressiva oft ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Begleitend empfehlen sich bei dem Sjögren-Syndrom allgemeine Maßnahmen, wie die Einhaltung einer gründlichen Mundhygiene und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, um den Symptomen im Mundbereich entgegenzuwirken. Das Kauen von Kaugummi kann hier helfen, da es den Speichelfluss anregt. Saure Speisen erfüllen einen ähnlichen Zweck. Für die übrigen Symptome des Sjögren-Syndroms (Augenbeschwerden, neurologische Beeinträchtigungen) stehen entsprechende Arzneien zur Verfügung, wobei auch hier letztendlich lediglich eine Linderung der Beschwerden bewirkt werden kann.

Im Falle einer bakteriellen Infektion, werden normalerweise Antibiotika eingesetzt. Sie können gegen örtlich begrenzte oberflächliche Infektionen äußerlich in Form von Salben angewendet werden. Liegt eine sogenannte bakterielle Systeminfektion vor, ist eine orale Einnahme vorgesehen.

Bei Pilzinfektionen wird in ähnlicher Weise verfahren. Antimykotische Salben finden bei lokal begrenzten oberflächlichen Infektionen der Haut Anwendungen, orale Arzneien werden gegen weiterreichende Pilzinfektionen eingesetzt.

Wird eine Allergie als Auslöser vermutet, sollten die Allergene dringend gemieden werden, um eine Abheilung zu erreichen. Um die Allergie insgesamt zu überwinden, kann eine sogenannte Hyposensibilisierung durchgeführt werden, bei der das Immunsystem durch den regelmäßigen Kontakt mit geringen Dosen der Allergene allmählich an die Substanzen gewöhnt und auf diese Weise die allergischer Reaktion vermieden wird.

Gehen die eingerissenen Mundwinkel auf die Einnahme von bestimmten Arzneien zurück, sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt nach möglichen Alternativen gesucht werden, um die Beschwerden zu vermeiden.

Unabhängig von den Ursachen können heilungsfördernde und entzündungshemmende Salben angewandt werden, wobei die Auswahl den Fachärzten überlassen werden sollte, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Naturheilkunde und Hausmittel bei eingerissenen Mundwinkeln

Gegen die meisten Ursachen bietet die Naturheilkunde vielversprechende Behandlungsansätze, allerdings bleiben einzelne Krankheitsbilder wie beispielsweise Diabetes, die Autoimmunerkrankungen oder eine Leberzirrhose hier außen vor.

Knoblauch gilt als eines der effektivsten Hausmittel gegen Herpes. (Bild: Angela Rohde/fotolia.com)

Bei Lippenherpes versprechen beispielsweise verschiedene pflanzenheilkundliche Präparate aus Aloe vera, Sonnenhut, Taigawurzel und andere Heilpflanzen Linderung. Auch Teebaumöl wird häufig angewandt, kann allerdings langfristig zu weiteren Hautirritationen führen. Das Auftragen von Honig, Betupfen mit aufgeschnittenen Knoblauchzehen oder Melissenextrakt sind weitere vielfach eingesetzte Hausmittel gegen Herpes. Einige Betroffene haben mit Zahnpasta gute Erfahrungen gemacht. Im Bereich der Homöopathie werden bei Herpes vor allem Natrium Chloratum, Cantharis und Rhu toxicodendron angewandt.

Gegen Schuppenflechte wird in der Naturheilkunde der Ernährungstherapie eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Weiterhin kommen Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), wie beispielsweise die Akupunktur, zum Einsatz.

Weitere naturheilkundliche Ansätze zur Behandlung der Psoriasis bieten Homöopathika und Schüssler Salze. Diese dienen ebenfalls lediglich der Symptomlinderung und ihr Erfolg ist bei der Schuppenflechte eher umstritten.

Häufig sind Cremes und Salben auf Pflanzenbasis ein Bestandteil der naturheilkundlichen Therapie von Psoriasis, dem seborrhoischen Ekzem oder Neurodermitis. Darüber hinaus können verschiedenste weitere Praktiken der Naturheilkunde zur Linderung der Beschwerden bei den chronischen Hautkrankheiten eingesetzt werden, wobei die Auswahl abhängig vom jeweiligen Beschwerdebild der Patienten erfolgen sollte und individuell ganz unterschiedlich ausfallen kann. Oft bietet sich eine Kombination aus naturheilkundlicher und konventioneller Therapie an. (fp, aktualisiert am 8.11.2017)
Fachliche Aufsicht: Barbara Schindewolf-Lensch (Ärztin)