Schüssler Salze

Susanne Waschke
Schüssler Salze sind Mineralsalze in homöopathischer Potenzierung. Sie werden vor allem in naturheilkundlichen Praxen eingesetzt. Obwohl keine wissenschaftlichen Ergebnisse über deren Wirkung existieren, werden die Schüssler Salze von vielen Therapeuten mit Erfolg verordnet.

Der Begründer der Schüssler Salz Therapie ist der Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler (1821 – 1898). Er stellte fest, dass Krankheit dadurch entsteht, wenn den Zellen die unterschiedlichen Mineralsalze fehlen. Werden diese substituiert, so kann es zu einer Heilung kommen.

Inhaltsverzeichnis

Beginn der Schüssler Salz Therapie
Bedeutung der Schüssler Salze
Potenzierung der Schüssler Salze
Unterschied zur Homöopathie
Wie es zu einem Mineralstoffbedarf kommt
Vier Grundsätze der Schüssler Salz Therapie
Wie sich der Körper bei Mineralstoffmangel verhält
Übersicht der Schüssler Salze
Schüssler Salze in der Naturheilpraxis
Einnahme

Schssler Salze mit Lavendel
Schüssler Salze helfen bei unterschiedlichsten Beschwerden. Bild: Kathrin39/fotolia.com

Beginn der Schüssler Salz Therapie

Schon vor mehreren Jahrtausenden wurden Heilmittel auf mineralischer Grundlage zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt – man denk nur an die damaligen Kurbäder. Diese dienten der Gesundung, mit Hilfe des mineralischen Gehaltes des Wassers.

Dr. Schüssler arbeitete anfangs als homöopathischer Arzt. Die Forschungen von Jacob Moleschott und Justus von Liebig bezüglich des Mineralhaushaltes von Tieren und Pflanzen sowie die Erkenntnisse des Zellularforschers Rudolf Virchow machten ihn sehr neugierig. Deshalb begann Schüssler, die Wirkung von Mineralstoffen im menschlichen Organismus zu erforschen. Er veröffentlichte 1873 einen Artikel über seine Forschungsarbeiten, was zur Folge hatte, dass viele Vertreter der Homöopathie ihn angriffen, da er sich bei der Wahl der Mittel nicht an die Grundsätze der Homöopathie hielt. Jedoch gab ihm sein Erfolg recht. Er ließ sich nicht von seinem Weg abbringen und konnte recht bald viele Heilerfolge mit den Schüssler Salzen nachweisen.

Bedeutung der Schüssler Salze

Mineralstoffe, wie sie zum Beispiel in Basenmischungen oder Nahrungsergänzungen enthalten sind, haben mit den Mineralstoffen nach Schüssler nichts zu tun. Diese unterliegen einem anderen Herstellungsverfahren, nämlich dem der Potenzierung. Dadurch können sie als Zellfunktionsmittel wirken. Hinzu kommt noch, dass bei den Schüssler Salzen jeweils ein basisches mit einem sauren Element zusammen vorkommt. So muss der Körper dies nicht selbst aus Einzelkomponenten zusammenbauen, sondern bekommt dies fertig geliefert. Ein Beispiel dafür ist Calcium phosphoricum, wobei Calcium hier die Base und Phosphor die Säure darstellt. Auf diese Art und Weise können die Salze sehr schnell wirken. Die Schüssler Salze müssen nicht erst vom Verdauungstrakt aufgespalten werden, sondern wirken in der Zwischenzellflüssigkeit, an der Zellmembran oder in der Zelle. Auch tragen die Mineralsalze dazu bei, dass der Körper Mineralstoffe aus der Nahrung besser aufnehmen kann. Das Ganze lässt sich mit der Zubereitung einer Speise vergleichen. Die Mineralien aus der Nahrung stellen die Zutaten dar, die Schüssler Salze sind die Spitzenköche, die daraus eine wertvolle und gesunde Kost herstellen.

Potenzierung der Schüssler Salze

Die Schüssler Salze werden ähnlich, wie in der Homöopathie, potenziert. Anstatt der alkoholischen Lösung wird bei den Mineralsalzen Milchzucker verwendet. Bei der Potenzierung wird mit Dezimalschritten, also D-Potenzen gearbeitet. Die Mittel werden demnach zum Beispiel mit D6 oder D12 gekennzeichnet. Die meisten Schüssler Salze werden in D6 verabreicht. Ausnahmen sind die Schüssler Salze Nr. 1 Calcium fluoratum, Nr.3 Ferrum phosphoricum und Nr. 11 Silicea, welche in D12 eingenommen werden, was auf Erfahrungswerten beruht.

Beispiel einer Potenzierung:
Neun Teile Milchzucker werden mit einem Teil Mineralstoff vermischt und zehn Male miteinander verschüttelt oder verrieben. Dies ist dann der erste Potenzierungsschritt und bedeutet D1. Von der D1-Mischung wird ein Teil entnommen und wieder mit neun Teilen Milchzucker vermischt und verschüttelt. Dieses Verfahren wird solange fortgesetzt, bis die gewünschte Potenzierung, zum Beispiel D12, erreicht ist. So entspricht diese einer Verdünnung von eins zu einer Billion.

Unterschied zur Homöopathie

Sowohl W.H. Schüssler, als auch Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, wollten mit ihrer Therapie auf natürliche Art und Weise den Menschen helfen. Jedoch basieren die Homöopathie und die Schüssler Salze auf verschiedenen Grundsätzen. Bei der Biochemie des Dr. Schüssler werden die Mineralstoffe substituiert, die dem Körper fehlen. In der Homöopathie werden Mittel nach dem Ähnlichkeitsprinzip ausgesucht. Das bedeutet, dass das dem Symptomen ähnlichste Mittel verabreicht wird.

Bei den Schüssler Salzen werden ausschließlich Mineralstoffe gegeben, die im Körper vorkommen. Hingegen werden bei der Homöopathie häufig auch Mittel eingesetzt, die im Organismus nicht vorhanden sind. Bei der Einnahmemenge bestehen ebenso große Unterschiede. Schüssler Salze werden in wesentlich größeren Mengen verabreicht.

Die Schüssler Salz Therapie behandelt mit dem Grundsatz, das Fehlende dem Körper zuzuführen, wobei die Homöopathie eher den Regeln einer Reiztherapie entspricht. Aus den Ansichtsweisen heraus entstehen immer wieder kontroverse Diskussionen. Mittlerweile jedoch arbeiten sogar Therapeuten gleichzeitig mit beiden Therapieformen – und das mit Erfolg.

Wie es zu einem Mineralstoffbedarf kommt

In der heutigen Zeit ist das Leben immer mehr mit Angst, Stress und Druck verknüpft. Dies führt zur erhöhter Muskelspannung wodurch vermehrt Säure produziert wird. Um diese auszuscheiden, werden Mineralstoffe benötigt.

Sind wir sehr dem Alltag mit Stress und Sorgen ausgeliefert, hindert dies den Körper daran, sich die wichtigen Mineralien aus der Nahrung zu ziehen. Das bedeutet, dass der Bedarf an Mineralstoffen zusätzlich steigt. Hier reicht es natürlich nicht aus, ein paar Schüssler Salze zu verabreichen. Die Lebensweise schreit nach einer Änderung. Allerdings können die zusätzlich eingenommen Mineralstoffe eine Heilung begünstigen.

Die Ernährung spielt eine große Rolle, wenn der Mensch gesund sein möchte. Denaturierte Nahrungsmittel, säurehaltige beziehungsweise Säure bildende Kost, zu viel an tierischem Eiweiß und zu viel Süßes – all dies trägt zu einer Übersäuerung bei, was die Gesundheit auf Dauer stark schädigen kann.

Das Kauen ist ein ebenso wichtiger Punkt in der Ernährung. Die Verdauung beginnt im Mund. Die Speisen sollten gut eingespeichelt und lange gekaut werden, da die Speicheldrüsen die ersten Verdauungssäfte abgeben. Durch ungenügendes Kauen enthält der Speisebrei zu große Stücke und die Probleme beginnen schon im Magen. Dort beginnt ein Gärprozess, der im Darm weiter vollzogen wird. Durch diese Verdauungsprobleme entstehen wiederum Säuren, die unbedingt durch Mineralstoffe abgepuffert werden müssten. Ebenso beeinflusst Trinken zum Essen die Verdauung negativ. Flüssigkeit in Verbindung mit fester Nahrung bewirkt, dass der Speisebrei zu flüssig und der Verdauungsvorgang erschwert wird.

Vier Grundsätze der Schüssler Salz Therapie

Der erste Grundsatz besagt, dass Krankheit durch das Fehlen von bestimmten Mineralstoffen entsteht. Der Zweite Grundsatz besagt, dass sich durch das Zuführen der fehlenden Mineralstoffe der Körper regeneriert. Für den dritten Grundsatz gilt, dass Schüssler Salze nur in geringen Mengen zugeführt werden, was durch die Potenzierung gewährleistet ist. Der vierte Grundsatz besagt, dass die Mineralsalze in so kleinen Mengen verabreicht werden, dass sie sofort über die Schleimhäute aufgenommen werden können.

Wie sich der Körper bei Mineralstoffmangel verhält

Bei einem Mineralstoffmangel im Körper, greift dieser zuerst auf seine Reserven zurück, welche überall im Organismus verteilt sind. Diese sind in sogenannten Arbeits- oder Langzeitspeichern vorhanden. Die Arbeitsspeicher reagieren sofort auf akuten Mangel, wobei die Langzeitspeicher eher als Depot dienen. So ist bei geringfügigem Mangel noch kein Engpass vorhanden. Ist der Mangel an Mineralstoffen jedoch größer, holt sich der Körper das, was er braucht, aus Blut und Zellflüssigkeit. In fortschreitendem Stadium werden die Depots angegriffen und zuletzt, wenn diese leer sind, beginnt der Organismus mit der Demineralisation von verschiedenen Gewebestrukturen.

Der Entzug von Mineralstoffen kann verschiedene, mitunter massive Beeinträchtigungen der Gesundheit hervorrufen. Als Beispiel sei hier die Osteoporose genannt. Ist der Körper massiv übersäuert (Übersäuerung) und kann diese Säure nicht mehr ausscheiden, greift der Organismus auf Mineralstoffe im Gewebe, das heißt im Knochen, zurück. Genauer gesagt, er nimmt sich Kalzium aus dem Knochen, um damit die Säuren abzupuffern und auszuscheiden kann.

Übersicht der Schüssler Salze

Dr. Schüssler hat zwölf Schüssler Salze gefunden. Nach seinem Tode wurde seine Therapie weiterentwickelt und dadurch kamen bis heute weitere fünfzehn sogenannte Ergänzungssalze hinzu. Die einzelnen Schüssler Salze haben einen großen Einsatzbereich, weshalb nachfolgend jedes Salz nur in Kürze dargestellt wird.

Nr. 1 Calcium fluoratum
Calcium Fluoratum (Flussspat) wird gebraucht, wenn Elastizität verloren gegangen oder aber Erschlaffung eingetreten ist. So wirkt dieses Salz sowohl bei erschlafften Bändern als auch bei verhärteten Drüsen. Zum Beispiel zeigen Schwielen, Hornhaut und splitternde Nägel, dass dem Körper das Schüssler Salz Nr. 1 Calcium fluoratum fehlt.

Nr. 2 Calcium phophoricum
Calcium phosphoricum, zu Deutsch phosphorsaurer Kalk, wird zusammen mit Calcium fluoratum, Magnesium und Natrium chloratum für den Knochenaufbau benötigt. Dieses Schüssler Salz hilft bei Beschwerden, die nach Wärme verlangen, vor allem wenn sich dies in Gliedern und Gelenken abspielt. Auch zur Bildung der weißen und roten Blutkörperchen wird die Nr. 2 eingesetzt.

Nr. 3 Ferrum phosphoricum
Das Schüssler Salz Nr.3 (auch phosphorsaures Eisen) ist das sogenannte Entzündungssalz der ersten Stufe. Dies bedeutet, dass Ferrum phosphoricum bei allen Entzündungen des Körpers im Anfangsstadium zum Einsatz kommt – sei es eine Erkältung, ein Darminfekt oder eine Verletzung. Bei leichtem Fieber bis zu 38,5 Grad Celsius ist die Nr. 3 das Mittel der Wahl. Bei Verletzungen wird sie häufig im Akutfall eingesetzt, ähnlich dem Arnika aus der Homöopathie.

Nr. 4 Kalium chloratum
Kalium chloratum oder auch Kaliumchlorid, stellt das Entzündungssalz der zweiten Stufe dar. So fängt eine Erkältung mit etwas Halsschmerzen und rauem Hals an, was den Einsatz des Schüssler Salz Nr. 3 erfordert. Kommen im Anschluss Schwellungen und Schleimabsonderungen hinzu, wird Nr. 4 Kalium chloratum gegeben.
Kaliumchlorid ist das Salz der Schleimhäute. Bei allen Erkrankungen, bei denen die Schleimhäute betroffen sind, wird dieses Schüssler Salz verwendet. So kann dies sowohl bei einer Bronchitis als auch bei einer Blasenentzündung der Fall sein.

Nr. 5 Kalium phosphoricum
Kalium phosphoricum (auch Kaliumphosphat) ist ein ganz besonderes Schüssler Salz. Dr. Schüssler pflegte hier stets zu sagen „Kalium statt Valium“. Dies bedeutet, dass die Nr. 5 ein Nervensalz ist, was sowohl im zentralen Nervensystem als auch im vegetativen Nervensystem zum Einsatz kommt. Kalium phosphoricum hilft bei Ängstlichkeit, Zaghaftigkeit und chronischer Müdigkeit. Dieses Salz wird bei jeder Erkrankung verwendet, die mit Erschöpfung vergesellschaftet ist.

Nr. 6 Kalium sulfuricum
Kalium sulfuricum, zu Deutsch Kaliumsulfat, stellt das Entzündungssalz der dritten Stufe dar. Ist eine Entzündung weit fortgeschritten, zum Beispiel mit gelb grünlichen Absonderungen oder ist schon eine Chronifizierung eingetreten, ist das Schüssler Salz Nr. 6 das Mittel der Wahl. Auch wird die Nr. 6 bei Krankheiten eingesetzt, die nicht so verlaufen, wie eigentlich kennzeichnend für sie wäre. Wenn zum Beispiel bei Masern die, dafür typischen Pusteln, nicht erscheinen, wird Schüssler Salz Nr. 6 verabreicht.

Nr. 7 Magnesium phosphoricum
Magnesium phosphoricum, auch phosphorsaures Magnesium genannt, ist bekannt als heiße Sieben. Dr. Schüssler hat im Zusammenhang mit Magnesium phosphoricum festgestellt, dass dieses Salz am besten seine Wirkung zeigt, wenn es mit abgekochtem heißem Wasser in Verbindung kommt. Magnesium phosphoricum ist in der Lage, flüchtige Ammoniakgase zu binden und auszuscheiden. Fehlt dieses Salz im Körper, kann dies zu Blähungen führen. Das in heißem Wasser aufgenommene Salz kann bei der Abkühlung im Darm die Ammoniakgase im Darm binden und diese zu Ausscheidung bringen. So ist die „heiße Sieben“ entstanden. Dieses Schüssler Salz wirkt vor allem bei allen Verkrampfungen und Schmerzen, so bei Menstruationsbeschwerden, Bauchschmerzen, Darmkrämpfen, Kopfschmerzen und vielem mehr.

Nr. 8 Natrium chloratum
Das Schüssler Salz Nr. 8 Natriumchlorid hat einen starken Einfluss auf den Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Natrium chloratum hilft sowohl bei zu viel, als auch bei zu wenig an Flüssigkeit. So kommt dieses Salz zum Beispiel bei Schwellungen, aber auch bei zu wenig Durst zum Einsatz. Die Nr. 8 ist in der Lage, Gifte zu binden und diese auszuführen. So wird es gerne bei Insektenstichen verwendet, um die organischen Gifte des Insekts wieder aus dem Körper auszuschleußen.

Nr. 9 Natrium phosphoricum
Das Schüssler Salz Nr.9 phosphorsaures Natrium ist ein wichtiges Lymphmittel, das vor allem bei Kindern hilfreich zum Einsatz kommt. Bei einem zu viel an Harnsäure fehlt meist Natrium phosphoricum. Ebenso wird dieses Salz verwendet, um angefallene Säuren im Körper zu binden. Rheumasymptome können sich bemerkbar machen, wenn Natrium phophoricum in den Nervenfäden fehlt.

Nr. 10 Natrium sulfuricum
Natrium sulfuricum, auch als Natriumsulfat bekannt, ist das Folgesalz der Nr. 9. Die, mit Hilfe von Natrium phosphoricum gebundenen Säuren, werden mit der Einnahme der Nr. 10 nach außen gebracht. So bindet Nr. 9 die Säuren und Nr. 10 scheidet sie aus. Auch darf dieses Schüssler Salz bei einer Behandlung eines grippalen Infektes nicht fehlen und kommt vor allem bei Schüttelfrost zum Einsatz. Natrium sulfuricum ist ein gutes Entwässerungsmittel.

Nr. 11 Silicea
Schüssler Salz Nr. 11, besser bekannt als Kieselsäure, befindet sich in allen Zellen, Geweben und Organen. Silicea kräftig das Bindegewebe und wird deshalb bei Dehnungsstreifen, Krampfadern und Besenreisern empfohlen. Das Schüssler Salz Nr. 11 wirkt bei Eiteransammlungen, um diese auszuscheiden oder aber vom Körper abzubauen. Auch Blutergüsse werden mit Hilfe dieses Salzes abgebaut.

Nr. 12 Calcium sulfuricum
Das schwefelsaure Calcium hat eine reinigende Wirkung auf alle Schleimhäute. Dr. Schüssler zählte Calcium sulfuricum nicht immer zu den Schüssler Salzen, da er Nr. 9 Natrium phosphoricum zusammen mit Nr. 11 Silicea als vollständigen Ersatz für das Salz Nr. 12 sah. Das Schüssler Salz Nr. 12 kommt bei Eiterungen zum Einsatz, wenn bereits ein Ablauf geschaffen ist. Somit zählt es hier zum Folgemittel der Nr. 11. Dieses Salz dient der Säureausscheidung und wird auch bei Entzündungen mit dicken Absonderungen gegeben.

Die Zwölf Schüssler Salben
Die zwölf Schüssler Salze können auch äußerlich in Form von Salben, Cremes und Gels angewandt werden. Salben sind auf Fettbasis ohne Wasseranteil hergestellt und deshalb bei trockener Haut empfehlenswert. Cremes enthalten Fett und Wasser, was vor allem an behaarten Körperstellen von Vorteil ist. Gel oder Gels enthalten kein Fett. Sie werden deshalb gerne bei fettiger Haut angewandt. Hinzu kommt noch die kühlende Wirkung des Gels. So kann die Schüssler Salz Therapie sowohl innerlich als auch äußerlich wirken. Beide Behandlungsformen können gleichzeitig zum Einsatz kommen. Der Anwendungsbereich der Salben ist denen der Schüssler Salze ähnlich. So kann zum Beispiel bei einer Prellung das Schüssler Salz Nr. 3 innerlich und auch äußerlich eingesetzt werden. Bei der Therapie werden auch mehrere Salben/Cremes/Gels miteinander kombiniert.

Die Ergänzungssalze
Dies sind Kombinationen, die Dr. Schüssler nicht erforschen konnte und deshalb auch nicht kannte. Durch die verbesserten Analysemethoden im 20. Jahrhundert wurden diese Mineralstoffverbindungen im Körper gefunden. Die Ergänzungssalze sind in wesentlich geringerer Dosis im Körper vorhanden als die 12 Grundsalze. In der Schüssler Salz Therapie werden die Ergänzungssalze oft dann eingesetzt, wenn der Therapieerfolg noch Wünsche offen lässt. Die Ergänzungssalze erfordern eine genaue Anamnese und ein genaues Betrachten der einzelnen Salze. Diese fünfzehn zusätzlichen Salze werden in geringeren Dosen eingesetzt, als es bei den zwölf Schüssler Salzen der Fall ist. Häufig wird durch den Einsatz der Ergänzungssalze die Wirkung der Grundsalze verstärkt.

Schüssler Salze in der Naturheilpraxis

In vielen naturheilkundlichen Praxen haben die Schüssler Salze mittlerweile einen festen Platz eingenommen. Die Schüssler Salz Therapie ist eine nahezu nebenwirkungsfreie Therapie, um den Körper wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen. Die Schüssler Salze können zusammen mit anderen naturheilkundlichen Therapien, wie zum Beispiel der Homöopathie, Bachblütentherapie, Energiebehandlungen und der Phytotherapie zum Einsatz kommen. Dies richtet sich nach Erfahrungswerten der Therapeuten. Auch ist das Verabreichen von Schüssler Salzen zusammen mit einer schulmedizinischen Behandlung möglich. Schüssler Salze können, wie viele naturheilkundlichen Therapien, zu einer Erstverschlimmerung führen, die jedoch meist recht harmlos verläuft. Bei Personen, die unter einer Laktoseinterlanz leiden und keinen Milchzucker vertragen, können mitunter Verdauungsprobleme entstehen. Jedoch muss dann nicht zwangsweise auf die Schüssler-Salz-Therapie verzichtete werden. Die zwölf Schüssler Salze existieren mittlerweile auch in lactosefreier Tropfenform.

Einnahme

Je länger die Schüssler Salze Kontakt mit der Mundschleimhaut haben, desto besser können diese wirken. Demnach werden die Tabletten gelutscht beziehungsweise man lässt sie ganz einfach im Mund zergehen. Die andere Möglichkeit ist das Auflösen in etwas warmen Wasser. Umgerührt werden darf nur mit einem Holz- oder Plastiklöffel. Vor dem Hinunterschlucken wird die Flüssigkeit noch etwas im Mund behalten, damit sie von der Schleimhaut aufgenommen werden kann. Die einzige Ausnahme stellt die Nr. 7 Magnesium phosphoricum dar. Dieses Schüssler Salz sollte stets in Wasser aufgelöst werden – und zwar in heißem, einmal aufgekochtem Wasser. Diabetiker sollten auf die Schüssler Salze auf Milchzuckerbasis generell besser verzichten. Bei diesen Patienten kommen die lactosefreien Tropfen zum Einsatz. Kinder nehmen Schüssler Salze als Globuli häufig lieber ein als die ursprünglichen Tabletten. Schüssler Salze machen nicht abhängig und können über Jahre hinweg eingenommen werden, ohne dem Körper zu schaden. Die Kombination verschiedener Salze sollte allerdings dem erfahrenen Therapeuten überlassen werden. Auch Tiere und Pflanzen profitieren von der Kraft der Mineralsalze. Gerade bei Hunden werden diese in Naturheilpraxen mit Erfolg eingesetzt. (sw)

Bild: Jetti Kuhlemann / pixelio.de