300 Camper mit unbekannten Virus infiziert

Fabian Peters

133 Menschen mussten am Samstag wegen einer Virusinfektion in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Rund 300 Menschen haben sich laut Behördenangaben bei einem Diabetes-Zeltlager in Bad Segeberg mit dem Darmvirus infiziert.

10.07.2011

Rätselhafte Virusinfektionen: Diabetiker-Zeltlager in Bad Segeberg endet mit Masseneinweisung ins Krankenhaus. 133 Teilnehmer des sogenannte Camp D mussten wegen einer Virusinfektion ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nach aktuellen Angaben haben sich rund 300 Menschen mit dem Virus infiziert. Eigentlich waren die Camper nach Bad Segeberg gekommen, um sich über das Thema Diabetes zu informieren, ihre Erfahrungen auszutauschen und an verschiedenen Workshops teilzunehmen. Im Verlauf des "Sonntagnachmittages entspannte sich die Lage zunehmend", wie ein Behördensprecher mitteilte.

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Zahlreiche Teilnehmer des Zeltlagers für Diabetiker klagten über Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen und Magenkrämpfe, berichtet die Rettungsleitstelle in Norderstedt am Sonntag. 133 Camper mussten wegen dieser gesundheitlichen Beschwerden ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Ursache ist laut Aussage der Rettungskräfte vermutlich eine Virusinfektion, doch welche Viren genau diese ausgelöst haben könnten, ist bislang völlig unklar. Die häufiger in solchen Fällen verantwortlichen Noroviren sind einem Sprecher der Rettungsleitstelle zufolge bei den Teilnehmern des Zeltlager nicht Ursache der Beschwerden.

Infektionsursache bei den Campern bislang unklar
Rund 750 Personen haben an dem seit Donnerstag in Bad Segeberg laufenden Zeltlager teilgenommen, um sich hier gemeinsam mit der Krankheit Diabetes auseinander zusetzten. Bis Sonntag wollten sich die Teilnehmer noch in verschiedenen Workshops über ihre Erfahrungen mit Diabetes austauschen. Doch für 132 Camper endet das sogenannte Camp D Sonntagnacht im Krankenhaus. Sie hatten sich offenbar einen Virusinfekt zugezogen, der massive Übelkeit bis hin zum Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auslöste. Anfangs vermuteten die Rettungskräfte eine Infektion mit dem Norovirus als mögliche Ursache, doch diese hat sich der Rettungsleitstelle Norderstedt zufolge nicht bestätigt. Die Suche nach dem möglichen Auslöser geht daher weiter, während die Betroffenen vorerst im Krankenhaus stabilisiert werden. "Die Lage ist derzeit stabil", versicherte ein Sprecher des Uniklinik Schleswig-Holstein. Marie-Luise Krompholz, Sprecherin des Mitveranstalters "Novo Nordisk" bestätigte, dass die Hälfte der eingelieferten Patienten das Krankenhaus bereits wieder verlassen hat. Im Verlauf des Samstags klagten erst weniger Jugendliche unter den Beschwerden. Nach der Sportveranstaltung nahme die Zahl der Erkrankten rasant zu. Jetzt "habe man nur noch Einzelfälle", hieß es.

Erhöhtes Infektionsrisiko in Gemeinschaftseinrichtungen
In Gemeinschaftseinrichtungen herrscht generell ein erhöhtes Infektionsrisiko für die verschiedensten Erreger, da hier viele Menschen relativ dicht beieinander leben und sich häufig die Hygieneeinrichtungen als teilen. Damit steigt das Risiko der Übertragung verschiedenster Erreger die schlimmstenfalls zu ähnlich gravierenden Masseninfektionen führen, wie aktuell bei dem Zeltlager in Bad Segeberg. Die tatsächliche Infektionsursache, also der Virus oder die Bakterien, die für das Auftreten der gesundheitlichen Probleme verantwortlichen sind, können dabei relativ häufig trotz intensiver Suche nicht ausfindig gemacht werden. (fp)