Asse-Toilette stark radioaktiv belastet

Sebastian

Experten ermitteln radioaktives Cäsium in der Toilette der Asse-Mitarbeiter

30.03.2013

Bei einer Kontrolle in dem Endlage Asse stellten Experten radioaktives Cäsium in der Toilette der Mitarbeiter fest. Seit Jahren kritisieren Umweltschützer die Zustände in dem maroden Endlager im niedersächsischen Asse. Eine Gefahr für die Mitarbeiter oder Einwohnern bestehe laut Betreibern nicht.

Krebserregendes Cäsium ermittelt
Bei einer Routinekontrolle der Fäkalien in den Toilettenbehältern in der Schachtanlage wurde nach Angaben des Endlager-Betreibers eine erhöhte Konzentration des radioaktiven und krebserregenden Stoffes Cäsium festgestellt. Bislang sei noch unbekannt, wie der Stoff dorthin gelangt ist. So sagte Jens Köhler, Geschäftsführer der Asse gegenüber der „Braunschweiger Zeitung“: "Wir wissen nicht, wie das Cäsium in den Behälter gelangt ist". Trotz der Unwissenheit beharrt der Geschäftsführer, dass eine Gesundheitsgefahr weder für die Mitarbeiter vor Ort noch für die umliegende Bevölkerung besteht.

Fremdverschulden wird angenommen
Die Betreiberfirma geht jedoch davon aus, dass sich der radioaktive Funde nicht mit natürlichen Ursachen erklären lässt. Die gemessenen Werte wurden mit 20 Becquerel je Liter gemessen. Das sei „doppelt so hoch wie die gesetzlich zugelassene Menge“. Allerdings seien die Werte deutlich geringer, als die radioaktiven Salzlösungen im Bergwerk unter Tage. Weil ein Fremdverschulden nicht auszuschließen sei, stellte die Betreibergesellschaft einen Strafantrag gegen Unbekannt. "Nach derzeitigem Stand kann das Cäsium nur durch fahrlässiges oder vorsätzliches Handeln in die Toilette gelangt sein", sagte Köhler. Die Polizei und Staatsanwaltschaft wird die Ermittlungen nun übernehmen.

Zwölftausend Liter Wasser dringen täglich ein
Jeden Tag dringen rund 12000 Liter Wasser in das defekte Atommüllendlager Asse von außen ein. Umweltschützer sagen voraus, dass das Salzbergwerk demnächst einstürzen könne. Auch andere Experten gehen davon aus, dass die Anlage in sich zusammen stürzen könne. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung angeordnet die rund 126 Tausend schwach mitel- radioaktiven Fässer mit Atommüll bergen und abtransportieren zu lassen. (sb)

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