Besonders starker Birkenpollenflug erwartet

Fabian Peters

Die Heuschnupfen-Saison hat begonnen

02.03.2012

Mit dem milderen Frühlingswetter steigt die Pollenbelastung der Luft. Die Allergiker müssen sich auf einen „sprunghaft ansteigenden Pollenflug“ einstellen, so eine aktuelle Mitteilung der größten deutschen Krankenversicherung, Barmer GEK.

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Während sich die meisten Deutschen über den aktuellen Anstieg der Temperaturen freuen, können viele Allergiker diese Freude nicht teilen. Denn im Zuge des relativ milden Frühlingswetters setzt auch der Pollenflug wieder ein. Waren die Wintermonaten für die Allergiker noch eine regelrechte Erholung, so hat jetzt die Leidenszeit erneut begonnen. Da die Experten einen besonders starken Birkenpollen-Flug erwarten, könnte die Allergie-Saison dieses Jahr für viele Heuschnupfen-Patienten zu einer besonderen Belastungsprobe werden.

Erlen- und Haselpollen schon jetzt in der Luft
Die Barmer GEK hat in einer aktuellen Mitteilung angesichts der milden Wetterlage vor einem „sprunghaft ansteigenden Pollenflug“ gewarnt. Im Zuge der höheren Temperaturen setzte die Pflanzenblüte ein und erste Pollen seien bereits in der Luft. Wie in den Pollenflug-Kalendern auf unterschiedlichen Online-Informationsportalen (Polleninformationsdienst des Instituts für Meteorologie der FU Berlin und des Wetterdienstes MeteoGroup; Pollenflug-Auskunft des Deutschen Wetterdienstes) nachzulesen ist, liegt derzeit bereits eine erhöhte Belastung mit Pollen der sogenannten Frühblüher beziehungsweise Frühjahrsblüher wie Erle und Hasel vor. Allerdings in den meisten Regionen Deutschlands nur in schwacher bis mäßiger Konzentration. Lediglich einige Regionen am Oberrhein und im Moseltal, wo besonders milde Temperaturen herrschen, erreichen derzeit teilweise bereits eine starke Erlenpollenbelastung, so die Angaben der Pollenflug-Auskunft des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Besonders starker Birkenpollenflug einen Belastungsprobe für Allergiker
Besonders kritisch wird dieses Jahr die Belastung mit Birkenpollen, da die Birken jedes zweite Jahr deutlich mehr Pollen freisetzen, so die Mitteilung der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF). Die als „Mastjahr“ bezeichnete vermehrte Pollenproduktion der Birken ist Teil ihrer Überlebensstrategie. Doch für Heuschnupfen-Patienten, die oftmals besonders empfindlich auf Birkenpollen reagieren, sind die Mastjahre eine erhebliche Belastungsprobe. In den kommenden Monaten (voraussichtlich bis Mai) müssen die Betroffenen mit ungewöhnlich schweren Allergiesymptomen, wie Niesattacken, Schnupfen, juckenden und tränenden Augen, Bindehautentzündungen und weiteren Atemwegskomplikationen rechnen. Bei manchen wird der Aufenthalt im freien zu einer derartigen Belastung, dass sie ihre Wohnung in der Pollenflug-Hochsaison am liebsten gar nicht verlassen würden. Oft kommen chronische Müdigkeit und Konzentrationsstörungen hinzu, die den Heuschnupfen-Patienten während des Pollenflugs zu schaffen machen. Auch Magen-Darm-Beschwerden und ein deutlich erhöhtes Asthma-Risiko können eine Folge des Heuschnupfen sein. Rund ein Viertel der Deutschen zeigt laut Schätzung der Experten Heuschnupfen-Symptome, maßgeblich ausgelöst durch den Botenstoff Histamin, der bei Kontakt der Schleimhäute mit den Pollen ausgeschüttet wird.

Schutz vor Heuschnupfen-Symptomen
Um sich vor den Symptomen des Heuschnupfens zu schützen, sollten die Betroffenen darauf achten, möglichst wenig in Kontakt mit den Pollen zu kommen. Dabei kann die Beachtung einiger einfacher Grundregeln bereits deutliche positive Effekte zeigen. So sollte die Straßenkleidung am besten im Eingangsbereich abgelegt werden, da die Pollen an dieser heften. Keinesfalls sollte die Kleidung im Schlafzimmer aufbewahrt werden, da die Pollen so auch nachts zu einer Belastung werden können. Allergologen empfehlen, bei der Heimkehr die Kleidung zu wechseln und eine möglichst pollenfreie Wohnungsgarderobe anzulegen. Auch sollten sich Heuschnupfen-Patienten vorm zu Bett gehen die Haare waschen. Das Lüften der Wohnung will ebenfalls gut überlegt sein. Nicht tagsüber bei trockenem Wetter die Fenster öffnen, sondern stattdessen während der Nacht oder nach einem Regenschauer für Frischluft in der Wohnung zu sorgen, raten die Experten. Allerdings variiert der ideale Zeitpunkt zum Lüften zwischen Stadt und Land erheblich. Denn auf dem Land ist die Pollenbelastung der Luft zwischen vier und sechs Uhr am höchsten, während in der Stadt der stärkste Pollenflug zwischen 18 und 24 Uhr erreicht wird. So empfehlen die Experten auf dem Land eher abends zwischen 19 und 24 Uhr zu lüften, in der Stadt hingegen morgens zwischen sechs und acht Uhr.

Medikamente können die allergische Reaktion vermeiden
Zum Schutz vor den Pollen können auch sogenannte Pollenfilter im Auto beitragen, was insbesondere für Allergiker, die viel mit dem Fahrzeug unterwegs sind, eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden bewirken kann. In vielen Autos mit Klimaanlage sind derartiger Filter ohnehin bereits integriert. Des weiteren können Pollenfilter im Staubsauger eine spürbare Entlastung für die Allergiker bedeuten. Auf sportliche Aktivitäten im Freien sollten sie indes während der Pollenflug-Hochsaison am besten verzichten. Sind die Belastungen für die Heuschnupfen-Patienten zu groß, setzt die Schulmedizin auf sogenannte Antihistaminika, mit denen die allergischen Reaktionen vermieden werden sollen. Oftmals zeigen die Präparate jedoch unerfreuliche Nebenwirkungen. Eine Heilung des Heuschnupfen ist auf diesem Wege nicht möglich. Anders ist dies zum Beispiel bei der sogenannten Hyposensibilisierung, bei der die Patienten vereinfacht dargestellt über einen längeren Zeitraum immer wieder mit den Allergenen in Kontakt gebracht werden, um eine Reaktion des Immunsystem dauerhaft zu vermeiden.

Naturheilkunde: Ursachen des Heuschnupfens behandeln
Die naturheilkundliche Behandlung des Heuschnupfens sieht ebenfalls eine Behebung der Krankheitsursachen vor, anstatt lediglich die Symptomlinderung ins Auge zu fassen. Dabei wurde in der Vergangenheit zum Beispiel mit Entspannungsverfahren, Magnetfeld/Bioresonanz-Verfahren, Eigenbluttherapie, pflanzlichen Therapien, Akupunktur und Homöopathie bereits deutliche Behandlungserfolge erzielt. Können Symptome des Heuschnupfens im Rahmen der naturheilkundlichen Behandlung nicht beseitigt werden, ist in jedem Fall ein Besuch beim Arzt vorzusehen, da eine unbehandelte Pollenallergie Asthma und andere Bronchialerkrankungen zur Folge haben kann. (fp)