Die Masern wüten in Baden-Württemberg

Fabian Peters

Masern-Erkrankungen sind in Baden-Württemberg massiv gestiegen

13.04.2011

Die Zahl der Masern-Erkrankungen ist in Baden-Württemberg drastisch gestiegen. Bis zum 11. April wurden seit Anfang des Jahres 107 Fälle gemeldet, berichtet das Landesgesundheitsamt in Stuttgart. Dies sind nach Aussage des Behördensprechers rund siebenmal so viele Erkrankungen wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

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Die massive Zunahme der Masern-Erkrankungen in Baden-Württemberg deute auf eine verstärkte Ausbreitung von Masernviren in der ungeschützten Bevölkerung hin, erklärte der Sprecher des Gesundheitsamtes, Peter Zaar, am Mittwoch. Insgesamt seien 15 Landkreise und sechs Stadtkreise in Baden-Württemberg betroffen, darunter auch der Ballungsraum Karlsruhe aus dem das Regierungspräsidium 17 Masern-Erkrankungen meldete.

Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit
Masern betreffen als hochansteckende Infektionskrankheit besonders häufig Kinder und Jugendliche, doch „besonders gefährlich sind die Masern für ältere Menschen“, betonte der Sprecher des Landesgesundheitsamtes. Darum sei es wichtig, „dass sich alle, auch Kinder, impfen lassen“, erklärte Peter Zaar. Das Landesgesundheitsamt zeigte sich alarmiert, da in Baden-Württemberg 45 Kinder im Alter bis zehn Jahre, 34 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 18 Jahren, 18 Personen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren sowie 10 ältere Erwachsene im Alter zwischen 33 und 52 Jahren seit Jahresbeginn an Masern erkrankt sind. Die massive Zunahme der Diagnosen sei ein deutliches Zeichen für die Ausbreitung der Masernviren in der ungeschützten Bevölkerung, mahnte der Sprecher des Gesundheitsamtes. Der Behördensprecher empfiehlt daher allen Eltern, Jugendlichen und nach 1970 geborenen Erwachsenen, ihren Impfschutz zu überprüfen und möglicherweise auftretende Impflücken zu schließen.

Masern werden per Tröpfcheninfektion übertragen
Übertragen werden Masern-Viren durch die sogenannte Tröpfcheninfektion, bei der die Erreger durch ausgeschiedene Aerosole über die Luft von Mensch zu Mensch wandern. Masern sind hochansteckend und eine spezifische antivirale – gegen das Masernvirus gerichtete – Therapie, existiert bisher nicht. 95 Prozent der Personen, die ohne schützende Antikörper in Kontakt mit dem Virus kommen, erkranken nach sieben bis achtzehn Tagen, erklärte der Sprecher des Landesgesundheitsamtes. Der Krankheitsverlauf ist dabei gekennzeichnet durch Fieber, Kopfschmerzen, Bindehautentzündung, Schnupfen und Husten sowie den typischen fleckig-knotigen rötlichen Hautausschlag (Masernexanthem). Bei unkompliziertem Krankheitsverlauf setzt relativ rasch eine Erholung ein und die Betroffenen genießen gegenüber Masern fortan eine lebenslang anhaltende Immunität.

Drohende Komplikationen einer Masern-Erkrankung
Allerdings können im Verlauf einer Masern-Erkrankung erhebliche Komplikationen auftreten, da im Zuge der Krankheit zum Beispiel das Immunsystem vorübergehend (etwa sechs Wochen) geschwächt und so bakterielle Infektionen (Mittelohrentzündung, Lungenentzündung) begünstigt werden. Außerdem sind lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen eine mögliche Folge schwerer Masern-Erkrankungen. Aufgrund der erheblichen Ansteckungsgefahr sind Arztpraxen, Kliniken, Pflege- und Gemeinschaftseinrichtungen dazu verpflichtet, jegliche Masernverdachtsfälle dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. (fp)

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Bild: Claudia Hautumm / pixelio.de