Die besten Hausmittel bei Mittelohrentzündung

Ein Melissen-Tee kann helfen, lästige Ohrgeräusche loszuwerden. (Bild: Maya Kruchancova/fotolia.com)
Thorsten Fischer

Wirksame Hausmittel zur Sebstbehandlung einer Mittelohrentzündung

Eine Mittelohrentzündung ist meist eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, die jedoch nach normalerweise innerhalb weniger Tage von selbst abheilt. Dennoch sollte im Falle starker Beschwerden sowie bei Babys und Kleinkindern immer vorsorglich ein Arzt aufgesucht werden, um im Bedarfsfall entsprechende Medikamente zur Hand zu haben. Unterstützend bietet die Naturheilkunde verschiedene Hausmittel zur Therapie einer akuten Mittelohrentzündung (Otitis media acuta), welche oft innerhalb kürzester Zeit eine deutliche Linderung der Beschwerden bewirken.

Erste Hilfe bei Ohrenentzündung: Zwiebelsäckchen

Die Zwiebel ist durch ihre antibakterielle Wirkung ein oft eingesetztes Hausmittel bei Mittelohrentzündung im Kleinkindalter. Teilweise wird sie bei Erwachsenen durch Knoblauch ersetzt oder es wird Kamille verwendet.

Anleitung für eine Zwiebelkompresse:

  • Ein bis zwei Zwiebeln werden klein gehackt und zerrieben und auf zwei Leinentüchern, Taschentüchern oder Windeln aus Stoff verteilt
  • Falten Sie die Tücher zusammen und legen Sie die Kompressen auf je ein Ohr
  • Anschließend binden Sie zur Fixierung der Auflagen ein Tuch, Stirnband oder dünnen Schal um den Kopf oder setzen eine Mütze auf
Frau beim Zwiebel schneiden
Das Zwiebelsäckchen ist ein vielfach bewährtes Hausmittel gegen Mittelohrentzündungen. (Bild: Jürgen Fälchle/fotolia.com)

Meist schlafen die Kinder auf der betroffenen Seite. In diesem Fall kann die Kompresse – zu einem Zwiebelsäckchen verschnürt – sanft unter das Ohr geschoben werden. Der Effekt verstärkt sich, wenn das Säckchen vorher noch etwas über heißem Wasserdampf erwärmt wird. Etwa eine halbe Stunde drunter liegen lassen, immer wieder kontrollieren, dass sich das Kind nicht dreht und das kleine Päckchen auch richtig liegt und nicht verrutscht. Liegen die Kinder auf den Zwiebeln, können die Dämpfe durch die entstehende Wärme besser aktiviert werden. Das kann einige Male am Tag wiederholt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Zwiebelstückchen glasig zu braten und noch warm in das Leinsäckchen einzupacken.

Wohltuende Wärme bei Mittelohrentzündung

Ähnlich wie beim Zwiebelsäckchen kann auch mit Kartoffeln verfahren werden. Diese werden weich gekocht und zerstampft. Anschließend geben Sie den Stampf in ein Leinentuch und lassen ihn etwas abkühlen. Das noch leicht warme Tuch mit den Kartoffeln legen Sie für etwa eine halbe Stunde auf das betroffene Ohr.

Zwiebelsäckchen und Kartoffelsäckchen arbeiten natürlich auch mit Wärme, die oft einen positiven Effekt bringt. Alternativ kann dieser Einfluss bei einer Mittelohrentzündung durch eine Rotlichtlampe genutzt werden. Vorsicht ist geboten, dass die Lampe nicht zu nah und zu lange am Körper, bzw. am Ohr steht, damit es für die Betroffenen nicht zu heiß wird.

Mittelohrentzündung bei Kindern. (Bild: Henrie/fotolia)
Mittelohrentzündung bei Kindern. (Bild: Henrie/fotolia)

Cantharidenpflaster zur Ausleitung von Giftstoffen

Zur Schmerzlinderung eignet sich bei einer Entzündung des Ohrs ein so genanntes „Cantharidenpflaster“. Bei diesem handelt es sich um ein spezielles Pflaster aus der Apotheke, das mit einem Extrakt der getrockneten und pulverisierten Laufkäferart „Spanische Fliege“ bestrichen ist. Die Anwendung zählt zu den „Ausleitverfahren“ und hat eine sehr stark hautreizende Wirkung.

Durch das in der Paste enthaltende Gift Cantharidin wird eine Verbrennung erzeugt und die Durchblutung angekurbelt. Einige Stunden nach dem Anbringen des Pflasters auf den Knochen hinter dem Ohr, entsteht eine Blase, die vorsichtig aufgestochen wird, damit die Flüssigkeit ablaufen kann. Auf diesem Wege werden die Giftstoffe aus dem Körper ausgeleitet, gleichzeitig wird die körpereigene Abwehr durch die künstlich erzeugte Entzündung angeregt.

Natürliche Hilfe durch Homöopathie

Die Homöopathie bietet einige Mittel, die zur Linderung der unangenehmen Ohrenschmerzen und begleitenden Symptomen wie Schwerhörigkeit oder Ohrensausen beitragen können. Damit die Präparate entsprechend wirken könne, ist es bei einer Otitis media acuta wichtig, dass diese so früh wie möglich eingesetzt werden.

Sind Zugluft oder kalter Wind die Ursache für die Beschwerden und ist das schmerzende Ohr gerötet und überwärmt, kommt vor allem Aconitum (D6) in Frage. Belladonna kann das Mittel der Wahl sein, wenn neben den stechenden Schmerzen parallel übermäßiges Schwitzen und Fieber auftritt. Chamomilla (D6) zeigt vorrangig bei Kindern eine gute Wirkung, gerade wenn die Schmerzen durch Wärme stärker bzw. durch kühle Getränke besser werden.

Ein Melissen-Tee kann helfen, lästige Ohrgeräusche loszuwerden. (Bild: Maya Kruchancova/fotolia.com)
Ein Melissen-Tee kann helfen, lästige Ohrgeräusche loszuwerden. (Bild: Maya Kruchancova/fotolia.com)

Rosen und Melisse gegen Ohrgeräusche

Häufig treten bei Ohrentzündung neben den stechenden, pulsierenden Schmerzen unangenehme Ohrgeräusche wie z.B. ein Pfeifen, Klingeln, Rauschen oder Brausen auf.

Hier kann eine Auflage aus Rosen und Wermut helfen.

Für diese benötigen Sie:

  • eine Knoblauchzehe
  • 20 Gramm Rosenblätter
  • 10 Gramm Wermutblätter
  • 30 Gramm Kleie

Der Knoblauch wird abgezogen und zerdrückt, die Blätter in einem Mörser zerkleinert. Vermengen Sie alles zusammen mit der Kleie zu einem Brei und wickeln von diesem jeden Abend eine kleine Menge in ein Leinen- oder Baumwolltuch ein. Das Päckchen legen Sie auf das schmerzende Ohr und belassen es über Nacht dort.

Auch ein Melissenaufguss gilt als wirksames Hausmittel bei Ohrenschmerzen und Geräuschen im Ohr, denn die Blüten enthalten ätherische Öle, die beruhigend und kräftigend wirken.

So bereiten Sie den Tee zu:

  1. Kochen Sie einen Liter Wasser auf
  2. Übergießen Sie damit 60 Gramm Melissenblüten
  3. Beides gut vermischen und für zehn Minuten ziehen lassen
  4. Anschließend abseihen und drei Mal täglich eine Tasse nach dem Essen trinken

Hinweis zur Verwendung von Hausmitteln bei Mittelohrentzündung

Die genannten Hausmittel sind als natürliche Hilfe zu betrachten, ersetzen aber keinesfalls eine medizinische Diagnose oder Behandlung. Auch in der Naturheilkunde wird der Einsatz von schmerzstillenden Mitteln als sehr hilfreich gegen die starken Schmerzen bei einer akuten Mittelohrentzündung angesehen.

Kritiker geben (zurecht) zu bedenken, dass sich die Entzündung im Mittelohr abspielt, die alternativen Heilmittel aber von außen auf das Ohr wirken würden und somit den Ort der eigentlichen Entzündung gar nicht erreichen. Erfahrungsberichte zeigen jedoch, dass die beschriebenen Verfahren und Mittel eine heilende und lindernde Wirkung auf die Umgebung des schmerzenden Ortes haben können und sich in vielen Fällen bewährt haben. (tf, nr; aktualisiert am 17.8.2016)

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