Ebola-Epidemie: Notstand in Nigeria ausgerufen

Heilpraxisnet

Ebola breitet sich aus: Nigeria ruft Notstand aus

10.08.2014

Nigeria, der bevölkerungsreichste Staat Afrikas, hat am Freitag wegen der Ebola-Epidemie den nationalen Notstand ausgerufen. In dem Land wurden mehrere Ebola-Fälle bekannt, über 100 möglicherweise Infizierte sollen unter Quarantäne gestellt worden sein. Die Seuche breitet sich offenbar immer weiter aus, auch in der Elfenbeinküste gilt mittlerweile eine erhöhte Alarmstufe.


Notstand im bevölkerungsreichsten Land Afrikas
Angesichts der Ausbreitung der Ebola-Epidemie hat die Regierung in Nigeria auf Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag den nationalen Notstand ausgerufen. Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge kamen im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas bisher zwei Menschen durch Ebola ums Leben. Wie am Samstag bekannt wurde, haben sich zwei weitere Menschen mit dem Virus infiziert und außerdem stellte das Land 139 möglicherweise Infizierte, die Ebola-Symptome zeigten, unter Quarantäne, berichtete die Tageszeitung „Punch“. Die Zahl der bestätigten Fälle liegt mittlerweile bei neun. Im Kampf gegen die Seuche hat Nigerias Präsident Goodluck Jonathan 1,9 Milliarden Naira (rund 8,7 Millionen Euro) zur Soforthilfe bewilligt.

Auf große Zusammenkünfte verzichten
Eine Ausbreitung könnte vor allem in der nigerianischen Wirtschaftsmetropole Lagos, wo bereits mehrere Menschen infiziert beziehungsweise unter Beobachtung sein sollen, dramatisch sein, da sie mit über zwölf Millionen Einwohnern als eine der größten Städte der Welt gilt. Religionsführer wurden von Präsident Jonathan aufgefordert, auf große Zusammenkünfte zu verzichten. Zudem sollten Schulen ihre Sommerferien verlängern. Leichentransporte in andere Gemeinden müssen unterbleiben und alle Todesfälle aufgrund von Krankheit sollten den Behörden gemeldet werden. Des Weiteren warnte der Präsident vor der Verbreitung von falschen Informationen über die Seuche, da dies irreführend sei und eine Massenpanik auslösen könne.

Erhöhte Alarmstufe auch in der Elfenbeinküste
Seit Freitagabend gilt auch in der Elfenbeinküste eine erhöhte Alarmstufe. Eine weitere Ausbreitung von Ebola in Westafrika sei nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörden „unvermeidbar“. Und auch der Einsatzleiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, Bart Janssens, wiederholte, das Virus sei „außer Kontrolle“. Ebola brach vor einigen Monaten zunächst in Guinea aus und breitete sich dann in die Nachbarländer Sierra Leone und Liberia aus. Von den betroffenen Ländern waren der WHO bislang 1.779 bestätigte sowie Verdachtsfälle gemeldet worden, mindestens 961 Menschen sind gestorben. Wie berichtet (Globaler Notfall Ebola – Geringe Gefahr in Europa) hat die WHO mittlerweile mit ihrem schärfsten Instrument auf die Epidemie reagiert und die Seuche zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt.

Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen
Heilmittel oder einen Impfstoff gegen Ebola gibt es bislang nicht. Das gefährliche Virus wird durch den Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von Betroffenen oder Verstorbenen übertragen. Experten schließen nach derzeitigem Kenntnisstand eine Übertragung durch die Atemluft aus. Laut Angaben der WHO sind nach einer Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen die ersten Symptome einer Ebola-Infektion zu beobachten. Die Infektionskrankheit beginnt meist mit grippeähnlichen Beschwerden wie Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Fieber. Dann kommt es bei Infizierten oft zu heftigem Durchfall, Blut im Stuhl und Urin, Übelkeit und Erbrechen sowie inneren und äußeren Blutungen.

Maßnahmen zur Eindämmung intensivieren
Die Staatschefs der betroffenen Staaten waren von den Experten der WHO aufgefordert worden, den Notstand auszurufen und die Bevölkerung in Ansprachen persönlich über den richtigen Umgang mit dem Virus aufzuklären. Außerdem sollten die Länder die Maßnahmen zur Eindämmung intensivieren, beispielsweise indem sie Ausreisende an den Flughäfen und Grenzübergängen auf mögliche Ebola-Infektion hin kontrollieren und notfalls die Ausreise verweigern. Allen, die mit Infizierten Kontakt hatten, solle das Reisen untersagt werden. Nicht betroffene Staaten wie Deutschland wurden von der WHO lediglich allgemein aufgefordert, sich auf mögliche Ebola-Fälle vorzubereiten und entsprechende Strukturen vorzuhalten. Am Frankfurter Flughafen wurde bereits vor Tagen reagiert, dort gibt es Ebola-Info-Material für Fluggäste aus Nigeria, das über die typischen Symptome, Übertragungswege und den Krankheitsverlauf aufklärt. (ad)

Bild: Detlev Beutler / pixelio.de