Gefährliche Infektionskrankheit: Rund 900 Schüler müssen zum Tuberkulose-Test

Alfred Domke

Hoch ansteckende Krankheit: Hunderte Schüler und Lehrer müssen zum TBC-Test

In Dresden werden derzeit rund 900 Schüler und Lehrer von zwei Schulen auf eine mögliche Ansteckung mit Tuberkulose getestet. Jeden Tag wird dafür bei bis zu 120 Personen Blut abgenommen. Seit September waren an den beiden Schulen mehrere TBC-Erkrankungen aufgetreten.


Hunderte Personen müssen zur Tuberkulose-Untersuchung

Am HOGA-Gymnasium und an der HOGA-Oberschule Dresden traten seit September insgesamt vier Tuberkulose-Erkrankungen auf, berichtet das Dresdner Gesundheitsamt in einer Mitteilung. Daher werden nun Hunderte Schüler und Lehrer der beiden Schulen auf TBC getestet. „Um größtmögliche Gewissheit und Sicherheit für die 900 Schülerinnen und Schüler zu erlangen, haben wir entschieden, die bereits laufenden Tuberkulose-Untersuchung auf alle Personen an den beiden Schulen auszuweiten. Sie werden vor Ort zur Blutabnahme gebeten“, erklärte der Leiter des Dresdner Gesundheitsamts und Amtsarzt Jens Heimann.

In Dresden gab es an zwei Schulen mehrere Tuberkulose-Erkrankungen. Nun müssen Hunderte Schüler und Lehrer zum TBC-Test. (Bild: Zerbor/fotolia.com)

Kontakt zu ansteckungsfähigen Personen

Laut dem Gesundheitsamt liegen von den bislang 400 abgenommenen Blutproben der Schüler und Lehrer der beiden Schulen mit Stand 8. Dezember 2017 insgesamt 164 Befunde vor. Den Angaben zufolge brachten die neuesten Laborauswertungen zehn neue positive Testergebnisse hervor.

„Die Anzahl der Personen, auf die Tuberkulosebakterien übertragen wurden, erhöht sich damit auf insgesamt 22 Menschen“, so Heimann in einer weiteren Pressemitteilung.

„Das bedeutet nicht, dass die betroffenen Personen an Tuberkulose erkrankt sind. Es sagt lediglich aus, dass sie Kontakt zu ansteckungsfähigen Personen hatten und der Erreger übertragen wurde“, erläuterte der Leiter des Gesundheitsamtes.

„Neue Erkrankungsfälle, also eine offene Tuberkulose, liegen nicht vor.“

Aber: „Jeder Fall wird ernst genommen und in Abgleich mit dem persönlichen Gesundheitszustand und der Lebenslage überprüft“, so Heimann.

Und: „Eine Gefährdung der Bevölkerung, über den Rahmen der betroffenen Schule hinaus, besteht nicht“, heißt es auf der HOGA-Webseite.

Therapie mit einer Kombination verschiedener Antibiotika

Die Eltern der betroffenen Schüler werden von Mitarbeitern des Gesundheitsamts informiert und beraten.

Die Kinder und Jugendlichen werden anschließend am Dresdner Universitätsklinikum weitergehend untersucht. Dort werden die erforderlichen Schritte eingeleitet, unter anderem Röntgen der Lunge.

Je nachdem, ob eine Tuberkuloseerkrankung tatsächlich vorliegt, wird eine Therapie mit einer Kombination verschiedener Antibiotika durchgeführt. Andernfalls werden die Patienten präventiv behandelt.

Übertragung per Tröpfcheninfektion

Bei Tuberkulose (TBC) handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die besonders die Lungen befällt. Früher wurde die Krankheit auch als „Schwindsucht“ bezeichnet.

Auslöser sind sogenannte „Mykobakterien“, die insbesondere die Lunge befallen und vor allem beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen werden.

Zu Beginn der Krankheit zeigen sich eher unspezifische Symptome wie Husten, Nachtschweiß und eine leicht erhöhte Temperatur.

Später nehmen die Beschwerden zu und es kann unter anderem zu hohem Fieber, anhaltendem Husten mit Auswurf und Atemnot kommen.

Von der Infektion bis Krankheitsausbruch können Jahre vergehen

Laut Gesundheitsexperten kann die Krankheit bei Untersuchungen aber übersehen werden, da von der Infektion bis zum Ausbruch von TBC Jahre vergehen können.

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite schreibt, kann es selbst noch „Jahrzehnte nach der Infektion“ zu einer Erkrankung an Tuberkulose kommen, vor allem dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist. (ad)