Gelegenheitsraucher sind auch Raucher

Alfred Domke

Gelegenheitsraucher zählen zu den Rauchern

16.02.2014

Manche Menschen betonen immer wieder, dass sie ja nur gelegentlich zur Zigarette greifen würden und daher keine richtigen Raucher seien. Doch US-amerikanische Forscher sagen jetzt, dass Gelegenheitsraucher sehr wohl zu den Rauchern zu zählen sind.

Jede gerauchte Zigarette schadet
Rauchen wird in den meisten Ländern der Welt zunehmend gesellschaftlich geächtet. Dies ist ein Grund, warum sich immer mehr Gelegenheitsraucher zu den Nichtrauchern zählen würden. Doch US-amerikanische Forscher sagen nun, dass auch Gelegenheitsraucher sehr wohl zu den Rauchern zu zählen sind. Im Gegensatz zu Alkohol gäbe es für das Rauchen keine Untergrenze, unter der es dem Körper nicht schadet. Jede einzelne gerauchte Zigarette sei schlecht für den Menschen.

Jeder fünfte Nichtraucher qualmt täglich
Viele Gelegenheitsraucher würden sich nicht als Raucher sehen, berichten Dr. Wael Al-Delaimy und seine Kollegen von der University of California in San Diego, USA. Wie die Wissenschaftler im Fachjournal „Tobacco Control“ schreiben, würden sich geschätzte 12,3 Prozent aller rauchenden Kalifornier nicht zu ihrem Tabakkonsum bekennen. Und dies vor dem Hintergrund, dass jeder Fünfte dieser „Nicht-Bekenner“ sogar täglich raucht. Das Team um Al-Delaimy hatte eine Umfrage analysiert und alle Personen als Raucher definiert, die angegeben hatten, nur manchmal zu rauchen, mindestens eine Zigarette in den letzten 30 Tagen oder über 100 Zigaretten im ganzen Leben geraucht zu haben.

Korrekte Zahlen über Raucher verzerrt
Diese Gelegenheitsraucher lassen sich laut den Forschern in zwei Gruppen einteilen. In der einen Gruppe seien junge Menschen zu finden, die zu sozialen Anlässen, wie beispielsweise auf einer Feier, rauchen und glauben, nicht abhängig zu sein. Und in der anderen finde man über 45-Jährige, die ehemals regelmäßig geraucht hatten und einen absoluten Rauchstopp zwar versucht, aber nie geschafft hatten. Raucher, die angeben, Nichtraucher zu sein, verzerrten nicht nur die korrekten gesellschaftlichen Zahlen, sondern schadeten sich auch selbst. „Weil sie fälschlicherweise glauben, sie seien keine Raucher und daher auch nicht vorhaben mit dem Rauchen aufzuhören, setzen sich diese Gelegenheitsraucher weiter den Folgen des Tabakrauchens aus“, so Al-Delaimy.

Folgen des Tabakrauchens
Folgen des Tabakrauchens können unter anderem zahlreiche Krankheiten sein. So führt die Aufnahme von Teer, Nikotin, Kohlenmonoxid und anderen Schadstoffen über die Lunge zu vermehrten Krebserkrankungen im Bereich des Rachens und Kehlkopfs, der Speiseröhre und der Lunge. Hinzu kommen schwere Atemwegsbeschwerden wie Asthma, chronische Bronchitis oder Raucherhusten. Des Weiteren wird beim Rauchen das Herz-Kreislaufsystem in Mitleidenschaft gezogen. Folge ist zum Beispiel die koronare Herzkrankheit und hiermit verbunden ein deutlich erhöhtes Herzinfarkt-Risiko. Auch gilt Tabakkonsum als maßgeblicher Risikofaktor für einen Schlaganfall. Gründe gibt es also genug, um mit dem Rauchen aufzuhören. (ad)

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