Hautkrebs mit Kaffee bekämpfen?

Fabian Peters

Koffein senkt das Hautkrebsrisiko

17.08.2011

Kaffee könnte der Schlüssel zur Reduzierung der Hautkrebserkrankungen sein. Das enthaltene Koffein führt beim Auftragen auf die Haut zu einer deutlichen Verringerung des Hautkrebsrisikos, berichten US-Wissenschaftler der Rudgers University im Bundesstaat New Jersey in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS).

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Das im Kaffee enthaltene Koffein hat „einen unterdrückenden Effekt auf jene Hautkrebsarten, die durch UV-Strahlung entstehen“, vermuten Allan Conney von der Rudgers University und Kollegen bei der Veröffentlichung ihrer Studienergebnisse in dem Fachmagazin PNAS. Bei Laboruntersuchungen mit Mäusen habe das Koffein offenbar das Gen „ATR“ unterdrückt und auf diese Weise zum Absterben der vom UV-Licht geschädigten Zellen geführt. Diese DNA-geschädigten Zellen sind in der Regel Ursache für die Entstehung von Hautkrebs und so senkt das Koffein beim Auftragen auf die Haut maßgeblich das Hautkrebsrisiko, erklären die US-Forscher.

Reduzierung des Hautkrebsrisikos durch Auftragen von Koffein
Im Rahmen ihrer Studie untersuchten die US-Forscher anhand von Mäusen, deren ATR-Gen defekt war, einen möglichen Zusammenhang zwischen Hautkrebs und dem Kaffee-Wirkstoff Koffein. Über neunzehn Wochen wurden die genetisch veränderten Nager UV-Strahlung ausgesetzt, wobei am Ende die Mäuse mit ATR-Gendefekt 69 Prozent weniger Hautkrebs entwickelt hatten, als die Tiere aus der Kontrollgruppe. Die Aussage beschränkt sich allerdings lediglich auf die sogenannten Plattenepithelkarzinome, unter denen zwar die meisten Tiere litten, die jedoch bei Menschen im Verhältnis zu anderen Hautkrebsarten wie dem malignen Melanom eher harmlos wirken. Die Forscher um Allan Conney von der Rudgers University konnten jedoch auch den molekulare Mechanismus entschlüsseln, der ihrer Ansicht nach zumindest auf die Möglichkeit hindeutet, „dass Koffein einen unterdrückenden Effekt auf jene Hautkrebsarten hat, die durch UV-Strahlung entstehen.“ Durch das Auftragen des Koffeins auf die Haut könnten das ART-Gen blockiert und so die Vermehrung potenzieller Krebszellen verhindert werden, erklären die US-Wissenschaftler. Darüber hinaus blockiere Koffein nicht nur den ATR-Signalweg, sondern trage auch direkt zum Sonnenschutz bei, so dass über die Verwendung in Sonnencremes nachzudenken sei.

Koffein als Bestandteil von Sonnencremes?
Zwar verweisen die US-Wissenschaftler auf die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen, bevor die Anwendung von Koffein in Sonnencremes in Betracht komme, doch generell könnte der Kaffeewirkstoff durchaus Vorteil beim Auftragen auf die Haut mit sich bringen. Da die Studie sich allerdings bisher lediglich auf die Plattenepithelkarzinome beschränkt und diese bei weitem nicht zu den tödlichsten Hautkrebs-Erkrankungen zählen, müssen mögliche Nebenwirkungen des Koffeins und eventuelle negative Folgen in Bezug auf die Bildung anderer Hautkrebsformen in weiteren Studien gründlich untersucht werden. Denn Plattenepithelkarzinome kommen zwar relativ häufig vor, sind jedoch deutlich weniger aggressiv als der sogenannte „schwarze Hautkrebs“ (malignes Melanom), an dem rund viermal mehr Menschen sterben, so die Aussage der US-Forscher. Sollte das Koffein also gleichzeitig das Risiko eines malignen Melanoms erhöhen, so wäre von einem Einsatz trotz der positiven Effekte bei den Plattenepithelkarzinomen abzusehen, erklärten die Wissenschaftler. (fp)