Herzinfarkt am Morgen schlimmer als am Abend

Fabian Peters

Herzinfarkt am Morgen schlimmer als am Abend

28.04.2011

Herzinfarkte (Myokardinfarkte) sind unterschiedlich schwer, je nachdem zu welcher Tageszeit sie stattfinden. Ein Herzinfarkt am Vormittag ist rund 21 Prozent stärker als eine Herzattacke am Nachmittag, berichten spanische Forscher in der aktuellen Ausgabe der britischen Fachzeitschrift „Heart“.

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Die „innere Uhr“ des Menschen, hat laut Aussage spanischer Forscher starken Einfluss darauf, wie schwer ein Herzinfarkt ausfällt. So seien Herzattacken am Morgen weit gefährlicher für die Gesundheit als am Nachmittag oder Abend. Welche weiterführenden Erkenntnisse für die medizinische Praxis aus den Ergebnissen der spanischen Forscher abzuleiten sind, bleibt bisher jedoch relativ unklar. Möglicherweise sollten Risikopatienten insbesondere in den Morgenstunden darauf achten ihr Herz zu schonen.

Herzinfarkte Morgens rund 21 Prozent stärker
Die spanischen Forscher hatten im Rahmen ihrer Studie die medizinischen Daten von mehr als 800 Patienten einer Klinik in Madrid aus den Jahren 2003 bis 2009 analysiert. Dabei stellten sie fest, dass Patienten, die am Vormittag zwischen sechs Uhr und zwölf Uhr einen Herzanfall erlitten, mit rund 21 Prozent stärkeren gesundheitlichen Folgen zu kämpfen hatten als bei Patienten, die am Nachmittag oder Abend einen Herzinfarkt erlitten. Insgesamt hatten von den 811 untersuchten Patienten jedoch nur 269 einen Herzinfarkt am Vormittag. Trotzdem bestätige ihre Studie die Ergebnisse früherer Untersuchungen, bei denen ein signifikanter Zusammenhang zwischen der „inneren Uhr“ des Menschen und dem gesundheitlichen Risiko von Herzproblemen festgestellt wurde, berichten die spanischen Wissenschaftler im Fachmagazin „Heart“. Unter den Studienteilnehmern waren rund 75 Prozent Männer mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren und rund ein Viertel Frauen.

Herzinfarkte in Industrienationen eine der Haupttodesursachen
Herzinfarkte sind heute in den Industrienationen eine der Haupttodesursachen. Rund 280.000 Menschen jährlich erleiden in Deutschland einen Herzinfarkt, womit die Myokardinfarkte laut Statistischem Bundesamt bei den Todesursachen an zweiter Stelle liegen. Herzinfarkte sind generell ein akutes, lebensbedrohliches Ereignis, das sich meist als plötzlich auftretender, relativ lang anhaltender Schmerz im Brustbereich bemerkbar macht. Auch in den Schultern, Armen, im Unterkiefer und Oberbauch (Schmerzen im Oberbauch) können während eines Herzinfarktes erhebliche Schmerzen auftreten. Gleichzeitig sind mit dem Herzinfarkt häufig Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen verbunden. Wer entsprechende Symptome bei sich bemerkt, sollte umgehend einen Notarzt alarmieren, da bei einem Herzinfarkt jede Sekunde zählt und eine akukte Lebensgefahr für den Patienten besteht. (fp)