Hirntote Frau kriegt kurz vor ihrem Ableben noch ein Baby

Alfred Domke

Hirnhautentzündung: Hirntote Frau bringt gesundes Kind zur Welt und stirbt

Vor rund zwei Jahren hat in Polen eine Frau, die bereits fast zwei Monate hirntot war, ein gesundes Baby zur Welt gebracht. Experten sprachen damals von einer medizinischen Sensation. Nun wird über einen ähnlichen Fall aus Berlin berichtet.


Hirntote Frau fast zwei Monate am Leben gehalten

Im Universitätskrankenhaus Breslau (Polen) wurde vor rund zwei Jahren eine Frau, die an einem Hirntumor litt und für hirntot erklärt wurde, von den Ärzten 55 Tage am Leben gehalten, damit ihr Nachwuchs zur Welt kommen konnte. Erst nachdem der Junge geboren war, stellten die Mediziner die lebenserhaltenden Maßnahmen für die Mutter ab. Damals war von einer medizinischen Sensation die Rede. Nun wurde auch in Berlin das Baby einer hirntoten Frau geboren.

In Berlin wurde das Baby einer hirntoten Frau geboren. Die werdende Mutter war kurz vor der Geburt an einer Hirnhautentzündung erkrankt. (Bild: Friday/fotolia.com)

Werdende Mutter erkrankte kurz vor Geburt an Hirnhautentzündung

Laut Medienberichten sollte die 25-jährige Franziska L. in wenigen Wochen ihr drittes Kind zur Welt bringen.

Doch dazu kam es nicht, denn die junge Frau erkrankte vor der Geburt an einer Hirnhautentzündung (Meningitis) und war innerhalb kürzester Zeit hirntot.

Ärzten gelang es jedoch, ihre Tochter zu retten.

Pneumokokken-Infektion

Den Angaben zufolge hatte die junge Frau nach einer Feier mit Verwandten und Freunden über Kopfschmerzen und Nackenschmerzen geklagt.

Die werdende Mutter dachte offenbar zunächst, die Beschwerden hätten mit ihrer Schwangerschaft zu tun.

Doch im Krankenhaus wurde eine Pneumokokken-Infektion mit Hirnhautentzündung diagnostiziert.

Schwere Erkrankungen durch gefährliche Bakterien

Pneumokokken sind Bakterien, die in vielen Fällen Infektionen wie Nasennebenhöhlenentzündung oder Mittelohrentzündung auslösen.

Allerdings können auch potentiell lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen sowie Blutvergiftungen auf diese Bakterien zurückgehen.

„Pneumokokken werden wie ein grippaler Infekt durch Tröpfcheninfektion übertragen – beispielsweise beim Husten oder Niesen“, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrer Webseite „impfen-info.de“.

„Die Bakterien finden sich im Nasen-Rachen-Raum vieler Menschen, ohne dass diese daran erkranken. Daher können sie auch von Gesunden weitergegeben werden“, heißt es dort weiter.

Behandlung mit Antibiotika

„Pneumokokken-Erkrankungen können zwar mit Antibiotika behandelt werden. Allerdings nehmen Resistenzen zu, so dass die Medikamente schlechter anschlagen“, so die Experten.

Auch bei Franziska L. brachte die Behandlung mit Antibiotika offenbar nichts. Im Krankenhaus verschlechterte sich ihr Zustand rasant.

Schließlich wurde die junge Frau für hirntot erklärt. Wie diverse Zeitung berichten konnten die Ärzte jedoch ihr Baby per Kaiserschnitt retten. (ad)