Immer mehr Menschen vom Burnout-Syndrom betroffen

Sebastian

Immer mehr Menschen werden aufgrund eines Burnout-Syndroms krankgeschrieben

03.03.2011

Nach Angaben der Krankenkasse KKH-Allianz haben Arbeitsausfälle aufgrund des Burnout-Syndroms im Vergleich zu den Vorjahren rasant zugenommen. Am stärkten ist ein Anstieg im Bundesland Sachsen zu verzeichnen. Hier stiegen die Krankheitsfälle aufgrund psychischer Leiden um 73 Prozent an.

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In der heutigen Gesellschaft werden den Menschen immer höhere Leistungen abverlangt. Der Stress im Berufsleben setzt sich bei vielen auch im Privatleben fort. Immer häufiger fühlen sich die Menschen ausgebrannt, viele erleben gar als Folge eine depressive Episode. Laut einer Auswertung von Patientendaten der gesetzlichen Krankenkasse „KKH-Allianz“ ist die Zahl der Menschen, die unter dem sogenannten Burnout-Syndrom leiden, in Sachsen zwischen 2007 und 2009 im Bundesländer-Vergleich am höchsten gestiegen – um 73 Prozent. Bei sächsischen Männern ist sogar eine Steigerungsrate von knapp 113 Prozent gemessen worden. Der bundesweite durchschnittliche Anstieg lag bei 46 Prozent.

Überwiegend waren vor allem Patienten im erwerbsfähigen Alter betroffen. Deutschlandweit ist die Quote der Fehlzeiten aufgrund von Depressionen zwischen 2006 und 2009 um 33 Prozent gestiegen. In Sachsen waren Versicherte der Krankenkasse im Schnitt 18 Tage krank. Jeder achte Krankentag war auf psychische Erkrankungen zurückzuführen.

Die KKH-Allianz bemängelt die nur unzureichende Versorgung der Patienten. Bislang erfahren die Betroffenen keine adäquate Therapie, die sie wieder schnell wieder einsatzfähig macht. Bis eine Depression vom Hausarzt erkannt wird, können Jahre vergehen. In rund der Hälfte der Fälle dauerte es im Schnitt fünf Jahre, bis eine Depression diagnostiziert wurde. In vielen Fällen leiden Patienten unter körperliche Symptomen, die aufgrund des psychischen Leidens hervor gerufen werden. Daher ist es oftmals für Ärzte schwierig, zeitnah die eigentlich vorliegende Grunderkrankung zu erkennen. In den meisten Fällen vergehen nach der Diagnostik bis zu sieben Monate, bis eine Therapie in einer Fachklinik beginnt. (sb)

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de