Krankenkasse erstattet Osteopathie Behandlung

Heilpraxisnet

Krankenkasse startet Modellprojekt: Osteopathie Behandlungen werden erstattet.
Am ersten Oktober startete die erste gesetzliche Krankenkasse das Modellvorhaben Osteopathie. Die BKK der Thüringer Energieversorgung (BKK ThEV) erstattet demnach ihren Mitgliedern nach § 63 Abs. 2 des Fünften Sozialgesetzbuches die Kosten einer Osteopathiebehandlung im Rahmen von fünf Therapiesitzungen mit einem Eigenanteil von zehn Prozent. Das sollten maximal 30 Euro sein und gilt nur für Personen, die über 18 Jahre alt sind.

Allerdings muss der behandelnde osteopathisch arbeitende Therapeut Mitglied im Verabdn der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) sein. Der VOD ist der größte Osteopathieverband in Deutschland und nimmt nur Therapeuten auf, die mindestens fünf Jahre Osteopathie mit mindestens 1.350 Stunden in Deutschland absolviert haben und die sich regelmässig fortbilden. Neben dem VOD begleitet das Modellvorhaben das Institut für Prävention und Gesundheitsförderung an der Universität Duisburg-Essen. Durch diese wissenschaftliche Instanz soll nach Aussagen der BKK ThEV die Wirksamkeit der Osteopathie nachgewiesen werden und eine Kontrolle darüber behalten werden, dass die bezahlten Behandlungen nur von qualitätsgesicherten Therapeuten durchgeführt werden. Die Osteopathie ist ein Konzept, das vor über 100 Jahren von dem amerikanischen Arzt Arthur Taylor Still begründet wurde und bei dem mit den Händen Gewebe- und Spannungsqualitäten erspürt und behandelt werden.

Bisher werden Osteopathiebehandlungen nur von Zusatzversicherungen, der Beihilfe oder den Privaten Krankenversicherern (PKV) übernommen. Meist sind es Beschwerden des Bewegungsapparates wie Rückenschmerzen, Nackenverspannungen oder Schulterschmerzen, die Anlässe für Osteopathiebehandlungen darstellen. Daneben gibt es aber die Behandlung der Organe durch die viszerale Osteopathie und des sogenannten kraniosakralen Systems, die aber nur wenigen Menschen bekannt sind. In einer kürzlich von der Bundesärztekammer veröffentlichten Studie waren osteopathische Verfahren untersucht und bewertet worden. (tf, 18.10.2010)

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