Nackenverspannungen
Verspannungen im Nacken
Nackenverspannungen
Nackenverspannungen ist eine sogenannte Volkskrankheit
Durch die sitzenden Arbeitshaltungen an Schreibmaschinen und Monitoren der letzten Jahrzehnte haben Nackenverspannungen eine weite Verbreitung erfahren. Häufig ist ein Ziehen vom Hinterkopf bis zu den Schulterblättern und nach aussen zu den Schultern.. Massagen helfen vielen Menschen, aber schaffen häufig keine langfristige dauerhafte Abhilfe.
Nackenverspannungen:
Nackenverspannungen
Synonyme
Symptome und Beschwerden bei Nackenverspannungen
Funktionelle Ursachen und Therapie
Synonyme
Nackenmuskulaturverspannung, Nackenbeschwerden, Nackenziehen, neck pain, pain in the neck, Nackenverspannungen, Verspannter Nacken, Verspannungen im Nacken, Nackenschmerzen.
Symptome und Beschwerden bei Nackenverspannungen
Anatomisch ist meist der Bereich des Trapezmuskels betroffen. Er bildet das Relief unseres Nackens und läuft bis zum Hinterkopf, nach aussen an die Schultern und bis zur Brustwirbelsäule. Betroffene klagen deswegen meist über ein Ziehen von der Schulterregion bis zum Hinterkopf oder bis zwischen die Schulterblätter und eine eingeschränkte Kopfbewegung.
Die stärkste Verspannung geben viele Betroffene neben der Schulter, am Beginn zum Nacken an und rücken dort häufig selbst rein. Dort ist dann häufig eine als mandelkernförmig zu beschreibende Festigkeit im Gewebe zu spüren, die früher als Myogelose (Muskelverhärtung) bezeichnet wurde. Nach dem System des Fasziendistorsionsmodells (FDM) sieht man diese Verhärtung als ein Stück Gewebe, das dort durch die Gewebehüllschicht (Faszie) getreten ist und nun wie ein Bolzen dort drinnen steckt und Spannungen aufrecht erhält (hernierter Triggerpunkt). Die Therapie erfolgt in Form einens Zurückdrückens dieses Gewebes mit dem Daumen.
Funktionelle Ursachen und Therapie
Die Therapieresistenz oder mangelnde grundsätzliche Abhilfe durch reines Massieren hängt wohl oftmals damit zusammen, dass es Faktoren gibt, die die Spannung wieder aufbauen. So nähern sich viele mit Arbeitsplätzen an Computern dem Monitor mit fortschreitender Arbeitsdauer immer weiter an. Dies hängt wohl damit zusammen, dass unsere Augen eigentlich für weites Sehen gemacht sind und die Augenmuskeln ermüden. Durch das Neigen nach vorne müssen die Muskeln hinten dann eine ganze Menge Spannung und Gewicht halten- der Mensch ist nicht mehr ausbalanciert und es kommt zu Verspannungen. In diesem Fall ist es wichtig, die vorderen Brustmuskeln zu dehnen und die Verkürzungen aufzuheben und bei der Arbeit Zeiträume einzuräumen, wo man Punkte in der Ferne fixiert, um die Augen zu entlasten und zu entspannen.
Zusätzlich wird bei vielen Menschen wohl ein Nerv am Hinterkopf (Nervus occipitalis major), der direkt durch die oben erwähnten Muskeln läuft, abgeklemmt. Der Nerv kommt vom zweiten Halswirbel, welcher auch durch das nach vorne gehen des Kopfes unter Spannung steht, weil er den Kopf halten muss, da die darunter liegenden Halswirbelsäulenwirbel mit nach vorne gehen.
Es wird vermutet, dass es teilweise zu Problemen in der unteren Halswirbelsäule nach Manipulationen (Einrenken) des zweiten Halswirbels kommt, weil er das System noch stabilisiert hat. Ziel sollte die Entlastung der Halswirbelsäule durch einen Ausgleich der Spannungen sein.
Das bedeutet vielfach, dass ersteinmal vorne die Brustmuskeln gelockert werden müssen, damit sich an der Rückseite nicht ständig die Muskeln gegenspannen müssen. Denn viele Betroffene ziehen auch noch die Schultern nach hinten, um aufrecht zu wirken oder weil andere sagen „mach Dich mal grade!“. Das bringt natürlich noch mehr Spannung auf den Nacken. Diese Zusammenhänge zu erkennen ist bei dem Beschwerdebild der Nackenverspannungen ganz entscheidend, um dauerhafte Beschwerdefreiheit einzuleiten. Methoden der Körperarbeit, die die Gesamtstatik und die Zusammenhänge innerhalb des Körpers berücksichtigen, wie Rolfing oder Osteopathie, eignen sich meist gut, um hier dauerhaft Abhilfe zu schaffen. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 07.11.2009)