Was ist Osteopathie

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Osteopathie

Was ist Osteopathie? Eine grundsätzliche Erläuterung.

Die Grundlage für die Entwicklung der Osteopathie legte der us- amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor Still vor ca. 125 Jahren. Er verknüpfte die rein mechanische, fast schon eher in das Chiropraktische gehende Behandlung mit einer energetischen Form der Behandlung. Er postulierte, dass es nicht nur die mechanische Krafteinwirkung des Behandlers ist, sondern auch, was das Denken, bzw. die Vorstellung in dem Moment in dem behandelten Gewebe des Patienten auslöst.

Dabei nahm er als eine starke Säule die Anatomie, deren Kenntnis natürlich eine große Hilfe, bzw. Unterstützung bei der Visualisierung darstellt. Nach dem Studieren zahlreicher philosophischer und naturwissenschaftlicher Konzepte, ging er an die Formulierung und praktische Umsetzung seiner Idee. Er gründete 1892 die erste Osteopathie- Schule (die American School of Osteopathy), um dort eine Weiterentwicklung und Verbreitung seiner Methode zu erreichen.

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Seit dieser Zeit gab es schon einige direkte Schüler von Still wie Garner W. Sutherland oder John Martin Littlejohn, die eigene Wege gingen und die Osteopathie anders als ihr Begründer auffassten und weiterverbreiteten.

Aber auch in der Zeit danach erfuhr die Osteopathie viele Bereicherungen und Abwandlungen der ursprünglichen theoretischen Ansätze und Techniken. Zum Beispiel durch den französischen Osteopathen Jean Pierre Barral in der Behandlung und Diagnose der Organe und der Thermodiagnose oder das Konzept der Körpersprache und Behandlung auf Faszienebene von dem us- amerikanischen Osteopathen und Notfallmediziner Stephen Typaldos.

In den USA wurde die Osteopathie als Universitätsstudiengang etabliert. Absolventen sind berufspolitisch gleichwertig mit Ärzten. Dadurch wurde der Beruf des Osteopathen aber um sämtliche nichtmedizinischen Qualitäten verkürzt. In Deutschland besteht die am meisten verbreitete Fortbildung aus 5 Jahren berufsbegleitendem Unterricht. Grundberufe sind Ärzte, Heilpraktiker, und Physiotherapeuten- letztere dürfen aber nur im Delegationsverfahren arbeiten.

Die Osteopathie ist so vielfältig, dass es schwer fällt, eine einheitliche Definition zu finden. Es gibt viele unterschiedliche Schulen, Behandlungs- und Theorie- Ansätze. Gemein ist allen, dass hauptsächlich mit den Händen behandelt wird.

Das Spektrum der einzelnen Behandlungen und Behandler ist auch sehr vielfältig. Manche Behandler arbeiten teilweise mit schmerzhaften Techniken, andere sind ganz sanft, so daß man kaum eine Berührung spürt. Osteopathie kann wie Chiropraktik oder Manuelle Therapie sehr „strukturell“ sein, aber auch ganz sanft „wie Handauflegen“ wirken.

Die Synthese aus energetischen und mechanischen Faktoren in der manuellen Behandlung stellte bei der Gründung der Osteopathie ihr Fundament dar und dies spiegelt sich auch heutzutage noch in ihrem äußeren und inneren Erscheinungsbild und in den einzelnen Diagnosen und Behandlungen wider.

Hauptsächlich suchen Menschen mit Beschwerden am Bewegungsapparat heutzutage einen Osteopathen auf. In erster Linie wegen Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Nackenbeschwerden. Was die wenigsten wissen ist, dass auch andere Problematiken wie Schwindel, Inkontinenz, Sodbrennen, Kiefergelenksschmerzen, Einschlafen der Hände, u.a gute Indikationen für eine osteopathische Behandlung darstellen.

Die meisten privaten Krankenversicherungen und Heilpraktiker Zusatzversicherungen übernehmen die Behandlungen. Sie kosten in der Regel zwischen 60 und 100 Euro und dauern zwischen 30 und 60 Minuten.

Da es in Deutschland den Beruf des Osteopathen nicht gibt, es sich eigentlich nicht um eine Ausbildung, sondern um eine Fortbildung handelt und der Begriff gesetzlich nicht geschützt ist, ist es sinnvoll, sich vor dem Aufsuchen eines osteopathisch arbeitenden Therapeuten über dessen Ausbildungswerdegang grob zu informieren. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 19.01. 2010)

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