Lange Stillzeit könnten über 800.000 Kinderleben pro Jahr retten

Hundertausende Kinderleben weltweit könnten jährlich gerettet werden, wenn mehr Mütter ihre Kinder stillen würden. (Bild: cicisbeo/fotolia.com)
Fabian Peters
Lange Stillzeit kann Kinder vor Übergewicht und Diabetes schützen
Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind. Es gibt einen einfachen Trick, wie Sie ihrem Kind helfen können gesünder und intelligenter im späteren Leben zu werden. Sie benötigen weder Medikamente noch besondere Übungen. Es ist schon ausreichend, wenn Sie ihr Kind längere Zeit stillen.

Wenn Mütter ihr Kind stillen, erhöht das die Intelligenz, verbessert die Gesundheit und schützt vor Übergewicht und Diabetes im späteren Leben. Durch das Stillen könnten 800.000 Kinder weltweit pro Jahr vor dem Tod gerettet werden, behaupteten Mediziner in einer aktuellen Studie. Außerdem würden Mütter durch das Stillen vor Brustkrebs geschützt. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Untersuchung in dem Fachjournal „The Lancet“.

Hundertausende Kinderleben weltweit könnten jährlich gerettet werden, wenn mehr Mütter ihre Kinder stillen würden. (Bild: cicisbeo/fotolia.com)
Hundertausende Kinderleben weltweit könnten jährlich gerettet werden, wenn mehr Mütter ihre Kinder stillen würden. (Bild: cicisbeo/fotolia.com)

Viele Frauen stillen ihr Kind zu kurz
Mehr als 800.000 tote Kinder und zusätzliche 22.000 Todesfälle bei Müttern könnten jährlich verhindert werden, wenn mehr Mütter ihre Kinder stillen würden, behaupten die Mediziner. Das Stillen habe einen positiven Effekt auf die Gesundheit des Kindes und der Mutter. Zu diesem Ergebnis kommen die Forscher auf Basis der Auswertung von 28 früheren Studien. Bei Kindern erhöhe das Stillen die Intelligenz und verbessere den Schutz gegen Übergewicht und Diabetes. Trotz der positiven Effekte seien die Stillraten in Ländern mit hohem Einkommen sehr gering, erklären die Forscher. Ihre Studie habe gezeigt, dass durchschnittlich lediglich 20 Prozent der Neugeborenen in Ländern mit hohem Einkommen mindestens ein Jahr gestillt werden, in Großbritannien habe der Wert sogar lediglich bei einem Prozent gelegen.

Stillen reduziert plötzlichen Kindstod um mehr als ein Drittel
Der Co-Autor Dr. Nigel Rollins von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass die Verantwortung zu stillen nicht alleine bei der Frau liegen sollte. Die Fähigkeit zu Stillen, ist sehr stark von Unterstützung und dem Umfeld abhängig, in dem die Mutter lebt, erläutert der Experte. Regierungen und unsere Gesellschaft sollten Frauen durch Maßnahmen und Programme in den Gemeinden unterstützen. Die Forscher fanden heraus, dass das Stillen in Ländern mit hohem Einkommen, das Risiko des plötzlichen Kindstodes um mehr als ein Drittel reduziert.

Mütter benötigen mehr Hilfe und Unterstützung
Die Entscheidung zu stillen, hat erhebliche langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit, Ernährung und Entwicklung von Kindern und die Gesundheit von Frauen. Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass Muttermilch – ohne nachteilige Folgen – durch künstliche Produkte ersetzt werden kann, erläutert der Hauptautor Professor Cesar Victora von der „Federal University of Pelotas“. Die Ergebnisse der Studie untermauern, warum das Stillen die am besten geeignete Methode der Bereitstellung von Nahrung für ein Baby ist, fügt Janet Fyle vom „Royal College of Midwives“ hinzu. Nicht stillende Frauen sollten sich allerdings nicht schuldig fühlen. Zudem bräuchten Mütter allgemein eine bessere Unterstützung. Einige Frauen finden das Stillen nicht einfach, eine kleine Minderheit kann nicht stillen und andere wollen aus verschiedenen Gründen nicht stillen, erklären die Mediziner. 80 Prozent der Mütter, die in den ersten paar Wochen aufgehört haben, ihr Kind zu stillen, hätten das Stillen gerne fortgesetzt, aber bräuchten dafür mehr Unterstützung. Wenn Mütter gute Informationen und praktische Hilfe in ihrer Schwangerschaft erhalten, können die Frauen mehr Selbstsicherheit und Vertrauen aufbauen, erläutern die Experten. Durch eine entsprechende Unterstützung in den ersten Wochen der Schwangerschaft würden sicherlich mehr Frauen länger ihre Kinder stillen, so das Fazit der Forscher. (as)

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