Mehr HIV und Syphilis in Sachsen-Anhalt

Heilpraxisnet

Mehr HIV- und Syphilis-Erkrankungen in Sachsen-Anhalt

20.10.2014

Die Zahl der Neuerkrankungen mit Syphilis und HIV ist in den vergangenen Jahren in Sachsen-Anhalt stark angestiegen. Von Seiten der Aids-Hilfen wird angenommen, dass die Infektionen weiter zunehmen werden. Sie fordern eine Aufstockung des Etats für die Aufklärung.

Zahl der Infektionen wird weiter zunehmen
In Sachsen-Anhalt leben immer mehr Menschen mit HIV oder Syphilis. Die Zahl der Infektionen werde weiter zunehmen, warnte der Geschäftsführer des Landesverbands der Aids-Hilfen in Sachsen-Anhalt, Sven Warminsky. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte er: „Die Verbreitung der Syphilis ist immer ein Alarmzeichen dafür, dass auch die HIV-Infektionen zunehmen.“

Syphilis ist im Gegensatz zu HIV heilbar
So ist manchmal auch unbekannt, dass Syphilis im Gegensatz zu HIV heilbar ist. Allerdings ist die Infektionskrankheit im Anfangsstadium oft kaum auszumachen. Zu den möglichen Anzeichen einer Syphilis-Infektion zählen rötliche Geschwüre an den Geschlechtsorganen, die anfangs meist nicht von Schmerzen begleitet sind. Etwa zwei Monate nach einer Infektion stellen sich dann oft grippeähnliche Beschwerden, wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen ein. Zudem schwellen die Lymphknoten an und es entwickelt sich ein Juckender Hautausschlag. Wird die Erkrankung nicht erkannt und behandelt, drohen langfristig unter anderem Organschäden. Nach den jüngsten Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben die Syphilis-Zahlen in Sachsen-Anhalt deutlich zugenommen. Demnach wurden 2013 insgesamt 90 Neuerkrankungen gemeldet, im Jahr zuvor 79 und 2011 waren es lediglich 35.

Aufstockung des Etats gefordert
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen stieg in dem Bundesland im vergangenen Jahr auf 67, im Jahr zuvor waren es 55 und 2011 erst 40. „Präventionskampagnen, wie sie zum Beispiel von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gemacht werden, erinnern nur an Gefahren“, so Warminsky. Die personalintensive Präventionsarbeit im direkten Kontakt sei jedoch wichtiger. „Die Aids-Hilfen sind aber seit Jahren chronisch unterfinanziert.“ Den Angaben zufolge erhielten die Aids-Hilfen in Sachsen-Anhalt im Jahr 188.000 Euro von der Landesregierung. „Dieser Etat muss mindestens auf 288.000 Euro aufgestockt werden“, forderte der Experte. Die Aids-Hilfen müssten derzeit deutlich mehr als die Hälfte ihres Geldes selbst aufbringen, beispielsweise durch die Einwerbung von Drittmitteln oder durch Gebühren, welche sie für Seminare erheben. Wie Warminsky erklärte, könne nur so auch der chronischen Personalknappheit begegnet werden, die bereits dazu geführt habe, dass Betreuungs- und Präventionswünsche abgelehnt werden mussten. (ad)

Bild: NicoLeHe / pixelio.de