Meningitis-Ausbruch: Pharmakonzern durchsucht

Sebastian

Meningitis-Welle in den USA: Behörden lassen Pharmakonzern durchsuchen

17.10.2012

Über 200 Menschen sind von der Meningitis-Welle in den USA betroffen. 15 Menschen sind bereits gestorben. Der Grund ist ein Pilz-verunreinigte Arzneimittel gegen Schmerzen. Die Staatsanwaltschaft hat heute die Polizei und Aufsichtsbehörden dazu angewiesen, die Herstellerräume des Pharmaproduzenten NECC zu durchsuchen. Die Ermittler erhoffen sich weitere Hinweise zu den Ursachen des Ausbruchs.

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Aufgrund von kontaminierten Medikamenten sind über 200 Menschen in den USA an einer lebensgefährlichen Hirnhautentzündung erkrankt. Bereits 15 Menschen erlagen der Infektionskrankheit. Um die genauen Umstände zu untersuchen, haben Ermittler der Arznei- und Lebensmittelaufsicht FDA und der Polizei die Produktionsstätten und Räume des Pharmakonzerns NECC im Bundesstaat Massachusetts durchsucht. Die Behördensprecherin Sara Clark-Lynn erklärte: „Mit den Ermittlungen wollen wir das Ausmaß und die genaue Ursache des Meningitis-Ausbruchs aufklären. Das ist unter Teil der laufenden Untersuchungen“.

Zwei verseuchte Mittel als Auslöser identifiziert
Nach Angaben der Gesundheitsbehörden könnten mindestens zwei Arzneimittel für den Ausbruch der Meningitis-Welle verantwortlich sein. Beide Medikamente wurden von dem pharmazeutischen Unternehmen New England Compounding Center (NECC) hergestellt. Derzeit sind in fünfzehn Bundesstaaten der USA in Verbindung mit den kontaminierten Spritzen 233 Patienten an einer Hirnhautentzündung erkrankt. Als gesichert gilt, dass „die Erkrankung bereits 15 Todesopfer verursacht hat“. Nach bisherigen Erkenntnisstand hatten die meisten betroffenen Patienten vor der Meningitis „eine Schmerzspritze in den Rückenmark-Kanal verabreicht bekommen“. Da es sich um eine Pilzinfektion handelt, ist die Infektion nicht ansteckend. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass sich die Patientenanzahl noch weiter erhöhen wird.

Typische Symptome der durch Pilze verursachten Meningitis sind den Experten der FDA zufolge Kopfschmerzen, ein steifer Nacken, Übelkeit und Erbrechen sowie Fieber. Weil die Beschwerden auch auf eine Grippe hinweisen können, wird die Krankheit oft erst sehr spät entdeckt. Wie das „Center for Disease Control and Prevention“ mitteilte, erleben „Patienten mit einer Pilzmeningitis auch Beschwerden wie Schwindel, Verwirrtheit und Lichtempfindlichkeit“. (sb)