Salzige Burger nicht nur in Neuseeland

Astrid Goldmayer

Die salzigsten Burger werden in Neuseeland gegessen

17.04.2012

Dass Fastfood viel Salz enthält, ist bekannt. Dass die Menge jedoch von Land zu Land stark variiert, deckten jetzt australische Forscher auf. Sie untersuchten bestimmte Fastfood-Gerichte von sechs großen, internationalen Anbietern in Australien, Kanada, Frankreich, Neuseeland, Großbritannien und den USA. Die salzigsten Burger kommen demnach in Neuseeland auf den Tisch.

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Fastfood-Ketten könnten Salzgehalt ihrer Speisen reduzieren
Elizabeth Dunford vom The George Institute for Global Health in Sydney und ihre Kollegen deckten auf, dass Fastfood-Anbieter ihre Speisen unterschiedlich stark in verschiedenen Ländern salzen. Im Fachblatt “Canadian Medical Association Journal” schreiben die Wissenschaftler, dass damit der Beweis dafür erbracht sei, dass die Fastfood-Ketten durchaus Einfluss auf den Salzgehalt nehmen könnten und mit einer Reduzierung der Salzmenge zu einer gesünderen Ernährung beitragen könnten. Ein hoher Salzgehalt in Lebensmitteln führt zu Erhöhung des Blutdrucks und steigert daher das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das internationale Forscherteam untersuchte den Salzgehalt von 2.124 Speisen von sechs großen internationalen Fastfood-Ketten in Kanada, Großbritannien, Neuseeland, Australien, Frankreich und den USA. Grundlage waren dabei Informationen der Anbieter, zu denen Subway, Burger King, Pizza Hut, Domino‘s Pizza, Kentucky Fried Chicken und McDonald‘s gehörten. Die Forscher hätten sich für diese Fast-Food-Ketten entschieden, da sie die größten transnationalen Anbieter ihrer Art seien.

Fastfood ist zu salzig und führt zu Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Bei der statistischen Analyse wurden unter anderem Produkte wie Burger, Hähnchen-Nuggets, Pommes Frites, Sandwiches und Salate berücksichtigt. Dabei identifizierten die Forscher bei den Hähnchen-Nugges von McDonald’s in den USA mit 1,6 Gramm Salz pro 100 Gramm Produkt einen zweieinhalb Mal höheren Salzgehalt als bei dem gleichen Gericht in Großbritannien (0,6 Gramm pro 100 Gramm Produkt). Bei gewürzten Frühstückszutaten wie Schinken war der Salzgehalt in den USA mit 1,8 Gramm je 100 Gramm Produkt besonders hoch. Zum Vergleich lag dieser in Großbritannien bei 1,4 Gramm und in Neuseeland bei 1,1 Gramm. Ein weiteres Ergebnis der Analyse zeigte, dass die Sandwiches von Pizza Hut im Mittel 70 Prozent salziger sind als die des Mitbewerbers Subway. Die Salzigsten Burger werden in Neuseeland serviert. Sie enthalten durchschnittlich 1,4 Gramm pro 100 Gramm Produkt. In den USA und Großbritannien haben Burger Salzgehalte von 1,3 beziehungsweise 1,1 Gramm.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Unterschiede im Salzgehalt von den Fastfood-Anbietern nicht zufällig oder produktionsbedingt zustande kommen sondern beabsichtigt sind. Dunford verweist auf vorherige Studien, die gezeigt hätten, dass sich die Salzmenge von Speisen peu á peu senken lasse, ohne dass es den Konsumenten negativ auffalle. Sie würden sich allmählich daran gewöhnen. Die Fastfood-Anbieter würden so einen Beitrag zu gesünderer Ernährung leisten.

Durch niedrigeren Salzgehalt könnten tausenden Menschen das Leben gerettet werden
Bereits 2010 berichteten US-amerikanische Forscher im Fachblatt „New England Journal of Medicine“, dass weniger Salz im Essen jährlich tausenden Menschen das Leben retten könnte. Sie schreiben, dass die Bürger in den USA besonders viel Salz zu sich nehmen würden. Eine um drei Gramm reduzierte Tagesdosis könne 44.000 bis 92.000 Todesfälle pro Jahr vermeiden, erklärten Kirsten Bibbins-Domingo von der Universität von Kalifornien in San Francisco und ihre Kollegen. Ärzte gingen von 54.000 bis 99.000 weniger akuten Herzinfarkten, 60.000 bis 120.000 weniger neuen chronischen Herzerkrankungen und 32.000 bis 66.000 weniger Schlaganfällen im Jahr aus. Laut Forschern könnte das US-amerikanischen Gesundheitssystem dadurch jährlich um 10 bis 24 Milliarden Dollar entlastet werden.

Wenn Kinder und Jugendliche bereits frühzeitig damit beginnen, ihrem Salzkonsum einzuschränken, kann das Risiko für spätere Herz- und Kreislauferkrankungen deutlich reduziert werden, sagen Experten. Das bedeutet jedoch nicht, dass ältere Menschen nicht mehr darauf achten müssen. In den Altersgruppen 35 bis 50 mindert sich das Risiko für Herzkrankheiten durch den reduzierten Salzkonsum immerhin noch um 30 bis 43 Prozent, wie Bibbins-Domingo und ihr Team ermittelten. Das wären rein statistisch 2,7 bis 3,9 Millionen weniger Bluthochdruck-Patienten. Mit zunehmenden Alter nehme der positive Faktor des reduzierten Salzverzehrs jedoch ab, da dann weitere Risikofaktoren hinzu kämen, die in jungen Jahren noch nicht bestünden.

Bluthochdruck durch salz- und fettarme Ernährung senken
Bluthochdruck, in der Fachsprache auch als Arterielle Hypertonie bezeichnet, ist eine Erkrankung, bei der der Blutdruck des arteriellen Gefäßsystems chronisch erhöht ist. Im weiteren Verlauf führt er zu koronaren Herzerkrankungen, also Krankheiten der Herzkranzgefäße, zu Nierenschäden, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Durch eine Änderung des Lebensstils können Betroffene maßgeblich zu einer Verbesserung ihres Gesundheitszustandes beizutragen. So sollten Bluthochdruck-Patienten unbedingt das Rauchen aufgeben, ihr Übergewicht reduzieren und auf eine gesunde, fettarme Ernährung umstellen. Besonders geeignet ist mediterrane Kost, die viel Obst und Gemüse, Vollkorngetreide, fettarmen Milchprodukte, wenig mageres Fleisch und Fisch sowie stets ein wenig Olivenöl enthält. (ag)

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Bild: Thommy Weiss / pixelio.de