Schluckstörungen von Altenheimbewohnern beachten

Alfred Domke

Im Alter auf Schluckstörungen achten

19.10.2013

Experten raten dazu, auf Schluckstörungen bei Altenheimbewohnern zu achten. Bis zu 60 Prozent von ihnen würden darunter leiden. Wird das Problem nicht behandelt, drohen weitere gesundheitliche Probleme.

Bis zu 60 Prozent der Altenheimbewohner betroffen
Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) rät, bei Altenheimbewohnern auf Schluckprobleme zu achten. Laut der DGVS leiden bis zu 60 Prozent aller Altenheimbewohner darunter. Und im Alter seien oft auch andere Funktionen des Verdauungstraktes beeinträchtigt. Thomas Frieling, Direktor der Medizinischen Klinik II am Helios-Klinikum Krefeld fordert: „Durch verschiedene Funktionsuntersuchungen sollten Ärzte gerade bei alten Menschen konsequent nach Ursachen für Beschwerden suchen, um Mangelernährung und somit eine Verschlechterung des Allgemeinzustands zu verhindern.“

Schlucken wird für Ältere zur Qual
Wie der menschliche Körper allgemein, so altert auch der Magen-Darm-Trakt. „Vor allem das feine Netz aus Nervenzellen, die die Beweglichkeit von Speiseröhre, Magen und Darm steuern, ist anfällig für Altersveränderungen“so Frieling. Wegen der eingeschränkten Funktionsfähigkeit des Magens könne dieser weniger Nahrung aufnehmen und die Entleerung werde verzögert. Ältere Menschen seien daher schneller satt und leiden häufiger unter Sodbrennen, was wiederum die Schleimhaut der Speiseröhre schädige. Erschwerend komme hinzu, dass viele Erkrankungen im Alter den Darm angreifen würden. Das Schlucken könne für Ältere nicht nur wegen der Alterung der Speiseröhre, sondern auch durch verminderte Speichelbildung, schlechte Zähne oder Schleimhautentzündungen zur Qual werden, so Frieling. Außerdem träten Schluckstörungen auch bei neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder nach einem Schlaganfall auf.

Medikamente können zusätzliche Probleme bereiten
Ein weiteres Problem stellten Medikamente dar, wie beispielsweise Magensäureblocker, denn diese beeinträchtigen mitunter die Verdauungsfunktionen. „Die Magensäure fördert die Verdauung und tötet Keime ab“, erklärt Frieling. Wenn durch das Medikament die Magensäure reduziert werde, könne es zu einer Fehlbesiedlung des Dünndarms mit Blähungen, Bauchkrämpfen und Durchfall kommen. Laut der DGVS stehen Ärzten für die Funktionsuntersuchungen verschiedene diagnostische Methoden zur Verfügung. Die Fachgesellschaft betont, dass Magenspiegelungen, Ultraschalluntersuchungen und Atemtests auch bei hochbetagten Patienten problemlos durchführbar seien. (ad)

Advertising

Bild: Uwe Steinbrich / pixelio.de