Schnelltest erkennt EHEC-Symptome

Fabian Peters

EHEC-Schnelltest ermöglicht Diagnose bereits vor dem Auftreten der Symptome

31.05.2011

Das Universitätsklinikum Münster hat einen Schnelltest für EHEC entwickelt. Damit soll bereits vor dem Auftreten der ersten EHEC Symptome eine entsprechende Diagnose ermöglicht werden, um möglichst frühzeitig mit der medizinischen Behandlung zu beginnen.

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Bisher galt der blutige Durchfall (Blut im Stuhl) als wesentliches Merkmal der EHEC-Infektion, dass laut Aussage der bundesweiten Gesundheitsbehörden für alle Betroffenen ein Warnsignal sein sollte. Nun hat das Universitätsklinikum Münster einen EHEC-Schnelltest vorgestellt, mit dessen Hilfe bereits kleinste Mengen der EHEC-Erreger auf besondere Eigenschaften des Ausbruchsstammes untersucht werden können – schon bevor die ersten EHEC-Symptome auftreten.

Diagnose vor dem Auftreten der EHEC-Symptome möglich
Mit dem neuen EHEC-Schnelltest können bereits vor dem Auftreten der ersten EHEC-Symptome mögliche Infektionen festgestellt werden und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die Behandlung der EHEC-Infektionen könnte so durch die frühzeitige Diagnose deutlich verbessert werden, hoffen die Experten. Außerdem ließe sich das Risiko einer unbewussten Übertragung der EHEC-Erreger deutlich reduzieren, wenn Patienten bereits vor dem Auftreten der EHEC-Symptome über die Infektionskrankheit informiert sind. Auf einer Pressekonferenz am heutigen Dienstag um 14 Uhr hat das Universitätsklinikum Münster den neuen EHEC-Schnelltest vorgestellt. Dieser könne in jedem molekularbiologischen Labor durchgeführt werden und ermögliche bereits bei kleinsten Mengen der EHEC-Erreger innerhalb kurzer Zeit Rückschlüsse auf spezielle Eigenschaften des Ausbruchsstammes. Im Rahmen des EHEC-Schnelltests werden die spezifischen Gene des Ausbruchsstammes vervielfältigt, wodurch eine genaue Zuordnung möglich ist, so die Mitteilung des Universitätsklinikums.

EHEC-Infektionswelle setzt sich fort
Während Mediziner deutschlandweit derzeit nach geeigneten Diagnose- und Behandlungsmethoden suchen, droht sich die EHEC-Infektionswelle vorerst weiter fortzusetzen, warnen die Gesundheitsbehörden. Dabei ist nach Aussage der Experten auf dem Spitzentreffen von Bund, Ländern und Behörden am Montag in Berlin auch mit weiteren Todesfällen zu rechnen. Bisher hat das Robert-Koch-Institut mindestens 14 Todesfälle in Folge der EHEC-Infektionen registriert; wobei 12 der Opfer Frauen waren. Gestern waren dabei die ersten Todesfälle außerhalb Norddeutschlands zu verzeichnen: Eine 91-jährige Patientin im nordrhein-westfälischen Bad Lippspringe starb an den Folgen der gefährlichen Durchfallerkrankung und eine Frau im Landkreis Gütersloh erlag ebenfalls der EHEC-Infektion. Auch im Ausland wurden nun die ersten EHEC-Infektionen gemeldet, wobei sich zum Beispiel die drei nachgewiesener Maßen mit EHEC infizierten US-Bürger, vermutlich bei einem Aufenthalt in Deutschland angesteckt haben.

EHEC: Neue Behandlungsmethode getestet
Neben dem neuen EHEC-Schnelltest bietet auch die derzeit an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) getestete Behandlungsmethode mit dem Wirkstoff "Eculizumab" Grund zur Hoffnung. Denn im Rahmen ihrer Untersuchungen konnten die Experten der MHH erste Erfolge bei der Behandlung von Patienten mit dem hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) verzeichnen. Durch den Antikörper Eculizumab könnte Patienten mit besonders schwer verlaufender EHEC-Infektion unter Umständen geholfen werden, berichtete Prof. Hermann Haller, Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen an der MHH. Allerdings seinen von dem neuen Wirkstoff keine Wunder zu erwarten. „Es (ist) kein Wundermittel“, betonte Prof. Haller. Auch an der Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) wurde der neue Wirkstoff bereits bei elf Patienten eingesetzt, doch bisher stehe nicht fest, wie erfolgreich die Rettungsversuche verlaufen, erklärte der Hamburger Nierenspezialist Prof. Rolf Stahl. Die Ergebnisse der neuen Behandlungsmethode ließen sich allerdings voraussichtlich erst in erst in drei bis vier Wochen erkennen, erläuterte der Experte. (fp)