Sonnenschutz: Nicht beim Eincremen sparen

Fabian Peters

Beim Sonnenschutz auf Nummer sicher gehen

17.06.2013

Deutschland erwartet eine sonnige Woche. Allerdings droht nicht nur beim Sonnenbaden im Park, am Strand oder im Schwimmbad ein Sonnenbrand. Der Bundesverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) in Berlin verweist daher regelmäßig zum Sommerbeginn auf die besonderen Anforderungen an einen angemessenen Sonnenschutz. So mancher Irrtum führe „dazu, dass die Haut nicht ausreichend geschützt wird“, warnt der BVDD.

Den Angaben des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen zufolge, wird beim Sonnenschutz zum Beispiel häufig vergessen, „dass auch durch helle, locker gewebte Textilien noch UV-Strahlen dringen“ oder „Sonnenschutzpräparate werden zu dünn aufgetragen und Ohren, Nacken oder die Innenseiten der Arme vergessen.“ Zudem unterschätzen viele Menschen die UV-Strahlung bei bewölktem Himmel oder wenn ein angenehmer Wind weht, so der BVDD weiter. Generell gelte in Bezug auf den Sonnenschutz das Motto „Meiden – Kleiden – Cremen!“, wobei die Aufzählung auch eine Rangfolge der Prioritäten darstelle. Zudem sollten sich die Menschen bewusst sein, dass sie in der Sonne sind, sobald sie rausgehen, erläuterte Dirk Meyer-Rogge vom Bundesverband der Deutschen Dermatologen.

Mittagssonne meiden, Sonnenschutz durch Kleidung beachten
Wichtigste Sonnenschutz-Maßnahme ist laut BVDD, die Haut mit so wenig UV-Strahlung wie möglich zu konfrontieren. Generell sei daher die Mittagssonne zu meiden. Des weiteren gehe textiler Lichtschutz vor Sonnencreme. Idealerweise seien hier ein langärmliges Hemd, eine lange Hose und ein Sonnenhut jeweils aus dichtem, aber locker sitzendem Gewebe vorzusehen. Vorgaben, die bei Kindern häufig noch umgesetzt werden, doch an die sich die wenigsten Erwachsenen halten. Sie sollten allerdings wenigstens die nicht durch Textilien geschützten Hautareale mit entsprechenden Sonnenschutzmitteln eincremen. Für Kinder gilt dabei hierzulande ein Lichtschutzfaktor (LSF) von 30 als Mindestgrenze Beim Urlaub in sonnigen Ländern ist laut BVDD für Kinder sogar ein Lichtschutzfaktor von 50 oder mehr zu empfehlen. Die Sonnenschutzmittel sollten zudem keine Duftstoffe enthalten.

Sonnencreme reichlich auftragen und nach dem Schwimmen erneuern
Bei Erwachsenen ist die Auswahl der geeigneten Sonnencreme maßgeblich abhängig von dem jeweiligen Hauttyp. So müssen beispielsweise hellhäutige Menschen mit roten Haare einen deutlich höheren Lichtschutzfaktor (LSF 50 empfohlen) wählen, als dunkelhäutige Menschen mit braunen Augen. Generell sollte laut BVDD jedoch ein Lichtschutzfaktor von 25 möglichst nicht unterschritten werden. Außerdem müsse die Sonnencreme vor dem Aufenthalt im Freien reichlich auftragen und nach dem Planschen und Schwimmen erneuert werden, um ihre Schutzwirkung auch tatsächlich entfalten zu können. Des Weiteren dürfe Sonnenschutzcreme nicht dazu verleiten, sich zu lange in der Sonne aufzuhalten. Ein Platz im Schatten ist hier dem Bad in der prallen Sonnen eindeutig vorzuziehen.

Auch im Schatten Sonnenschutz beachten
Selbst bei bewölkten Himmel erreichen noch bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung den Boden, weshalb laut BVDD der Sonnenschutz auch hier zu bedenken ist. Zudem seien Besonderheiten zu berücksichtigen, wie beispielsweise, dass heller Sand und Wasser das Licht verstärkt reflektieren, was zu einem erhöhten Sonnenbrandrisiko am Strand führe. Auch sei beispielsweise im Gebirge die UV-Belastung deutlich stärker als im Flachland. Für Eltern und ihre Kinder gelte: Nur am Vormittag oder Nachmittag im Freien aufhalten, schattige Spielplätze bevorzugen und über dem Planschbecken oder dem Sandkasten einen Sonnenschirm aufspannen. Allerdings sei auch im Schatten noch so viel UV-Strahlung vorhanden, dass weitere Sonnenschutzmaßnahmen erforderlich werden.

Bei starkem Sonnenbrand einen Arzt aufsuchen
Eine Vernachlässigung des Sonnenschutzes hat zur Folge, dass zu viel UV-Licht die Haut erreicht, welches das Zellgewebe in den oberen Hautschichten schädigt, erläuterte Professor Uwe Reinhold vom BVDD. Hierdurch bilden sich entzündliche Prozesse, die eine Rötung und Erwärmung der Haut mit sich bringen. Die Haut beginnt schmerzhaft zu brennen und es können sich Blasen bilden. Ist der Sonnenbrand bereits eingetreten helfen laut Professor Reinhold „kühlende, feuchte Umschläge oder auch eine kühle Dusche“ Zudem können Sonnenbrandgel oder eine entsprechende Lotion Linderung bewirken. Allerdings seien fettreiche Körperpflegeprodukte nicht zu empfehlen, da sie die Wärme zusätzlich stauen. Den Betroffenen wird bei einem Sonnenbrand allgemein eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme empfohlen. „Bei stärkeren Verbrennungen oder wenn Schüttelfrost und Fieber hinzu kommen“, ist laut BVDD ein Arztbesuch angeraten.

Schlechter Sonnenschutz erhöht das Hautkrebsrisiko
Zwar regeneriert die Haut nach einem Sonnenbrand allmählich, doch die Überdosis UV-Licht könne zu bleibenden Schäden im Erbgut von Hautzellen führen, weshalb „mit der Häufigkeit von Sonnenbränden, vor allem in der Kindheit, das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken “, steigt, warnte der BVDD-Experte Professor Reinhold. Ein angemessener Sonnenschutz spielt demnach auch im Sinne der Hautkrebsprävention eine wesentliche Rolle. (fp)

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