Schüttelfrost: Anzeichen, Ursachen und Therapie

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Susanne Waschke
Schüttelfrost ist keine eigenständige Krankheit sondern ein Symptom und besteht aus grobschlägigem Zittern (Schütteln), Zähneklappern und einem massiven Kältegefühl. Meist tritt es in Verbindung mit hohem Fieber auf, das heißt als Begleitsymptom einer Infektionskrankheit. Das Muskelzittern bei Schüttelfrost entsteht durch Muskelkontraktionen, die dazu dienen, Wärme zu erzeugen.

Regulierung der Körpertemperatur

Die normale Körperkerntemperatur liegt bei ungefähr 37 Grad Celsius. Der Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) ist für die Wärmeregulation im Körper zuständig. Bei Fieber ist der sogenannte Sollwert der Körpertemperatur erhöht. Diese Sollwerterhöhung wird bedingt durch Pyrogene, die Fieber erzeugend wirken. Pyrogene sind Stoffe, die von außen durch das Eindringen von Bakterien, Viren oder Pilzen in den Körper gelangen. Aber auch im Inneren des Körpers werden Pyrogene gebildet. Zum Beispiel werden bei Entzündungen Botenstoffe, wie zum Beispiel Interferon, freigesetzt, die den Abwehrmechanismus steigern sollen und ebenso als Pyrogene wirksam sind.

Die normale Körpertemperatur beträgt etwa 37 Grad Celsius. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)

Diese Fieber erzeugenden Stoffe tragen dazu bei, dass der Sollwert der Körpertemperatur nach oben gesetzt wird. Im Anschluss darauf versucht der Körper durch Schüttelfrost, Wärme zu erzeugen. Durch das Muskelzittern wird die Wärmeproduktion erhöht und die Temperatur nach oben getrieben. Die Blutgefäße in der Peripherie werden eng gestellt, damit keine Wärme abgegeben werden kann. Diese Temperaturerhöhung ist für den Körper eine sinnvolle Angelegenheit. Die Abwehr und auch der Heilungsprozess werden unterstützt.

Ursachen von Schüttelfrost

Meist ist Schüttelfrost ein Zeichen dafür, dass Krankheitserreger in die Blutbahn eingedrungen sind. Diese Eindringlinge setzen Pyrogene frei, der Sollwert der Körpertemperatur wird erhöht, der Körper bekommt den Befehl anzuheizen. Hierbei sorgt der Schüttelfrost, also die Kontraktionen der Muskeln dafür, dass der Körper Wärme produziert, um immer mehr dem nach oben verstellten Temperaturwert näher zu kommen. Ist der Sollwert, in diesem Fall der Fieberwert, erreicht, tritt dann meist der Schweißausbruch ein. Zittern und Kältegefühl sind damit vorbei.

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Krankheiten mit Schüttelfrost

Krankheiten, die häufig von Schüttelfrost begleitet werden, sind einfache Erkältungen, Schnupfen, Grippe, Magen-Darm-Infekte, Bronchialerkrankungen, Lungenentzündungen, Tropenkrankheiten, Vergiftungen, Kinderkrankheiten, massive Entzündungen, Infektionskrankheiten, ein Hitzschlag oder Sonnenstich.

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Durch Schüttelfrost versucht der Körper Wärme zu erzeugen, was zum Beispiel der Bekämpfung von Krankheitserregern dienen kann. (Bild: tibanna79/fotolia.com)

Therapie

Die Behandlung von Schüttelfrost richtet sich nach der ursächlichen Krankheit. Treten Zittern und Kältegefühl in Verbindung mit dem Fieberanstieg auf, wird versucht, dem Körper Wärme zuzuführen. Der Patient sollte warm gehalten werden, eventuell mit Hilfe von mehreren Decken, einer Wärmequelle und Teesorten, die zusätzlich die Wärmeproduktion ankurbeln.

Schüttelfrost verlangt nach viel Flüssigkeit. Ein Anhaltspunkt ist hier die Grad-Erhöhung des Fiebers. Pro Grad Celsius sollte der Patient einen halben Liter Flüssigkeit mehr als normal zu sich nehmen. Am besten in Form von stillem Wasser oder Tee.

Dauern die Beschwerden über Tage hinweg an, muss ein Arzt hinzugezogen werden. Die Ursache für den Schüttelfrost wird mit Hilfe genauer körperlicher Untersuchungen, einer ausführlichen Anamnese, Blutuntersuchungen und eventuell weiteren Untersuchungsmethoden, wie zum Beispiel einer Röntgenuntersuchung abgeklärt, um daraufhin die spezielle Therapie einzusetzen.

Ist ein Sonnenstich oder Hitzschlag die Ursache, muss dem Körper Kälte zugeführt werden. Dies geschieht mit Hilfe von kalten Wickeln. Zusätzlich werden Kreislauf stabilisierende Maßnahmen eingesetzt und dem Körper verlorene Flüssigkeit zurück gegeben.

In der konventionellen Medizin wird Schüttelfrost, der mit Fieber einhergeht, mit fiebersenkenden Mitteln, wie zum Beispiel Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (Aspirin) behandelt.

Ein Tee mit Lindenblüten wärmt den Körper von innen. (Bild: J.Mühlbauer exclus./fotolia.com)

Naturheilkunde und Hausmittel bei Schüttelfrost

Da das Muskelzittern und Kältegefühl meist in Verbindung mit Fieber vorkommt, werden in der Naturheilkunde zahlreiche Maßnahmen eingesetzt, die Wärme erzeugend sind. Teesorten mit Hagebuttenschalen, Holunder oder Lindenblüten können hier äußerst hilfreich sein. Sie unterstützen den Körper bei der Wärmeproduktion.

Bewährte Hausmittel gegen Fieber sind kalte Wadenwickel, alternativ bieten sich die sogenannten nassen Strümpfe zum Senken der Körpertemperatur an. Hierfür legen Sie Baumwollstrümpfe in kaltes Wasser, drücken diese aus und ziehen sie dann an. Darüber kommen trockene Wollstrümpfe. Haben sich die nassen Strümpfe erwärmt, können sie nach Bedarf mehrmals erneuert werden.

Wichtig: Sowohl bei den Wickeln als auch bei den Strümpfen sollte vor der Anwendung überlegt werden, ob eine Fiebersenkung im jeweiligen Moment tatsächlich notwendig ist, denn Fieber stellt eine sinnvolle und wichtige Abwehrreaktion des Körpers dar. Häufig wird ansonsten gesunden Menschen empfohlen, erst ab 39°C tätig zu werden bzw. wenn sie sich sehr unwohl fühlen oder Schmerzen haben. Zwar ist bei Kindern besondere Vorsicht geboten, vor allem wenn diese zu Fieberkrämpfen neigen, doch fiebersenkende Maßnahmen können hier auch kontraproduktiv wirken, da ein sehr schnelles Absenken des Fiebers die Krampfbereitschaft erhöht.

Oft werden bei Fieber und Schüttelfrost homöopathische Mittel, wie Aconitum oder Belladonna, angewandt. Die Patienten benötigen viel Wärme in Form von mehreren Decken und eventuell einer zusätzlichen Wärmequelle. Ist der Schüttelfrost vorbei, und der Körper entfiebert, was sich deutlich durch entsprechende Schweißausbrüche bemerkbar macht, sind leichte Kleidung und eine leichte Zudecke angesagt. (sw, nr; zuletzt aktualisiert am 14.11.2017)