Sport und Naturheilkunde bei Regelschmerzen

Sebastian

So können Beschwerden vor der Monatsblutung gelindert werden

06.12.2011

Mittel der Naturheilkunde und ein gesunder Lebensstil können Beschwerden vor den Monatsblutungen lindern, wie aktuell Experten des Berufsverbandes der Frauenärzte in München (BVF) berichten. Positiv wirken sich Ausdauersport, ausgedehnte Spaziergänge und eine gesunde Ernährung aus. Statt zu konventionellen Schmerzmitteln zu greifen, können pflanzliche Arzneien die Symptome verbessern.

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Mehrheit aller Frauen kennen das prämenstruelle Syndrom
Schmerzen vor und während den Monatsblutungen werden in der Frauenheilkunde als prämenstruellen Syndrom (PMS) bezeichnet. Viele Frauen leiden bei jedem Monatszyklus unter komplexen Beschwerden, die in der Regel vier Tage bis zwei Wochen vor dem eigentlichen Eintreten der Regelblutungen einsetzen. Nach Schätzungen von Experten leiden etwa ein Drittel aller Frauen unter dem prämenstruellen Syndrom. Laut Dr. M. Harrison sind vor allem Frauen ab dem 30. Lebensjahr betroffen. Etwa 60 Prozent aller Frauen haben schon einmal Menstruationsbeschwerden gehabt.

Um dem Leiden vorzubeugen hilft nach Angaben des Berufsverbandes der Frauenärzte eine gesunde und ausgewogene Ernährungsweise mit viel Obst und Gemüse. Regelmäßiger Sport und/oder ausgiebige Spaziergänge regen zudem die Durchblutung an und wirken krampflösend. Während der zweiten Hälfte des Zyklus sollten Betroffene Stress, Alkoholkonsum und Nikotin meiden.

Mittel der Naturheilkunde gegen Menstruationsbeschwerden
Reichen die Hinweise nicht aus, können auch pflanzliche Arzneien der Naturheilkunde zum Einsatz kommen. Der Verband empfiehlt Präparate mit natürlichen Wirkstoffen wie Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Johanniskraut oder Melisse. Die Mittel verschaffen Entspannung und wirken krampflösend. Sind die Beschwerden akut können laut BVF auch konventionelle Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Leiden Patientinnen besonders schwer, könne in Absprache mit einem Facharzt für Frauenheilkunde auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille zum Einsatz kommen. Ferner empfehlen die Ärzte das Führen eines Monatskalenders (PMS-Kalender). Hier können die aufgetretenen Beschwerden festgehalten werden, ebenso wie die Ernährung, Bewegung und Schlaf eines jeden Tages. Durch die Protokollierung fällt es dem betreuenden Frauenarzt leichter, auslösende Momente der Schmerzen und Schlafstörungen zu lokalisieren.

Beschwerden beim Arzt genau beschreiben
Bei einer Konsultation beim Arzt sollten Frauen ihre Beschwerdebilder genau beschreiben. Um die Grundursache der Beschwerden zu analysieren, wird der Gynäkologe die Krankheitsgeschichte genau abfragen und im Anschluss eine körperliche Untersuchung vornehmen. Der Frauenarztverband empfiehlt seinen Kollegen zusätzlich eine Blutuntersuchung vorzunehmen, um im Zweifel eine Schilddrüsenunterfunktion auszuschließen.

Starke Menstruationsbeschwerden kann zahlreiche Ursachen haben. In der zweiten Hälfte des Zyklus fällt der Östrogenspiegel ab, wobei das das Progesteron zunimmt. Weiterhin kann es sein, dass die Betroffenen unter einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen leiden, sich nur ungenügend bewegen oder die Beschwerden genetisch bedingt sind. Geplagte leiden bis zum Einsetzen der Monatsblutung unter Beschwerden wie Wassereinlagerungen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Brustschmerzen, Schlafstörungen, gereizter Stimmungslage oder Rückenschmerzen. (sb)